Zwei Tage nach dem Tod von Hayden Panettiere (1989-2026) hat sich ihr Filmpartner Justin Chatwin (43) über die gemeinsame Arbeit an ihrem letzten Film geäußert. In einem Interview mit „People“ beschrieb Chatwin die Schauspielerin, die am 16. August im Alter von 36 Jahren gestorben ist, als „bezaubernd“.
Anfang 2025 standen Chatwin und Panettiere für den Psychothriller „Sleepwalker“ vor der Kamera. Der Film kam im Januar 2026 in die US-Kinos und wurde Panettieres letzte Rolle. Sie spielte darin eine Künstlerin, die den Unfalltod ihrer Tochter verarbeitet.
Während der Dreharbeiten habe Panettiere ihm gegenüber ungewöhnlich offen über persönliche Erfahrungen gesprochen. „Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, und es waren großartige Dreharbeiten“, sagte Chatwin. Da sich der Film mit häuslicher Gewalt beschäftige, habe Panettiere auch über eigene Erfahrungen gesprochen. Das Thema sei ihr möglicherweise nahegegangen.
Chatwin erinnert sich an offene Gespräche
Chatwin kannte Panettiere bereits aus ihrer Zeit bei der Serie „Heroes“, mit der sie 2006 ihren Durchbruch feierte. Bei ihrem Wiedersehen für „Sleepwalker“ habe er jedoch eine Veränderung an ihr wahrgenommen. Der Schauspieler, der nach eigenen Angaben seit 15 Jahren nüchtern ist, sagte, er kenne die Auswirkungen von Sucht und den Druck, der mit Hollywood verbunden sein könne.
Zu Beginn der Dreharbeiten habe Panettiere ihm von ihren Erfahrungen mit Entzügen und ihren persönlichen Kämpfen mit traumatischen Erlebnissen erzählt. Besonders beeindruckt habe ihn ihre Offenheit. Während Schauspieler am Set häufig eine Rolle einnehmen würden, habe Panettiere ihm gegenüber ihre „Maske“ abgelegt und offen über ihr Leben und ihre Sucht gesprochen.
Chatwin habe den Eindruck gewonnen, dass Panettiere mit erheblichen Belastungen zu kämpfen hatte und sich einsam fühlte. Gleichzeitig habe er die gemeinsame Arbeit sehr geschätzt. „Sie war liebenswürdig. Sie hatte ein wunderschönes Herz“, sagte er. Die Zeit mit ihr habe er deshalb besonders genossen.
Chatwin: „Ich bin wütend“
Auch nach Panettieres Tod beschäftigten Chatwin die Gespräche mit seiner Kollegin. Seine Trauer sei am Tag nach ihrem Tod in Wut umgeschlagen. Er habe sich gewünscht, die Ursachen ihrer Probleme klar benennen zu können. Woher Panettieres Suchtprobleme stammten, lasse sich aus seiner Sicht jedoch nicht eindeutig sagen. Mögliche Ursachen könnten sowohl in Hollywood als auch in ihrem privaten Umfeld gelegen haben.
„Sie war bezaubernd und total offen, und wir hatten eine tolle Zeit zusammen“, sagte Chatwin. Es mache ihn traurig, dass wieder eine Schauspielerin mit ihren Problemen allein geblieben sei. Zugleich kritisierte er, dass sich solche Fälle in der Unterhaltungsbranche immer wieder ereigneten.
Panettieres Suchtprobleme
Hayden Panettiere selbst hatte sich in ihrer im Mai 2026 erschienenen Autobiografie „This Is Me: A Reckoning“ ausführlich mit ihren Suchtproblemen auseinandergesetzt. Nach ihren eigenen Schilderungen hatte sich ihr Alkoholkonsum nach ihrem Umzug nach Tennessee für die Serie „Nashville“ verstärkt. Nach der Geburt ihrer Tochter im Dezember 2014 verschärfte sich ihre Situation im Zusammenhang mit einer postpartalen Depression.
Panettiere beschrieb in ihren Memoiren, wie sehr Alkohol schließlich ihren Alltag bestimmte. Auch eine Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten thematisierte sie. Im Oktober 2015 unterbrach sie die Dreharbeiten zur vierten Staffel von „Nashville“, um sich wegen ihrer Wochenbettdepression behandeln zu lassen. Nach eigenen Angaben gelang es ihr später, ihre Sucht zu überwinden.
Hilfe bei Suchtproblemen bietet die bundesweite Sucht- und Drogen-Hotline unter 01806 313031.
(des/spot)
Bild: Justin Chatwin stand gemeinsam mit Hayden Panettiere vor der Kamera. / Quelle: [M] imago images/Depositphotos/imagepressagency / action press




