Die ARD verkürzt die Wartezeit auf den Sonntagskrimi: Neue „Tatort“- und „Polizeiruf 110“-Filme stehen für eingeloggte Nutzer künftig schon am Freitag vorab in der Mediathek bereit. Den Anfang macht „König in Gelb“ mit Maria Furtwängler als Charlotte Lindholm, der wie gewohnt am Sonntag, dem 13. September, um 20:15 Uhr im Ersten läuft, aber bereits ab dem 11. September online abrufbar ist.
Was halten die aktuellen und ehemaligen Ermittler davon, wenn an einem der letzten festen TV-Termine geschraubt wird? Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises am Mittwochabend in Köln (bei RTL und RTL+) fielen die Antworten unterschiedlich aus.
„Erst mal eine gute Sache“
Martin Brambach (58), seit 2016 als Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel in Dresden im Einsatz, steht dem Vorstoß positiv gegenüber. „Ich finde das erst mal eine gute Sache“, sagte er der Nachrichtenagentur spot on news. „Man wird abwarten müssen, wie die Leute das aufnehmen.“ Die Änderung könnte entweder für Desinteresse, oder für mehr Zuschauer sorgen. Sein Fazit: „Zeigen müssen wir den Film sowieso irgendwann.“
„Ob das so eine gute Idee ist?“
Deutlich skeptischer klingt Sabine Postel (72), die bis 2019 mehr als 20 Jahre lang als Inga Lürsen in Bremen ermittelte. „Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist. Ich weiß nicht, was das bringen soll“, erklärte sie spot on news. Der Sonntagabend als fester Ausstrahlungstermin im Kalender sei ein „Alleinstellungsmerkmal“ gewesen, betonte sie, und zudem ein „schönes Ritual. Das hat ja manchmal auch noch Familien wieder vereint, was ja sonst nicht mehr so häufig passiert“.
„Man probiert mal was aus“
Anna Schudt (52), bis 2022 als Martina Bönisch in Dortmund zu sehen, nimmt die Neuerung hingegen gelassen. „Das ist doch in Ordnung“, sagte die Schauspielerin, die an diesem Abend die Laudatio auf Kollegin Annette Frier hielt und für „Hundertdreizehn“ die Trophäe als „beste Drama-Serie“ mitnahm.
„Das Ritual ist natürlich ein anderes. Aber wir können ja auch nicht immer an allem Alten festhalten“, so Schudt. Falls es schiefgehe, werde eben „wieder aufgehört“. Ihr Grundsatz: „Ich finde eigentlich immer gut, wenn man was ausprobiert.“
Mehr Reichweite
Die ARD begründet den Schritt mit mehr Reichweite. Die Vorabpremiere sei „für alle die, die nicht bis Sonntag warten können“, sagte Programmdirektorin Christine Strobl. Rund zehn Prozent zusätzliche Reichweite bringen die Mediathek-Abrufe den Filmen schon jetzt, diesen Anteil will der Sender ausbauen und dabei mehr Registrierungen einsammeln.
Die Sommerpause endet am Freitag beziehungsweise Sonntag mit dem 33. Fall von Charlotte Lindholm aus Hannover. Ausgerechnet an ihrem 60. Geburtstag ermittelt Maria Furtwängler in einem Demenzdorf. Im Saisonverlauf folgen dann mehrere Neubesetzungen: In München bilden Carlo Ljubek und Ferdinand Hofer als Buvak und Hammermann ein neues Duo und auch in Franken (Fabian Hinrichs und Rosalie Thomass als Voss und Rathgeber) sowie in Kiel (Almila Bagriacik und Karoline Schuch als Sahin und Krieger) gibt es neue Teams.
(eyn/spot)
Bild: Anna Schudt (l.), Martin Brambach und Sabine Postel waren beziehungsweise sind im „Tatort“ zu sehen. / Quelle: actionpress/Timm, Michael / IMAGO/APress / RTL/Julia Feldhagen



