Rita Süssmuth (1937-2026) ist gestorben. Die einstige Präsidentin des Deutschen Bundestages sowie Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit wurde 88 Jahre alt. Bereits kurz nach Bekanntwerden des Todes der CDU-Politikerin meldeten sich unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (70) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70).
Rita Süssmuth war „Leitstern“ und „Vorkämpferin“
„Wir trauern um Rita Süssmuth, eine große Politikerin und ein Leitstern für unser demokratisches Gemeinwesen“, heißt es in einer Mitteilung Merz‘. Sie habe sich „lebenslang für Deutschland engagiert“ und sei „Vorbild und auch Vorkämpferin, nicht zuletzt für die Gleichberechtigung und die politische Wirkkraft von Frauen“, gewesen. „Für eine moderne und offene Gesellschaft hat sie beispielhaft gekämpft und Maßstäbe für Toleranz und Weltoffenheit gesetzt.“ Laut Merz habe Deutschland Süssmuth viel zu verdanken.
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„Mit Rita Süssmuth verliert unser Land eine großartige Frau und eine leidenschaftliche Kämpferin für die Demokratie“, ließ Steinmeier mitteilen. Sie sei „Vordenkerin, Vorkämpferin und Vorbild, insbesondere auch für viele Frauen“, gewesen. „Rita Süssmuth hat sehr viel bewegt – für unser Land und für die Menschen in diesem Land. Ihre Wärme, ihr Humor und ihre tiefe Menschlichkeit bleiben unvergessen. Ihr Einsatz für Gleichberechtigung bleibt gerade heute ein Vorbild.“
„Uns erreicht heute eine Nachricht, die mich sehr traurig macht“
Zahlreiche weitere Politikerinnen und Politiker würdigten Süssmuth. Britta Haßelmann (64) von den Grünen erklärte etwa bei Instagram: „Uns erreicht heute eine Nachricht, die mich sehr traurig macht. […] Ich bin dankbar, Rita Süssmuth gekannt zu haben. Sie war eine so aufrechte Demokratin und Parlamentarierin mit großer Leidenschaft. Zeit ihres Lebens hat sie sich stark gemacht für die Rechte von Frauen, für Gleichberechtigung und Parität.“
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Manuela Schwesig (51, SPD) schrieb auf X: „Ich bin sehr betroffen vom Tod von Rita Süssmuth. Sie war eine unermüdliche Kämpferin für die Rechte von Frauen: mutig, klug und ihrer Zeit oft voraus. Viele Fortschritte, die heute selbstverständlich erscheinen, tragen ihre Handschrift.“ Katrin Göring-Eckardt (59, Grüne) bezeichnete die Verstorbene als „mutige wunderbare Person, Frau, Politikerin. Ich hab viel von ihr gelernt, konnte mit ihr lachen und manchmal auch kämpfen. Ich bin sehr dankbar, sie gekannt zu haben. Und übrigens auch, dass sie eine ehrenhafte, meinungsstarke Präsidentin des Bundestages war, in Berlin, mit Klugheit, Herz und Seele, mit dem Wissen um den unendlichen Wert der Demokratie und auch der Demut für das Geschenk unserer Freiheit.“
Zuvor hatte am heutigen 1. Februar die amtierende Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53) den Tod Süssmuths bestätigt. „Die ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesministerin Rita Süssmuth ist heute von uns gegangen“, teilte sie am Sonntagnachmittag zu einem gemeinsamen Foto der beiden auf der Social-Media-Plattform X mit. Der Tod der Politikerin bewege sie zutiefst. Süssmuth sei „eine leidenschaftliche Vordenkerin in der Frauen- und Familienpolitik“ gewesen und habe die Gleichberechtigung vorangetrieben.
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Süssmuth war zwischen November 1988 und Oktober 1998 Bundestagspräsidentin. Zuvor war sie ab 1985 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit unter Helmut Kohl (1930-2017). Im Sommer 2024 hatte Süssmuth eine Brustkrebserkrankung öffentlich gemacht. Es gehe ihr nicht gut, sagte sie damals der „Bild“-Zeitung. Trotzdem arbeitete Süssmuth weiter. „Ich möchte dazu beitragen, dass es unserer Gesellschaft besser geht. Dafür gebe ich alles“, erklärte sie.
(wue/spot)
Bild: Rita Süssmuth ist verstorben. / Quelle: ddp/Stoccy



