Die Nachricht, dass Christina Applegate (54) offenbar jahrelang mit einer falschen MS-Diagnose gelebt hat, hat viele Reaktionen ausgelöst. Auch RTL-Sportmoderatorin Anna Kraft (41) hat sich dazu geäußert. Die ehemalige Leistungssportlerin lebt selbst seit mehr als zehn Jahren mit Multipler Sklerose. Besonders beschäftigt sie die Frage, was es emotional bedeutet, wenn eine solche Diagnose plötzlich infrage steht.
„Einfach krass… Was für eine Nachricht!“, schreibt Kraft am Mittwoch in mehreren Instagram-Storys, in denen sie auch einen Bericht über Applegates Fall teilt. Die Moderatorin kann sich vorstellen, dass die Nachricht bei der Schauspielerin widersprüchliche Gefühle auslöst. „Erleichterung? Natürlich. Aber vielleicht auch Wut.“ Auch Fassungslosigkeit und Trauer über die Jahre, die im Zeichen der vermeintlichen Erkrankung standen, könnten eine Rolle spielen.
Kraft betont, wie tiefgreifend eine schwerwiegende Diagnose das Leben verändern könne. Sie beeinflusse nicht nur den Alltag, sondern auch persönliche Entscheidungen, Beziehungen und Zukunftspläne. Umso wichtiger sei es, Symptome und Untersuchungsergebnisse sorgfältig zu überprüfen und bei Unsicherheiten eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Sie könne sich kaum vorstellen, wie es sich anfühle, nach Jahren plötzlich zu erfahren, dass die Diagnose falsch gewesen sei.
Anna Kraft machte ihre MS-Erkrankung 2021 öffentlich
Wie sehr eine MS-Diagnose das Leben verändern kann, weiß Kraft aus eigener Erfahrung. Im Dezember 2014 bemerkte sie erstmals Taubheitsgefühle in Armen und Beinen. Zunächst vermutete sie einen eingeklemmten Nerv. Nach Untersuchungen im Krankenhaus erhielt sie die Diagnose Multiple Sklerose.
Die Erkrankung hielt sie zunächst geheim, weil sie berufliche Nachteile befürchtete. Erst 2021 sprach die zweifache Mutter öffentlich darüber. Eine wichtige Stütze ist ihr langjähriger Partner, der Fußballkommentator Wolff-Christoph Fuss (50), mit dem sie zwei Töchter hat. In einem Interview mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung bezeichnete sie ihn als ihre „größte Stütze“. Dort berichtete sie auch, dass sie nach einem schweren Schub zeitweise im Rollstuhl saß und das Laufen und Schreiben neu erlernen musste. 2024 veröffentlichte sie das Buch „Kraftakt – Mein Leben mit Multipler Sklerose“.
Christina Applegate sucht weiter nach Antworten
Applegate hatte am Dienstag in ihrem Podcast „MeSsy“ überraschend erklärt, dass ihre 2021 gestellte MS-Diagnose nach erneuten Untersuchungen als falsch eingestuft worden sei. Eine Erleichterung sei das für sie allerdings nicht gewesen. „Ich war überhaupt nicht glücklich“, sagte die Schauspielerin.
Ihre gesundheitlichen Beschwerden bestehen weiterhin, teilweise hätten sie sich sogar verschlimmert. Die ehemalige „Eine schrecklich nette Familie“-Darstellerin ist nach eigenen Angaben noch immer erheblich in ihrer Mobilität eingeschränkt. Welche Erkrankung tatsächlich hinter ihren Symptomen steckt, ist bislang ungeklärt. Gemeinsam mit ihren Ärzten will sie nun nach Antworten suchen.
(dr/obr/spot)
Bild: Anna Kraft leidet seit vielen Jahren an der Krankheit Multiple Sklerose. / Quelle: imago/Sven Simon / Malte Ossowski/SVEN SIMON




