Im Juni 2026 feierte „Wake Up“ Weltpremiere auf dem Filmfest München. Dort wurde die Science-Fiction-Serie auch mit dem renommierten Bernd Burgemeister Fernsehpreis ausgezeichnet. Ab dem 23. Oktober steht sie nun im ZDF-Streamingportal zur Verfügung. Doch ihre Hauptdarstellerin Luna Jordan (2000-2026) kann dies alles nicht mehr miterleben.
Die Schauspielerin ist im Mai im Alter von nur 25 Jahren verstorben. In „Wake Up“ ist sie nun zum letzten Mal in einer Serienhauptrolle zu sehen. Die sechsteilige Miniserie wird nicht nur über weite Strecken von ihrem Schauspieltalent getragen, sondern ist thematisch auch eng mit dem Loslassen verbunden.
Darum geht es in „Wake Up“
Jordan spielt die Rolle der Emilia, deren Leben völlig aus den Fugen geriet, nachdem ihre Schwester beim Skifahren schwer verunglückt war. Seit zwei Jahren liegt Clara (Alicia von Rittberg, 32) im Koma und die Ärzte machen Emilia und ihrem Vater keine große Hoffnung, dass sie jemals wieder aufwachen wird. Doch Emilia ist davon überzeugt, dass Clara noch da ist.
Als Emilia aneiner Studie zur Behandlung von Angststörungen mittels der innovativen Technologie der sogenannten Nanobots teilnimmt, wird plötzlich das Bewusstsein der Wissenschaftlerin Hevi Abdel (Aybi Era, 36) in Emilias Körper transferiert. Nun keimt in ihr die Hoffnung, ihre Schwester zurück ins Leben holen zu können.
Thematisch könnte sich „Wake Up“ nahtlos in die erfolgreiche Anthologie-Serie „Black Mirror“ einreihen und dürfte unter Fans der dystopischen Netflix-Reihe durchaus auf Gefallen stoßen. Wissenschaftlicher Pioniergeist trifft hier auf moralische Fragen. Emilia bietet – getrieben von Schuldgefühlen und dem unbedingten Willen nach Wiedergutmachung – einen emotionalen Anker. Der tragische Schicksalsschlag, der sie und ihre Familie ereilte, macht es oft schwer, eine richtige Entscheidung zwischen dem zu finden, was technisch möglich und moralisch vertretbar ist.
„In liebevoller Erinnerung an Luna Jordan“
Vor dem traurigen Hintergrund um Luna Jordan wirken gerade die finalen Episoden nochmal emotionaler, als sie es ohnehin sind. Denn es geht um Abschied, um Loslassen und um einen Weg zurück ins Leben. Ihrer verstorbenen Hauptdarstellerin gedenkt „Wake Up“ im Abspann jeder Folge mit den Worten: „In liebevoller Erinnerung an Luna Jordan“.
Die Produzenten der Serie wurden Ende Juni im Rahmen des Münchner Filmfests mit dem Bernd Burgemeister Fernsehpreis für die beste TV-Serie ausgezeichnet. Erst kurz nachdem diese Entscheidung feststand, habe die Jury von Luna Jordans Tod erfahren. „Was ich sagen kann, ist, dass ihre Rolle in ‚Wake Up‘ eine sehr besondere ist. Und dass Luna Jordan diese Rolle auf ihre ganz eigene Art phänomenal verkörpert hat“, wird Jury-Mitglied Alexis von Wittgenstein in einer Mitteilung des ZDF zitiert.
Luna Jordan ist am 13. Mai – kurz vor der Fertigstellung von „Wake Up“ – „plötzlich und unerwartet“ gestorben, wie ihre Agentur unter Berufung auf ihre Familie mitgeteilt hatte. Zur Todesursache äußerte sich die Familie nicht.
Nach der Veröffentlichung im ZDF-Streamingportal wird „Wake Up“ ab dem 28. Oktober um 21:45 Uhr auf ZDFneo ausgestrahlt.
(sv/spot)
Bild: In „Wake Up“ kämpft Emilia (Luna Jordan, r.) mit allen Mitteln um das Leben ihrer Schwester Clara (Alicia von Rittberg). / Quelle: ZDF/Tatjana Vdovenko


