Seit fünf Jahren ist Angela Merkel (72) nicht mehr Bundeskanzlerin. Wie ihr Alltag heute aussieht und was sie von der politischen Stimmung in Deutschland hält, erzählt die ehemalige Regierungschefin nun im Gespräch mit Johannes B. Kerner (61). In der neuen Folge der Talk-Reihe „Bestbesetzung“ spricht die Altkanzlerin auch über Fußball, das Älterwerden und ihre eigenen gesundheitlichen Erfahrungen.
„Zum Teil das Leben einer Rentnerin“
„Ich habe ein Büro und sage manche Verpflichtungen zu, bin viel auf Lesereisen“, beschreibt Merkel ihr Leben nach dem Rückzug aus der Politik laut einer Vorabmeldung. „Es ist jetzt nicht das ganz normale Leben einer Rentnerin, aber es ist zum Teil das Leben einer Rentnerin.“
Der größte Unterschied zu ihrer Zeit im Kanzleramt: „Ich kann weitestgehend selbst bestimmen, was ich mache und wann ich es mache.“ Wenn sie heute auf der Straße erkannt werde, reagierten die Menschen „fast immer freundlich, erstaunlicherweise“, erzählt sie. Ohne politisches Amt sei die Freundlichkeit sogar noch etwas größer.
Angela Merkel scrollt ab und zu durch Instagram
Ganz aus dem politischen Geschehen hat sich Merkel allerdings nicht verabschiedet. Sie verfolgt die Nachrichten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und informiert sich gelegentlich auch über soziale Medien. „Um mich insgesamt zu informieren, von Sport bis Politik, scrolle ich schon mal durch Instagram“, sagt sie.
Die aktuelle Stimmung in Deutschland beobachte sie „nicht ohne Optimismus“, zugleich bereite ihr das Erstarken extremer Kräfte Sorgen. Merkel plädiert dafür, politische Gegner nicht zu Feinden zu erklären. So habe sie den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (82) zwar scharf kritisiert, ihn aber nie als Feind betrachtet.
Altkanzlerin über Fußball und Gesundheit
Auch über Fußball spricht die ehemalige CDU-Vorsitzende mit Begeisterung. Die Arbeit von Bayern-Trainer Vincent Kompany (40) schätze sie „unglaublich“, insbesondere dessen klare Haltung gegen Diskriminierung. Dem Coach, der derzeit aus gesundheitlichen Gründen pausieren muss, wünscht sie eine schnelle Genesung – und ausreichend Zeit zur Erholung.
Dabei erinnert Merkel an ihre eigenen gesundheitlichen Probleme im Sommer 2019, als sie bei mehreren öffentlichen Terminen sichtbar zitterte. Rückblickend habe sich damals wohl auch innere Anspannung entladen, möglicherweise im Zusammenhang mit dem Tod ihrer Mutter und dem Wissen, dass sie ihre Amtszeit beenden werde. „Das war eben auch ein Signal des Körpers: Jetzt mach mal Stopp“, sagt sie.
Mit Blick auf Jürgen Klopp (59), der sich als neuer Fußball-Bundestrainer für einen positiven Patriotismus ausgesprochen hatte, findet Merkel dessen Wunsch, die deutsche Fahne zurückzuholen, „tendenziell gut“. Schwarz-Rot-Gold gehöre allen Menschen in Deutschland und dürfe nicht von einer Partei vereinnahmt werden.
Außerdem spricht sie sich dafür aus, dass nach 77 Jahren Bundesrepublik erstmals eine Frau Bundespräsidentin wird: „Da müssen sich doch alle fragen, ob es jetzt nicht mal an der Zeit wäre.“
Das Gespräch mit Johannes B. Kerner ist ab dem 30. Oktober um 18 Uhr als MagentaTV-Original „Bestbesetzung“ verfügbar – auch kostenlos und ohne Anmeldung auf der Website von MagentaTV sowie in der App. Die lineare Ausstrahlung bei Moments TV ist für 20:15 Uhr angekündigt.
(ncz/spot)
Bild: Altkanzlerin Angela Merkel hat im Interview mit Johannes B. Kerner über ihren Ruhestand gesprochen. / Quelle: Magenta TV






