Jens Spahn ungewohnt privat: Das bereut der Fraktionschef

Jens Spahn ungewohnt privat: Das bereut der Fraktionschef

Vier Stunden kann ein Spaziergang mit Jens Spahn schon mal dauern. Gemeinsam mit seinem Ehemann Daniel Funke streift der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende dann durch Berlin – so findet der 45-Jährige Entspannung vom politischen Alltag, wie er „Bunte“ verraten hat. Abends schaut er gern alte Serien wie „Matlock“ oder „Derrick“. „Diese alten Serien entschleunigen mich“, sagt er auch in dem Interview. „Außerdem komme ich jetzt in ein Alter, in dem ich einfach mal gern zu Hause bin.“

Zu Hause, das ist Berlin-Dahlem, wo er mit Funke lebt, einem ehemaligen Journalisten und heutigen PR-Berater. Doch im Gespräch mit „Bunte“ blickt Spahn auch zurück – und gibt zu, dass er manches anders machen würde. Es gibt sicher „ein paar Entscheidungen“, die er bereut, sagt er. Die meisten wolle er nicht ausbreiten. Eine verpasste Chance spricht er dann aber doch an: „Als junger Mann hätte ich gern ein Jahr oder zwei im Ausland gelebt. Es hat sich leider nicht ergeben.“

Trotz aller Reue über die verpasste Auslandszeit findet der Politiker versöhnliche Worte für seine Heimat: „Trotz aller aktuellen Probleme finde ich Deutschland ziemlich gut. Bei genauem Hinschauen ist es zum Leben eines der besten Länder der Welt.“

Kanada statt USA

Sein Wunschziel? „Früher wären das sicher die USA gewesen, heute vielleicht eher Kanada.“ Doch sein Mann würde wegen des Wetters wohl Einspruch erheben. Kinder hat das Paar nicht. „Das hat sich nicht ergeben – diese oft genutzte Erklärung funktioniert bei einem schwulen Paar nicht so richtig“, räumt Spahn ein. „Es gibt für ein Paar wie uns keinen einfachen Weg, Kinder zu bekommen.“ Beide seien jedoch mit viel Freude Patenonkel. „Kinder geben dem Leben, dem, was wir tun, einen Sinn.“

Seine eigene Kindheit beschreibt Spahn als Idylle: „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf, sagt der Volksmund. Bei mir war es wirklich so.“ Seine Mutter war zu Hause, Tanten, Onkel und Cousins wohnten im selben Dorf. „Man konnte jederzeit zu allen hingehen und überall gab es ein Stück Kuchen. Die Türen waren immer offen.“

Spahn versteht sich als „Kulturchrist“

Geprägt hat ihn auch der katholische Glaube – zumindest teilweise. In seinem Büro hängt ein Kreuz, das noch von Wolfgang Schäuble stammt. „Ich verstehe mich eher als Kulturchrist“, erklärt Spahn. „Wenn ich an einer Kirche vorbeikomme, gehe ich oft hinein und zünde eine Kerze an.“ Dabei ist er katholisch aufgewachsen: Bei seinen Eltern zu Hause wurde vor dem Essen gebetet. „Das hat mein Vater bis zu seinem Tod so gehalten.“

Ein teures Hobby habe er nicht, shoppen gehe er auch nicht gern. Nur einen Traum hat sich Spahn vor einigen Monaten erfüllt: einen Mercedes SEL in Dunkelblau, Baujahr 1987. „Den habe ich in einer Anzeige entdeckt und bin sofort hingefahren“, erzählt er. „Der Wagen war bestens gepflegt und der Erst-Eigentümer der Kardinal von Mailand. Schönes Detail, oder?“

(mia/spot)

Bild: Jens Spahn und sein Mann Daniel Funke. / Quelle: ddp/Steffens

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