Paul Mpagi Sepuya. Im Blick des Begehrens: 1.7. bis 4.10.2026

Hannover, 30.06.2026 (lifePR) – Mit „Paul Mpagi Sepuya. Im Blick des Begehrens“ präsentiert das Sprengel Museum Hannover vom 1. Juli bis 4. Oktober 2026 die erste größere museale Einzelausstellung des US-amerikanischen Fotografen Paul Mpagi Sepuya (*1982, San Bernardino, Kalifornien) in Deutschland. Die Ausstellung gewährt einen umfassenden Einblick in ein Werk, das das fotografische Porträt grundlegend befragt und erweitert. Mit mehr als 90 Werken aus rund zwei Jahrzehnten bietet die Ausstellung einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von Sepuyas künstlerischer Praxis.

Paul Mpagi Sepuya gehört zu den prägenden Positionen der zeitgenössischen Fotografie. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Porträt, Inszenierung und Reflexion des fotografischen Mediums. Aus einer Schwarzen und queeren Perspektive heraus hinterfragt er die Bedingungen fotografischer Sichtbarkeit und die Beziehung zwischen Fotografierenden, Porträtierten und Betrachtenden.

Sepuyas Fotografien entstehen in enger Zusammenarbeit mit Freund*innen, Künstler*innen und Weggefährt*innen. Spiegel, Stoffe, Bildfragmente und Elemente des Ateliers macht er zu zentralen bildnerischen Mitteln. Seine oft im Studio verorteten Szenen zeigen keine abgeschlossenen Bildräume, sondern Situationen der Überlagerung: Körper, Blicke und Kamera treten in Beziehung, werden gespiegelt, fragmentiert und neu zusammengesetzt. Dabei wird der fotografische Akt selbst sichtbar und Teil der Bildstruktur.

Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage, wie fotografische Bilder entstehen und welche Beziehungen sie herstellen. Sepuya löst das klassische Porträt aus seiner vermeintlich eindeutigen Bildlogik und öffnet es für Prozesse von Intimität, Reflexion und Vieldeutigkeit. Identität erscheint dabei nicht als feste Größe, sondern als etwas Prozesshaftes und Relationales. Kurator Stefan Gronert führt dazu aus:

„In Sepuyas Arbeiten entsteht das Bild nicht aus einem einzelnen Blick oder einer festen Perspektive, sondern aus Beziehungen: zwischen Körpern, Kamera, Raum, Spiegeln und letztlich den Betrachtenden. Diese Verbindungen sind es, die das Bild überhaupt erst hervorbringen.“

Die gemeinsam mit dem Fotomuseum Winterthur entwickelte Ausstellung versammelt frühe und aktuelle Werkgruppen sowie Materialien aus dem persönlichen Archiv des Künstlers. Anstelle einer chronologischen Ordnung entfaltet sich die Präsentation entlang zentraler Orte seiner fotografischen Praxis: dem Studio als Raum gemeinsamer Bildproduktion, dem Dark Room als ambivalenter Erfahrungsraum zwischen fotografischer Dunkelkammer und Orten intimer Begegnung sowie dem Archiv als Speicher sozialer Beziehungen und visueller Erinnerung.

Im Mittelpunkt steht Sepuyas Interesse, Fotografie nicht als Abbild, sondern als beziehungsreichen Prozess zu begreifen. Der Künstler beschreibt dieses Anliegen als Versuch,
„über die Strukturen von Fotografie, Porträtkunst und queerer Sozialität auf neue Weise nachzudenken“ sowie „Schwarzsein und Dunkelheit als einen Ort zu verstehen, von dem und in den man blickt“.

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