Tschechien hat eine seiner großen Filmlegenden verloren: Am Freitag ist die Schauspielerin Jana Brejchová nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren gestorben. Ihre Tochter, die Schauspielerin Tereza Brodská (57), bestätigte den Tod „nach langer Krankheit“ gegenüber der tschechischen Tageszeitung „MF Dnes“.
Brejchová, die wegen ihrer Ähnlichkeit zur französischen Filmikone häufig als „tschechische Brigitte Bardot“ bezeichnet wurde, gehörte über Jahrzehnte hinweg zur absoluten Spitze des tschechoslowakischen und tschechischen Kinos. Im Laufe ihrer Karriere wirkte sie in mehr als 110 Film- und Fernsehproduktionen mit, ehe sie 2009 ihre Laufbahn beendete.
Von der Kinderdarstellerin zur Kino-Ikone
Am 20. Januar 1940 kam Jana Brejchová in Prag zur Welt. Bereits mit 13 Jahren stand sie zum ersten Mal vor der Kamera. Ihren künstlerischen Durchbruch feierte sie wenig später mit dem Spielfilm „Das höhere Prinzip“ (1960), in dem sie eine junge Schülerin während der NS-Besatzung verkörperte. Für diese Leistung wurde sie mit zwei „Silbernen Segeln“ beim renommierten Filmfestival von Locarno ausgezeichnet.
Auch jenseits der tschechischen Grenzen machte sich Brejchová einen Namen. In Deutschland war sie unter anderem durch den antifaschistischen Film „Das Haus in der Karpfengasse“ aus dem Jahr 1965 bekannt, für den sie den Deutschen Filmpreis erhielt. Weitere deutsche Produktionen wie „Schloss Gripsholm“ und „Der Traum des Hauptmann Loy“ brachten ihr sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik Bekanntheit ein. Für ihr künstlerisches Schaffen wurde Brejchová zudem etwa mit der tschechischen Verdienstmedaille geehrt.
Oscar-Regisseur als Ehemann
Einem breiten Publikum blieb sie als Königin in der beliebten Fantasy-Kinderserie „Die Märchenbraut“ in Erinnerung, die auch unter dem Titel „Die schöne Arabella und der Zauberer“ lief. Gemeinsam mit ihrer Tochter Tereza war Brejchová darüber hinaus in einem Psychodrama über eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung zu sehen.
Privat war die Schauspielerin insgesamt viermal verheiratet. Ihre erste Ehe führte sie von 1958 bis 1962 mit Miloš Forman (1932-2018), der später in Hollywood als Oscar-prämierter Regisseur Weltruhm erlangte. Danach heiratete sie Schauspieler und Regisseur Ulrich Thein sowie den Schauspieler Vlastimil Brodský, mit dem sie Tereza bekam, und den Schauspieler Jiří Zahajský. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2007 zog sich die an Parkinson erkrankte Brejchová weitgehend zurück.
Auch die politische Spitze Tschechiens reagierte auf den Tod der Künstlerin. Ministerpräsident Andrej Babiš (71) schrieb auf der Plattform X: „Sie war eine ausgezeichnete Schauspielerin, eine Ikone des tschechoslowakischen Films und eine starke Persönlichkeit, die mit ihrem Talent und ihrem Charme ganze Generationen von Zuschauern angesprochen hat.“
(eyn/spot)
Bild: Jana Brejchová war in Tschechien eine absoluter Filmstar. / Quelle: Actionpress/COLLECTION CHRISTOPHEL/DEFA-Studio fur Spielfilme



