100 Jahre später: Art-déco-Revival feiert den Glamour

100 Jahre später: Art-déco-Revival feiert den Glamour

Fransen, Pailletten, geometrische Formen: Im Herbst 2026 rückt Art déco in den Fokus. Der Stil erlebt rund 100 Jahre nach seiner Blütezeit ein Revival – allerdings nicht als Kopie der 1920er-Jahre. Stattdessen übersetzt die Mode den damaligen Glamour in eine zeitgemäße, reduzierte Form.

Was macht die Stilrichtung aus?

Seinen Ursprung hat Art déco in Frankreich. Namensgebend war die Pariser Ausstellung „Exposition internationale des Arts décoratifs et industriels modernes“ von 1925, auf der die neue Ästhetik präsentiert wurde. Geometrische Formen, Symmetrie, luxuriöse Materialien und dekorative Details waren nicht nur Bestandteil von Architektur und Inneneinrichtung, sondern auch von Mode und Schmuck.

Das zeigt sich bis heute an der Farbpalette. Damals wie heute gehören Metallic-Nuancen und Edelsteinfarben wie Smaragdgrün, Saphirblau oder Rubinrot zu den angesagten Tönen. Elie Saab etwa interpretiert den Stil mit einem trägerlosen Kleid in Silber, das unten in ein schimmerndes Weinrot übergeht. Am Rock zeigt sich der Fransentrend: Dünne Metallicfäden sind so angeordnet, dass ein Vorhang-Effekt entsteht. Funkelnde Applikationen am Bustier bringen die Opulenz auf den Punkt.

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Was hat sich verändert?

Doch nicht alles ist wie damals: Die Silhouette hat sich verändert. In den 1920er-Jahren war vor allem der geradlinige Schnitt und damit das sogenannte Column Dress weit verbreitet, das oft mit flachen Schuhen getragen wurde. Kurze Haare und Glockenhüte gehörten ebenfalls zum Erscheinungsbild. Es war angesagt, sich androgyn zu kleiden.

2026 sind die Silhouetten deutlich körperbetonter. Kantige, rechteckige Schnitte sind seltener zu sehen. Ganz verschwunden sind die Formen des Art-déco-Stils allerdings nicht. Besonders das Drop Waist Dress, ein Kleid mit tief angesetzter Taille, ist wieder Trend – ob aus Samt, Seide oder Brokat.

Wie trägt man Art-déco-Teile heute?

Neu ist vor allem das Styling, das deutlich reduzierter ausfällt. Das bedeutet nicht, dass an Stickereien, Perlen oder Glitzer gespart wird. Die damaligen Modetrends werden lediglich sparsamer dosiert. Ziel ist es, dass der Look nicht wie ein historisches Kostüm, sondern wie eine moderne Version des 1920er-Glamours wirkt.

Umgesetzt heißt das: Zu einem Kleid mit Fransenrock trägt man schlichte Heels und eine kleine Tasche. Opulente Perlenohrringe entfallen oder werden in einem anderen Look mit einer einfarbigen Robe kombiniert. Das kann ein Bias-Cut-Kleid sein – ein Kleid, bei dem der Stoff im 45-Grad-Winkel zum Fadenverlauf zugeschnitten wird. So fällt es fließend am Körper entlang und betont dennoch die Kurven.

(paf/spot)

Bild: Bei den Fashion Weeks wurde das Art-déco-Comeback sichtbar. / Quelle: imago/Xinhua / Wu Huiwo

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