Fast sieben Jahrzehnte auf der Bühne, 55 Millionen verkaufte Tonträger und ein Bekanntheitsgrad nahe der 100-Prozent-Marke – doch auch Heino (87) blieb ein schwerer Schicksalsschlag nicht erspart. In der vierteiligen Dokumentation „Heino – Karamba, Karacho, Kult“ (ab 13. März bei RTL+, ab 31. März um 20:15 Uhr bei VOX) spricht der Schlagerstar, bürgerlich Heinz Georg Kramm, über den Tod seiner Tochter Petra.
Die schockierende Mitteilung erreichte ihn auf dem Mittelmeer. „Als wir ausliefen, bekam ich die Nachricht, dass meine Tochter sich das Leben genommen hat“, erinnert sich Heino in der Dokumentation. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt an Bord der Costa Victoria – und blieb trotz der erschütternden Nachricht auf dem Schiff. Fünf Tage nach Petras Tod stand er bereits wieder auf der Bühne.
Heino: „Mir blieb ja nichts anderes übrig“
Rückblickend erklärt Heino diesen Schritt mit einer Mischung aus Pflichtgefühl und der Überzeugung, im Sinne seiner Tochter zu handeln. „Ich habe das durchgezogen, mir blieb ja nichts anderes übrig“, sagt er in der Doku. „Ich glaube, meine Tochter hätte auch gewollt, dass ich singe.“
Heino zufolge habe sie „die gleiche psychische Krankheit wie ihre Mutter“ gehabt. In einem Gespräch mit der „Bild am Sonntag“ beschrieb er Petras Zustand einmal so: „Sie war in ihrer eigenen Welt gefangen und konnte nicht mehr am normalen Leben teilhaben.“ Für ihn selbst war der Verlust ein Trauma, das bis heute nachwirkt: „Das war das Schlimmste, was ich bis dato mitgemacht habe.“
Jahrelang wusste er nichts von ihr
Petras Geschichte beginnt mit einem langen Schweigen. Sie stammte aus einer kurzen Liaison mit einer früheren Jugendliebe. Dass er Vater geworden war, erfuhr Heino erst, als Petra bereits sieben Jahre alt war. „Einmal stand eine Frau mit einem blonden Kind vor mir nach einem Konzert und sagte: ‚Heino, das ist deine Tochter'“, erzählte er 2023 der „Rheinischen Post“. Die Vaterschaft wurde später gerichtlich bestätigt.
In der RTL-Doku blickt er auf diese Begegnung zurück: „Es war eine tolle Nacht mit weitreichenden finanziellen Folgen. Aber ich habe gern für meine Tochter bezahlt.“ Nach dem Tod von Petras Mutter im Jahr 1988 holte Heino die damals 17-Jährige zu sich und seiner Ehefrau Hannelore (1942-2023). Die beiden waren 44 Jahre miteinander verheiratet, gemeinsame Kinder hatten sie nicht. Aus seiner ersten Ehe mit Henriette Heppner hat Heino einen Sohn namens Uwe, der in den frühen 1960er-Jahren geboren wurde.
Fünf Jahre Dreharbeiten, über 100.000 Fotos
Für die Dokumentation, produziert von REC.n.ROLL media im Auftrag von VOX, begleitete das Kamerateam Heino über fünf Jahre hinweg – von New York über Paris und Mallorca bis nach Dresden und Bad Oeynhausen.
Neben Wegbegleitern wie Schauspieler Dieter Hallervorden, Linken-Politiker Gregor Gysi oder „Queen of Metal“ Doro Pesch kommen auch Heinos Schwester Hannelore Hofmann sowie sein langjähriger Manager Helmut Werner zu Wort. Als Grundlage diente ein Archiv von über 100.000 Fotos und Privatvideos.
(ili/spot)
Bild: Heino mit seiner Tochter Petra Bell (l.) und Ehefrau Hannelore. / Quelle: getty/Peter Bischoff / Getty Images

