Michael J. Fox (65) ist am Freitag in die höchste Stufe des Order of Canada – Kanadas höchste Auszeichnung für Zivilpersonen – aufgenommen worden. Generalgouverneurin Louise Arbour ernannte den Schauspieler bei einer Zeremonie in der Rideau Hall in Ottawa zum Companion des Ordens, wie die kanadische Nachrichtenagentur „The Canadian Press“ berichtet. Das Publikum erhob sich und applaudierte.
Rideau Hall begründet die Auszeichnung mit Fox‘ weltweitem Engagement und seiner schonungslosen Offenheit im Umgang mit der Parkinson-Krankheit. Der Order of Canada soll Menschen auszeichnen, die außergewöhnliche Beiträge für das Land leisten.
„Einfach in Kanada aufzuwachsen“
Er empfinde „Stolz“ und zugleich „Demut“, sagte Fox nach der Zeremonie. Die Ehrung bedeute ihm vieles. „Aber vor allem ist es einfach, in Kanada aufzuwachsen, dieses Land zu lieben und das, wofür es steht, und wie es sich weiterentwickelt und den Kurs korrigiert hat, wenn es nötig war, und den Kurs gehalten hat, wenn es nötig war.“
All das habe er als Kind aufgesogen, erzählte der Schauspieler. Er liebe kanadische Musik und die Förderung kanadischer Inhalte. Am Ende stehe da „ein 65-jähriger Typ, der wegen all dieser Dinge auf ganz eigene Weise kanadisch ist“.
Seit 1998 offen mit der Diagnose
Fox hatte seine Parkinson-Erkrankung 1998 öffentlich gemacht. Seitdem sammelt er Geld für die Forschung und berichtet offen davon, mit welchen Hürden Betroffene im Alltag zu kämpfen haben. Er ist Mitbegründer der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research. Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems.
Auch sein Heimatland habe hier Pionierarbeit geleistet, betonte Fox. Kanada sei eines der frühen Testfelder für die Tiefe Hirnstimulation gewesen.
Arbour greift zum Filmzitat
In ihrer Rede dankte Arbour allen Geehrten für ihre Arbeit. Sie hätten ihre Talente auch allein für den eigenen Erfolg einsetzen können, sagte sie auf Französisch. „Stattdessen haben Sie sich entschieden, Ihre Fähigkeiten, Ihren Einfluss und Ihre Energie einzusetzen, um anderen zu helfen.“ Talent allein reiche nicht aus, es brauche auch den Willen, sich für das Gemeinwohl einzusetzen.
Arbour nannte Fox ein „leuchtendes Beispiel“ dafür. Sein Vorbild erinnere daran, dass nachhaltiger Fortschritt Mut, Vorstellungskraft und Entschlossenheit erfordere. Dann folgte der Satz, der im Saal für Schmunzeln gesorgt haben dürfte: „Schließlich war ‚zurück in die Zukunft‘ schon immer eine viel bessere Idee als ‚vorwärts in die Vergangenheit‘.“ Eine klare Anspielung auf die „Zurück in die Zukunft“-Trilogie, die Fox ab 1985 weltberühmt machte.
Auch Pulitzer-Preisträgerin ausgezeichnet
Insgesamt wurden am Freitag 51 Menschen in den Orden aufgenommen oder innerhalb des Ordens befördert. Zum Officer ernannt wurde unter anderem Stephen Poloz, früherer Gouverneur der Bank of Canada. Ebenfalls Officer wurden Yusuf Altintas, Maschinenbauprofessor an der University of British Columbia, und Nada Jabado von der McGill University, die für ihre Arbeit in der Kinder-Neuroonkologie geehrt wird.
Als Member aufgenommen wurde die Investigativjournalistin Susanne Craig, die für ihre Arbeit bei der „New York Times“ mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Auch Patrick Joseph Lahey, Mitgründer von Triton Submarines, gehört nun dem Orden an. Er zählt laut Rideau Hall zu den weltweit führenden Experten für Tauchboote.
(ili/spot)
Bild: Schauspieler Michael J. Fox wurde am Freitag im Rahmen einer Zeremonie in der Rideau Hall in Ottawa von Generalgouverneurin Louise Arbour zum Companion des Order of Canada ernannt. / Quelle: imago/ZUMA Press / Patrick Doyle




