Philipp Raimund (25) hat es geschafft. Am vergangenen Montagabend siegte der Skispringer auf der Normalschanze und holte sich Olympia-Gold in Predazzo. Die Freude war riesig und der Sieg des sympathischen Sportlers für viele doch überraschend, denn Raimund hatte zuvor noch keinen einzigen Einzel-Weltcup-Sieg mit nach Hause genommen.
Höhenangst unter Kontrolle
Raimund wurde 2000 in Göppingen geboren. Im Alter von fünf Jahren entdeckte er seine Begeisterung für das Skispringen. Die Familie zog ins Allgäu, wo ihn sein Vater Christian, Cheftrainer der Schweizer Skispringerinnen, als Coach unterstützte und Raimund seitdem für den SC Oberstdorf antritt. Seine internationale Karriere begann 2016, zum ersten Mal im Weltcup sprang Raimund 2019. Sein Erfolg im Skispringen ist erstaunlich, denn Raimund hat eigentlich Höhenangst.
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In einem Beitrag auf seinem „hilleraimund“-Account mit rund 41.800 Followern bei Instagram verriet er im vergangenen März: „Normalerweise habe ich das unter Kontrolle und beim Skispringen ist das auch kein Problem, aber manchmal habe ich das Problem (vor allem beim Skifliegen), dass mein Körper reagiert, ohne dass ich ihn kontrollieren kann.“ Er verliere die Kontrolle und beobachte sich „etwa 1 ½ Sekunden lang nur selbst, während ich mich in der Klaue befinde, die mich festhält“. Er habe dies jedoch bei 95 Prozent seiner Sprünge unter Kontrolle.
Sein Spitzname und die Familie
Wie sein Instagram-Account-Namen verrät, hat Raimund einen Spitznamen: Hille stammt von seiner Schwester Sina. „Die konnte meinen Namen nicht richtig aussprechen als sie klein war“, erklärte er laut „Bild“. Der Spitzname hat sich soweit etabliert, das viele ihn gar nicht unter seinem richtigen Namen kennen. Zu seiner sportlichen Familie, seine Mutter war Turnerin, gehören auch seine Brüder Joel und Fabian. Letzterer war einst selbst Springer und hatte Hille zum Start der Skisprung-Karriere motiviert.
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Mit einem Teil der Familie war dieser dann auch beim Olympiasieg seines Bruders vor Ort. „Es ist absolut unglaublich“, sagte er im ARD-Interview. „Ich kann es nicht beschreiben. Ich habe es selbst immer gehofft, dass ich vielleicht mal derjenige bin, der die Goldmedaille gewinnt, jetzt ist er es. Das macht mich so unfassbar stolz.“ Ein weiteres Familienmitglied von Raimund ist ebenso sportlich erfolgreich: Sein Cousin Luca Raimund ist Fußballer bei Fortuna Düsseldorf.
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Zu seinem Beziehungsstatus gab Raimund nach seinem Olympiasieg im ARD-Interview offenbar einen Hinweis. Das Date mit der Medaille bei der Siegerehrung nehme er gerne, „dafür gehe ich gerne fremd“, sagte er mit einem Lachen. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit Videospielen, wie er 2024 im „Sportschau“-Podcast verriet. Es sei für ihn eine Möglichkeit, vom Skispringen abzuschalten.
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Schon an diesem Dienstag wird es für Raimund wieder sportlich, dann steht der nächste Olympia-Wettkampf an: Im Mixed-Team tritt er im Kampf um die nächste Medaille gemeinsam mit Felix Hoffmann, Selina Freitag und Agnes Reisch an (ZDF, 18:45 Uhr).
(jom/spot)
Bild: Philipp Raimund ist seit Montag Olympiasieger. / Quelle: ddp/Maxim Thore / BILDBYRÅN / kod MT / MT0968

