Matthias Schweighöfer: Sein langer Weg nach Hollywood

Matthias Schweighöfer: Sein langer Weg nach Hollywood

Matthias Schweighöfer (45) bekommt es in Hollywood bald mit dem Übernatürlichen zu tun. Der deutsche Schauspieler gehört zum Cast von „The Conjuring: First Communion“. Wie das US-Branchenportal Deadline berichtet, soll das Horror-Prequel am 10. September 2027 in den US-Kinos starten. Regie führt der französische Filmemacher Rodrigue Huart, Garrett Wareing und Amanda Fix verkörpern die jungen Ed und Lorraine Warren. Welche Rolle Schweighöfer übernimmt, bleibt vorerst geheim. Auf Instagram feierte er die Nachricht mit den Worten: „Es ist einfach der Wahnsinn, Leute!“

Für Schweighöfer ist das mehr als nur der nächste englischsprachige Job. Ein Schauspieler, der lange vor allem als Gesicht deutscher Beziehungskomödien galt, bewegt sich heute selbstverständlich zwischen Streaming-Blockbuster, Prestige-Kino und großen Filmreihen. Der Weg dorthin war allerdings kein schneller Sprung, sondern eine Karriere in mehreren Anläufen.

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Der erste Hollywood-Einsatz blieb eine Randnotiz

Als Sohn des Schauspielerpaars Gitta und Michael Schweighöfer kam Matthias Schweighöfer früh mit Bühne und Kamera in Berührung. Im Jahr 2000 erhielt er für „Verbotenes Verlangen – Ich liebe meinen Schüler“ den Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises, 2003 folgte mit „Soloalbum“ der Durchbruch im Kino. Später machte er sich mit Filmen wie „What a Man“, „Schlussmacher“ und „Vaterfreuden“ nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Regisseur und Produzent zu einer der prägenden Figuren der deutschen Kinokomödie.

Der erste prominente Abstecher in eine große US-Produktion kam bereits 2008: In Bryan Singers „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“ spielte Schweighöfer eine kleine Rolle an der Seite von Tom Cruise. Daraus entstand jedoch noch keine dauerhafte Hollywood-Karriere. Auch internationale Produktionen wie Thomas Vinterbergs U-Boot-Drama „Kursk“ und das Kriegsdrama „Resistance“ blieben zunächst einzelne Stationen. Schweighöfers berufliches Zentrum lag weiterhin in Deutschland.

Ein nervöser Safeknacker öffnet die Tür

Der entscheidende Wendepunkt kam 2021 mit Zack Snyders Netflix-Film „Army of the Dead“. Schweighöfer spielte Ludwig Dieter, einen nervösen deutschen Safeknacker, der zwischen schwer bewaffneten Söldnern und Zombie-Chaos einen ganz eigenen Ton traf. Noch im selben Jahr erhielt die Figur mit „Army of Thieves“ ein eigenes Prequel.

Bei „Army of Thieves“ übernahm Schweighöfer nicht nur erneut die Hauptrolle, sondern führte auch Regie und war als Produzent beteiligt. Damit war er nicht länger lediglich der deutsche Nebendarsteller in einer amerikanischen Großproduktion, sondern das kreative Zentrum eines international vermarkteten Franchise-Films. Zack Snyder bezeichnete ihn 2023 im Gespräch mit „Moviepilot“ als „Teil der Familie“ und berichtete von weiteren gemeinsamen Ideen.

Zwischen Prestige-Kino und Action-Blockbuster

Es folgten Rollen, die Schweighöfers internationales Profil verbreiterten. Im Netflix-Drama „Die Schwimmerinnen“ spielte er 2022 den Berliner Schwimmtrainer Sven, der Yusra Mardini auf ihrem Weg zu den Olympischen Spielen begleitet. Ein Jahr später verkörperte er in Christopher Nolans „Oppenheimer“ den deutschen Physiker Werner Heisenberg. Im Spionagefilm „Heart of Stone“ stand er zudem mit Gal Gadot und Jamie Dornan vor der Kamera.

Nicht jede dieser Rollen war groß, in ihrer Summe veränderten sie jedoch seine Position: Schweighöfer wurde international nicht auf den komischen Deutschen festgelegt, sondern für sehr unterschiedliche Tonlagen und Genres besetzt. „Mein Traum war immer Hollywood und wofür es steht“, sagte er 2025 im Interview mit der „Zeit“. Er erfüllt sich diesen Traum nicht mit der einen alles entscheidenden Hauptrolle, sondern durch eine stetig wachsende Präsenz.

Der Einstieg in das „Conjuring“-Universum ist nun der nächste Schritt. Die Reihe gehört zu den bekanntesten Marken des modernen Horrorkinos, „First Communion“ erzählt als Prequel von den frühen Jahren des Dämonologen-Paares Ed und Lorraine Warren. Dass Schweighöfers Rolle noch unter Verschluss gehalten wird, erhöht vorerst nur die Spannung.

(des/dr/spot)

Bild: Matthias Schweighöfer ist längst in internationalen Produktionen etabliert. / Quelle: IMAGO/Future Image

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