Er ist gebürtiger Kanadier, Anti-Superheld, inzwischen großer Fußballfan und war 2010 Sexiest Man Alive: Die Rede ist vom ewigen Kindskopf Ryan Reynolds, der, man mag es kaum glauben, am 23. Oktober bereits seinen 50. Geburtstag feiert. Der Schauspieler blickt auf eine lange Karriere in Hollywood zurück, die allerdings erst im zweiten Anlauf und dank MCU-Schandmaul Deadpool die nötige Traktion gewinnen sollte.
Ein ähnliches Bild zeichnet das Privatleben des Stars: Nach zwei gescheiterten Promi-Beziehungen fand er in Person von Ehefrau Blake Lively (39) seine große Liebe, die zuletzt durch einen öffentlich ausgetragenen Gerichtsstreit nur umso inniger zu werden schien.
Von der Comedy zur Action
Reynolds war bereits von 1991 bis 1993 in der Nickelodeon-Serie „Hillside“ zu sehen. Nach einigen erfolglosen Fernsehproduktionen spielte er in seiner kanadischen Heimat mit dem Gedanken, die Schauspielerei an den Nagel zu hängen. Doch sein Kollege und Landsmann Chris William Martin konnte ihn dazu überreden, nach Los Angeles umzusiedeln und dort weiter an ihren Karrieren zu feilen. Von 1998 bis 2001 spielte er dann die Rolle des Michael Bergen, genannt „Berg“, in der Serie „Ein Trio zum Anbeißen“.
Durch die wachsende Popularität der Show bekam Reynolds weitere Rollen angeboten, etwa in „Party Animals – Wilder geht’s nicht!“. Gerne wurde er in dieser Zeit seines Schaffens als sympathisch-verplanter Durchschnittstyp besetzt, wie in „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ oder „Selbst ist die Braut“ an der Seite von Sandra Bullock.
Gelungene und katastrophale Comic-Verfilmungen
Ins Action- und Comicfach wechselte er 2004 mit „Blade: Trinity“ sowie 2009 mit „X-Men Origins: Wolverine“. Solide, aber nicht sonderlich erinnerungswürdige Ausflüge ins MCU. Als DC-Held Hal Jordan in „Green Lantern“ legte er 2011 dann eine regelrechte Superhelden-Bruchlandung hin. Dass ihm der Flop nicht bis heute nachhängt, hat mit einem frechen Recken aus dem Marvel-Universum zu tun.
Bereits 2009 war Reynolds in „X-Men Origins: Wolverine“ in der Rolle des Wade Wilson alias Deadpool an der Seite von Hugh Jackman zu sehen. Ein Film, der die Comicfigur Deadpool in den Mittelpunkt stellen sollte, war sogar seit 2004 geplant. Doch das Projekt wurde immer wieder aufgeschoben. Erst 2016 kam „Deadpool“ dann schließlich in die Kinos – und ging auf Rekordjagd. Der Streifen legte den bis dahin erfolgreichsten Kinostart eines US-Films mit R-Rating hin.
Nach der Fortsetzung „Deadpool 2“ von 2018 lieferte Reynolds mit „Deadpool & Wolverine“ sein bisheriges Meisterstück ab: Nicht für möglich gehaltene 1,34 Milliarden US-Dollar spielte der Film 2024 ein – wohlgemerkt erneut als Streifen mit R-Rating. Auf dreist-freche, gleichwohl charmante Weise machte sich das neue Marvel-Dreamteam darin über das Superhelden-Genre lustig.
Auf Deadpool folgt König Fußball
Wenn Reynolds nicht auf der Leinwand zu sehen ist, stehen die Chancen gut, ihn in Wales im Fußballstadion anzutreffen. Im Jahr 2020 beschlossen er und sein Freund Rob Mac („It’s Always Sunny in Philadelphia“), den Verein AFC Wrexham zu kaufen. Im folgenden Jahr war die Übernahme offiziell abgeschlossen.
Die Annahme (und Sorge der Fans) lag nahe, dass sich Reynolds auch daraus einen Spaß machen würde. Doch schnell gelang es ihm und Mac, die Anhänger des traditionsreichen Clubs von sich zu überzeugen. Die Dokuserie „Welcome to Wrexham“ begleitet das Abenteuer nun schon seit fünf Staffeln, drei weitere sollen noch mindestens folgen.
In guten wie in schwierigen Zeiten mit Blake Lively
Von 2002 bis 2007 war Reynolds mit der kanadischen Sängerin Alanis Morissette („Ironic“) liiert, drei Jahre davon sogar verlobt. Kurz nach der Trennung lernte Reynolds seine Schauspielkollegin Scarlett Johansson („Lucy“) kennen und lieben. Die beiden heirateten im September 2008, trennten sich jedoch schon 2010 und ließen sich 2011 offiziell scheiden.
Kurz danach kam er mit Blake Lively („Gossip Girl“) zusammen, seinem Co-Star aus „Green Lantern“. Das Paar heiratete im September 2012 und hat mittlerweile vier Kinder. Großfamilien sind beiden Stars nicht fremd: Reynolds hat drei Brüder, Lively vier Geschwister.
Dass ihre Ehe auch schweren Zeiten standhalten kann, zeigte sich in den vergangenen Jahren. Ab 2024 und bis in dieses Jahr zog sich Livelys juristische Auseinandersetzung mit ihrem „Nur noch ein einziges Mal“-Kollegen Justin Baldoni. Sie reichte Klage ein und beschuldigte Baldoni der sexuellen Belästigung am Set. Er wies alle Anschuldigungen als „kategorisch falsch“ zurück und konterte mit einer 400-Millionen-Dollar-Gegenklage wegen Verleumdung und zivilrechtlicher Erpressung gegen Lively und ihren Ehemann.
Erst im vergangenen Mai konnte der Streit mit einem außergerichtlichen Vergleich endgültig beendet werden. Ihre Liebe, so scheint es zumindest für Außenstehende, wurde durch den Konflikt nur noch inniger.
(stk/spot)
Bild: Das spitzbübische Lächeln ist Ryan Reynolds‘ Markenzeichen. / Quelle: Andrew Schwartz/SIPA





