Neil Young verklagt Trump-Komitee auf zehn Millionen Dollar

Neil Young verklagt Trump-Komitee auf zehn Millionen Dollar

Neil Young (80) zieht gegen das politische Lager von Donald Trump (80) vor Gericht. Der kanadisch-US-amerikanische Musiker hat ein Spendenkomitee des US-Präsidenten auf zehn Millionen Dollar verklagt. Anlass ist eine Kundgebung am 12. Oktober in Youngstown im Bundesstaat Ohio, bei der Trump eine Rede hielt und Youngs Song „Rockin‘ in the Free World“ gespielt wurde. Das berichtet das US-Magazin „Rolling Stone“, dem die fünfseitige Klageschrift vorliegt.

Eingereicht wurde die Klage am Montag vor einem Bundesgericht in Virginia, dem Sitz des Trump 47 Committee. Die Spendenorganisation hatte Trump gemeinsam mit dem Republican National Committee gegründet. Trump selbst ist nicht als Beklagter genannt.

Vergleich aus dem Jahr 2020 soll gebrochen worden sein

Young und Trump haben sich schon einmal juristisch um das Lied gestritten. 2020 endete die Auseinandersetzung laut der neuen Klage mit einem Vergleich, in dem sich Trumps Wahlkampforganisation verpflichtet haben soll, Youngs Musik nie ohne dessen Erlaubnis zu verwenden.

Trump sei sich „persönlich bewusst“ gewesen, dass für das Abspielen bei einer Veranstaltung eine Lizenz nötig sei, heißt es in der Klageschrift. Zudem habe er gewusst, dass Young diese Lizenz weder erteilt habe noch erteilen würde.

„Das Gegenteil von allem, wofür Trump steht“

Young und seine Anwälte Robert Besser und Scott Simmons liefern in der Klage gleich eine Deutung des Songs mit. „‚Rockin‘ in the Free World‘ ist eine glühende Hymne, die die hohlen Versprechen der amerikanischen politischen Rhetorik den harten Realitäten der Armen, Obdachlosen und Vergessenen gegenüberstellt“, schreiben sie.

Der Text zeichne drastische Bilder vom Leben auf der Straße, von einer Mutter, die ihr Baby wegwirft, bis zu Müllbergen im Schatten des Wohlstands. Das 1989 erschienene Lied sei „das Gegenteil von allem, wofür Donald J. Trump steht“, heißt es weiter.

Der Streit begann im Trump Tower

Die Auseinandersetzung zieht sich schon über mehr als ein Jahrzehnt. 2015 ließ Trump den Song laufen, als er im Trump Tower seine Präsidentschaftskandidatur verkündete. Trump sei nicht autorisiert gewesen, das Lied zu verwenden, stellte ein Sprecher des Musikers damals klar.

Als das Lied 2018 erneut bei Trump erklang, wehrte sich Young ein weiteres Mal. Auf seiner Website erinnerte er daran, Trump bereits in einem öffentlichen Brief zur Unterlassung aufgefordert zu haben. „Er hat sich jedoch entschieden, meiner Bitte nicht nachzukommen, so wie er sich entscheidet, nicht auf die vielen amerikanischen Stimmen zu hören, die ihn bitten, mit seinen ständigen Lügen aufzuhören“, schrieb der Musiker.

Young steht nicht allein

Mit seinem Protest ist der Rockstar nicht allein. Auch die White Stripes, Rihanna, Axl Rose, Pharrell Williams und Linkin Park haben sich öffentlich gegen die Nutzung ihrer Songs durch Trump gewehrt. Gleiches gilt für die Nachlassverwalter von Tom Petty und Sinéad O’Connor.

(ili/spot)

Bild: Rocklegende Neil Young vs. US-Präsident Donald Trump (r.) – landet ihr Streit erneut vor Gericht? / Quelle: [M] Chad Hipolito/The Canadian Press via ZUMA Press/ddp / imago/Avalon.red / Daniel Torok / Avalon

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