Dennenlohe, 23.03.2026 (lifePR) –
Efeu im Fokus
Efeu gilt vielen als unscheinbare Begleitpflanze. Warum rückt er bei Ihnen so stark in den Mittelpunkt?
Baron Süsskind:Efeu ist eine der ökologisch wertvollsten Gartenpflanzen Europas. Er blüht sehr spät im Jahr und ist damit eine zentrale Nahrungsquelle für Insekten, wenn andere Pflanzen längst verblüht sind. Gleichzeitig ist er langlebig, robust und vielseitig einsetzbar – Eigenschaften, die ihn für zeitgemäße Gärten besonders relevant machen.
Baronin Süsskind:Hinzu kommt seine enorme gestalterische Vielfalt. Efeu ist keineswegs einheitlich, sondern eine Pflanzengattung mit hunderten Sorten, unterschiedlichen Blattstrukturen, Farben und Wuchsformen. Diese Vielfalt ist vielen nicht bewusst.
Im Schlosspark Dennenlohe befindet sich die größte Efeusammlung Deutschlands mit fast 500 Sorten. Wie ist diese Sammlung entstanden?
Baronin Süsskind:Ein wesentlicher Grundstock unserer Sammlung geht auf den bedeutenden Efeusammler Robert Krebs zurück, der die Deutsche Efeugesellschaft gegründet hat und ein leidenschaftlicher Sammler war. Schloss Dennenlohe hat seine Sammlung übernommen und bewahrt sie bis heute. Damit tragen wir ein wichtiges gartenkulturelles Erbe weiter in die nächsten Generationen.
Baron Süsskind:Robert Krebs hat über Jahrzehnte hinweg systematisch Efeusorten zusammengetragen und dokumentiert. Diese Sammlung ist von großem historischem und botanischem Wert. In Dennenlohe wurde sie nicht nur erhalten, sondern gezielt weiterentwickelt und wir sind mittlerweile Sitz der Deutschen Efeugesellchaft mit vielen Experten rund um den Efeu.
Was macht die Sammlung heute besonders?
Baron Süsskind:Sie umfasst fast 500 Sorten aus unterschiedlichen Ländern und Epochen – von historischen Formen bis zu modernen Züchtungen. Die Sammlung ist eine der umfassendsten ihrer Art und zeigt die gesamte Bandbreite der Gattung Hedera.
Baronin Süsskind:Wichtig ist uns, daß der Efeu nicht isoliert präsentiert wird. Er ist in die Gartenarchitektur des Schlossparks in Dennenlohe integriert – an Mauern, Bäumen und Wegen. So erleben Besucherinnen und Besucher Efeu in seinem natürlichen gestalterischen Kontext, aber auch sortenrein an einem langen Weg, der doppelseitig von Efeusorten an einem Holztunnel gesäumt ist.
Sie engagieren sich beide im Vorstand der Deutschen Efeugesellschaft. Welche Aufgaben verfolgt der Verein?
Baron Süsskind:Die Deutsche Efeugesellschaft widmet sich dem Erhalt, der Erforschung und der fachgerechten Verwendung von Efeu. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Sortenschutz, da viele historische Efeuformen heute kaum noch verbreitet sind.
Baronin Süsskind:Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Aufklärung. Efeu wird oft zu Unrecht als problematisch wahrgenommen. Sachliche Information hilft, Vorurteile abzubauen und den tatsächlichen Wert von Efeu sichtbar zu machen.
Welche Rolle spielt Efeu im Bayerischen Gartennetzwerk?
Baronin Süsskind:Das Bayerische Gartennetzwerk vereint zahlreiche private und öffentliche Gärten im Freistaat. In vielen dieser Anlagen ist Efeu ein prägendes Element – sei es als Bodendecker, Fassadenbegrünung oder historisches Gestaltungsmotiv. Das Netzwerk zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich Gartenkultur interpretiert werden kann. Efeu verbindet viele dieser Gärten auf leise, aber wirkungsvolle Weise und wird so in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen.
Beim deutschlandweiten „Rendezvous im Garten" am ersten Juni Wochenende öffnen viele Gärten ihre Tore. Worum geht es bei dieser Veranstaltung Baronin Süsskind – Sie sind ja Vize Präsidentin der DGGL und Sprecherin des Gartennetz Deutschlands
Baronin Süsskind:Das Rendezvous im Garten ist eine deutschlandweite Kooperationsveranstaltung des Deutschen Gartennetzs und der DGGL, die Teil der europäischen Initiative „Rendez-vous aux jardins“ ist.
Ziel ist es, Gartenkultur einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Jedes Jahr steht die Veranstaltung unter einem thematischen Schwerpunkt. Das Jahresthema für Rendezvous im Garten 2026 lautet „Das Sehen“ (Original: Le sens des sens / the sight / la vue). Die Veranstaltung findet vom 5. bis 7. Juni 2026 statt. Das Motto widmet sich der visuellen Wahrnehmung, der bewussten Betrachtung von Farben, Formen, Licht und Bewegung in Gärten und Parks als Ausdruck von Natur und Geschichte. Efeu passt hier hervorragend dazu, da er ökologische, gestalterische und historische Aspekte miteinander verbindet.
Wie wird Efeu im Rahmen des Rendezvous im Garten präsentiert?
Baronin Süsskind:Viele teilnehmende Gärten – auch im Bayerischen Gartennetzwerk – zeigen ihre Efeubestände. Besucherinnen und Besucher erleben Efeu an historischen Bauwerken, in Schattenbereichen oder als Teil nachhaltiger Pflanzkonzepte. und erfahren , warum er eine so wichtige Pflanze im Garten ist.
Baron Süsskind:Gerade der Vergleich zwischen verschiedenen Gärten macht deutlich, wie vielseitig Efeu eingesetzt werden kann – er passt eigentlich überall hin!
Was möchten Sie den Besucherinnen und Besuchern mit auf den Weg geben?
Baron Süsskind:Ein neues Bewusstsein für Pflanzen, die oft übersehen werden, aber eine zentrale Rolle für Biodiversität und Gartengestaltung spielen. Und die Erkenntnis, daß Gartenkultur auch Verantwortung für die Zukunft bedeutet – Efeu ist dafür ein sehr gutes Beispiel.
