„Lethal Weapon“-Star Danny Glover hat Alzheimer

„Lethal Weapon“-Star Danny Glover hat Alzheimer

Danny Glover (79) hat Alzheimer. Der US-Schauspieler, weltbekannt als Roger Murtaugh aus der „Lethal Weapon“-Reihe, hat seine Erkrankung erstmals öffentlich gemacht. In einem Interview für die „Today“-Show sprach der 79-Jährige gemeinsam mit seiner Familie über sein Leben mit der neurodegenerativen Krankheit. Dem US-Magazin „People“ gab Glover zudem ein ausführliches Interview.

Gegenüber „Today“-Reporter Lester Holt sprach Glover von einer Diagnose „vor einigen Jahren“, laut „People“ wurde die Alzheimer-Erkrankung 2023 festgestellt. Seither hätten sich seine Bewegungen, seine Sprache und sein Erinnerungsvermögen verlangsamt, berichtet der Sender. Dennoch bleibe Glover aktiv, besuche Veranstaltungen und engagiere sich in seiner Heimatstadt San Francisco.

„Das Leben geht weiter“

Wie es sich anfühlt, mit der Krankheit zu leben, beschrieb Glover im „People“-Gespräch in Momentaufnahmen. Es gebe Augenblicke, die ihm bestätigten, dass er sich an vieles erinnern könne – und solche, die er nie vergessen werde. Zugleich räumte er ein, die Diagnose in Teilen noch nicht angenommen zu haben. Sein Leben empfinde er nicht als beendet; es gebe noch Dinge zu tun. Mit Blick auf seine Tochter und seine Freunde wolle er vor allem sagen: Das Leben gehe weiter.

Im Gespräch mit der NBC-Sendung zeigte sich Glover überzeugt, den nötigen Rückhalt zu haben. Mit einer starken Familie im Rücken fühle er sich gewappnet, der unheilbaren Hirnerkrankung zu begegnen. Seine Angehörigen stünden hinter ihm.

Warum er jetzt an die Öffentlichkeit geht

Den Anstoß, offen über die Krankheit zu sprechen, gab die Familie. Seine Tochter Mandisa (50), sein einziges Kind aus der Ehe mit Asake Bomani, hält es für wichtig, dass ihr Vater die Deutungshoheit über seine eigene Lebensgeschichte behält. Der richtige Zeitpunkt dafür sei jetzt, sagte sie Holt. Sie wolle nicht unehrlich sein und behaupten, alles sei in bester Ordnung, wenn Menschen nachfragten.

Erste Veränderungen bemerkte Mandisa nach eigener Schilderung bereits 2022. Ihr Vater, der sich sonst noch an kleinste Details aus Jahrzehnten erinnert habe, habe plötzlich Lücken in vertrauten Geschichten gehabt, erzählte sie „People“. Heute stützt ein Netz aus Familie und Pflegekräften den Schauspieler.

Rückhalt bekommt Glover damit auch von jenen, denen er selbst über Jahre geholfen hat. Sein Bruder Marty (67), der bei ihm lebt, erzählte „People“, der Schauspieler habe ihn einst aus einer schweren Phase mit Gefängnisaufenthalten und Drogen herausgeholt – seitdem seien die beiden unzertrennlich. Das Fortschreiten der Krankheit mitzuerleben, sei hart, gestand er; das wünsche man niemandem. Gemeinsam mit den behandelnden Ärzten wolle die Familie weiter Behandlungsmöglichkeiten prüfen.

Auch im NBC-Interview fand er versöhnliche Worte: Sein Bruder habe ihn früher unter seine Fittiche genommen, nun sei er an der Reihe zu helfen. Sie sprächen über die gemeinsamen Eltern und die Familie – am Ende gehe es um genau das.

Kampf gegen das Stigma

Mit seinem Schritt in die Öffentlichkeit will Glover nach Angaben von NBC dazu beitragen, das Stigma rund um Alzheimer abzubauen. Der Sender ordnet den Fall in Zahlen der Alzheimer’s Association ein: Mehr als sieben Millionen Amerikaner über 65 Jahren leben demnach mit der Krankheit.

Die Organisation, die inzwischen mit Glover zusammenarbeite, verweise zudem auf die Bedeutung früher Erkennung – ein kognitiver Abbau könne bis zu 15 Jahre vor einer Demenzdiagnose einsetzen. Als schützende Faktoren nennt sie laut NBC körperliche Aktivität, die Kontrolle von Blutdruck und Diabetes, guten Schlaf und soziale Kontakte.

Vom Aktivisten zum Hollywood-Star

Danny Glover studierte an der San Francisco State University und war bereits in seiner Jugend politisch aktiv. Seine Schauspielkarriere begann erst später. Mit rund 30 Jahren, während er in der Gemeindearbeit tätig war, nahm er Schauspielunterricht, wie „People“ schildert. Weltbekannt wurde er 1987 an der Seite von Mel Gibson in „Lethal Weapon“. Es folgten Filme wie „Angels in the Outfield“ (1994), „Beloved“ (1998) und „The Last Black Man in San Francisco“ (2019). Über 170 Rollen in Film und Fernsehen kamen in fast vier Jahrzehnten zusammen.

(jom/spot)

Bild: Danny Glover will gegen das Stigma rund um Alzheimer kämpfen. / Quelle: Imago images/MediaPunch / Diego Corredor

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