Prinz Pi (46) hört auf. Der Berliner Rapper hatte seine Abschiedstour für den Herbst 2026 bereits angekündigt, jetzt erklärte er, überhaupt keine Musik mehr veröffentlichen zu wollen. Am liebsten würde er „noch zehn weitere Touren und zehn weitere Alben machen, aber das läuft leider nicht“, schilderte er in einem Video auf seinem Instagram-Kanal.
Verantwortlich macht er die Bedingungen der Branche im Streaming-Zeitalter, in dem sich nicht mehr mit dem Verkauf von Alben und Singles direkt Geld verdienen ließe. Die Musikwelt habe sich „extrem gewandelt“, so Prinz Pi. Mit seinen Songs passe er zudem nicht mehr „zum Zeitgeist“ und könne sich auch nicht anpassen.
„Ich war die letzten Jahre sehr, sehr traurig“
Das Ende seiner jahrzehntelangen Karriere falle ihm nicht leicht, betonte der Musiker weiter: „Ich war die letzten Jahre sehr, sehr traurig, weil es natürlich für keinen Musiker schön ist, seine Karriere beenden zu müssen.“ Über seine Zweifel habe er bewusst geschwiegen, statt sie öffentlich zu thematisieren. „Ich habe meine Traurigkeit lange Zeit in meiner Musik ausgedrückt und jetzt bin ich hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, erklärte Friedrich Kautz, wie der Rapper mit bürgerlichem Namen heißt, und bedankte sich bei Kollegen, Mitarbeitern und vor allem seinen Fans für die jahrelange Wertschätzung.
Er freue sich sehr auf seine kommende Tour, bei der er durch seine „gesamte Diskografie“ reisen wolle. Im August 2025 hatte Kautz erklärt, dass seine um ein Jahr auf diesen Herbst verschobene Deutschlandtournee seine letzten Live-Auftritte sein werden. „Das bedeutet natürlich nicht, dass ich gar keine Musik mehr mache. Das bedeutet nur, dass das die letzte, vielleicht schönste Tour wird“, betonte er damals noch auf Instagram.
Von Prinz Porno zur Chartspitze
Friedrich Kautz wurde 1979 in West-Berlin geboren und machte sich Ende der 90er unter dem Namen Prinz Porno in der Rap- und Graffiti-Szene der Stadt einen Namen. Von 2002 bis 2004 stand er beim berühmten Untergrund-Label Royal Bunker unter Vertrag. 2005 wurde aus Prinz Porno Prinz Pi, seine Texte drehten sich fortan stärker um gesellschaftliche Themen.
Ein Jahr später landete er mit „!DonnerwetteR!“ erstmals in den deutschen Albumcharts. Der große Durchbruch unter seinem eigenen Label Keine Liebe Records gelang Prinz Pi 2013 mit „Kompass ohne Norden“, das die Chartspitze und Gold brachte. Insgesamt veröffentlichte er 19 Studioalben, von denen acht in den Top Ten landeten. Sein im vergangenen Jahr veröffentlichtes Album „West Berlin“ erreichte Platz elf und dürfte sein letztes bleiben.
Sein neues Leben in der Werkstatt
Dass Musik für Prinz Pi längst nicht mehr das Zentrum war, hatte sich abgezeichnet. Er betätigt sich seit längerem als Heimwerker, renovierte sein Haus komplett in Eigenregie und baut Möbel selbst. Seine Projekte zeigt Kautz in den sozialen Netzwerken. Sein Interesse habe sich verlagert, seit er mit Frau und drei Kindern im brandenburgischen Kleinmachnow lebt, erklärte er dem „Tagesspiegel“ vor einem Jahr. Musik sei dort nicht mehr sein Schwerpunkt. „Ich will den Leuten zeigen: Jeder kann das machen. Vor allem will ich, dass meine Tochter nicht in dem Glauben aufwächst, dass Handwerkern nur was für Männer ist“, schilderte er seinen Antrieb. Live-Shows machten ihm zwar großen Spaß, rechneten sich finanziell aber nicht.
(eyn/spot)
Bild: Prinz Pi veröffentlichte insgesamt 19 Studioalben. / Quelle: ddp/Geisler/Nicole Kubelka




