Plas Johnson (1931-2026), dessen Tenorsaxofon dem Titelthema von „Der rosarote Panther“ (1963) seinen unverwechselbaren Klang verlieh, ist tot. Der Hollywood-Studiomusiker starb vergangene Woche im Alter von 94 Jahren in seinem Haus in Los Angeles, wie die „New York Times“ unter Berufung auf seine Kinder Eric Johnson und Stephanie Oliver meldet. Noch rund einen Monat vor seinem Tod soll er in seiner Seniorenresidenz aufgetreten sein. Seinen 95. Geburtstag hätte er am 21. Juli gefeiert.
Komponiert hatte die „Pink Panther“-Musik Henry Mancini für die Slapstick-Krimikomödie von Regisseur Blake Edwards, in der Peter Sellers den tollpatschigen Inspektor Jacques Clouseau gab. Mancini und Johnson kannten sich bereits von der Arbeit an der Titelmelodie zu „Peter Gunn“. Als Mancini die Musik für „Pink Panther“ schrieb, hatte er Johnson von Anfang an im Ohr. In seinem 1989 erschienenen Buch erinnerte sich der Komponist laut „New York Times“ daran, dass er seine Musiker fast immer im Voraus auswähle und um sie herum komponiere. Johnson habe genau den Sound und den Stil gehabt, den er gesucht habe. Als Single veröffentlicht, landete das „Pink Panther“-Thema in den Charts und brachte drei Grammys ein, unter anderem für das beste Instrumentalarrangement.
Von Louisiana nach Hollywood
Geboren wurde Plas John Johnson Jr. am 21. Juli 1931 in Donaldsonville im US-Bundesstaat Louisiana. Er wuchs in einer Musikerfamilie auf: Die Mutter sang und spielte Klavier, der Vater Altsaxofon. Mit zwölf bekam er von seinem Vater ein Sopransaxofon in die Hand und erste Griffe beigebracht.
Bald wechselte er zu größeren Instrumenten und lernte später auch Klarinette und Flöte. Als Jugendlicher spielte er in New Orleans Blues, Dixieland und Jazz und eignete sich den rasanten Bebop an. 1951 ging er mit dem R&B-Sänger Charles Brown auf Tour, ehe ihn die Armee einzog. Mitte der 1950er-Jahre ließ er sich in Los Angeles nieder.
Der Musiker hinter unzähligen Hits
Johnson wurde zu einer festen Größe der sogenannten Wrecking Crew, jener Gruppe von Studiomusikern, die sich jedem Stil anpassen konnten. Er spielte auf Titelmelodien von Formaten wie „The Odd Couple“ und begleitete Größen wie Barbra Streisand, Frank Sinatra, Ella Fitzgerald und Marvin Gaye. Von ihm stammt das Pikkolo-Solo im Bobby-Day-Hit „Rockin‘ Robin“, er war auf dem Beach-Boys-Klassiker „Pet Sounds“ zu hören, und 2006 nahm er das Panther-Thema für die Neuverfilmung mit Steve Martin noch einmal neu auf.
15 Jahre lang gehörte er zur Band des Talkshow-Moderators Merv Griffin. 2008 war er in der Dokumentation „The Wrecking Crew“ über die berühmten Studiomusiker von Los Angeles zu sehen. In seinen späteren Jahren widmete er sich vor allem dem Jazz. Neben seinen zahllosen Studioterminen veröffentlichte er mehr als ein Dutzend Alben unter eigenem Namen. Johnson hinterlässt seine Ehefrau Carol, mit der er 60 Jahre verheiratet war, mehrere Kinder, acht Enkel und zwölf Urenkel.
(jom/spot)
Bild: Plas Johnson hat mit namhaften Musikern zusammengearbeitet. / Quelle: Imago images/mptv



