Weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen am 1. November

Bad Blankenburg, 14.10.2026 (lifePR) – Die Evangelische Allianz in Deutschland warnt vor einer besorgniserregenden Entwicklung: In zahlreichen Ländern werden Menschen wegen ihres Glaubens diskriminiert, überwacht, bedroht oder daran gehindert, ihre Religion frei auszuüben. Vielerorts sind christliche Minderheiten davon betroffen. Der Gebetstag für verfolgte Christen am 1. November will auf Verletzungen der Religionsfreiheit aufmerksam machen und dazu ermutigen, für bedrängte Christen zu beten und sich für dieses Menschenrecht einzusetzen.

„Religionsfreiheit ist Gradmesser für inneren Zustand einer Gesellschaft“

Für die EAD sei Gebet mehr als ein Zeichen der Anteilnahme. Christen glaubten an einen lebendigen Gott, der handele, Menschen verändere und Hoffnung schenke. Der Gebetstag verbinde deshalb die Aufmerksamkeit für Unrecht mit der Zuversicht, dass Gott durch Gebet Menschen stärke, Beziehungen verändere und neue Wege eröffne. Wer für bedrängte Menschen betet, bringe ihre Not vor Gott und nehme Anteil an ihrem Leid, heißt es in einer Pressemitteilung der EAD.

„Religionsfreiheit ist ein Gradmesser für den inneren Zustand einer Gesellschaft. An ihr zeigt sich, wie ernst eine Gesellschaft die Würde und Freiheit jedes Menschen nimmt, gerade auch die von Andersgläubigen und religiösen Minderheiten“, erklärt Matthias Böhning, Leiter des Arbeitskreises Religionsfreiheit, Menschenrechte und verfolgte Christen (AKREF) der EAD. „Wo Menschen ihren Glauben nicht frei leben dürfen, sind häufig auch andere Freiheitsrechte bedroht. Deshalb geht Religionsfreiheit uns alle an.“

Nigeria, Syrien und Zentralasien dieses Jahr im Fokus

Der diesjährige Gebetstag richtet den Blick besonders auf Nigeria, Syrien und die Staaten Zentralasiens. Diese Länder und die Region stehen beispielhaft für unterschiedliche Formen der Bedrängnis und Verfolgung von Christen.

In Nigeria leiden christliche Gemeinschaften weiterhin unter Angriffen und Entführungen durch extremistische Gruppen. Bei einem Angriff auf die überwiegend christliche Gemeinde Yelwata im Bundesstaat Benue kamen nach Angaben der Organisatoren des Gebetstages im Juni 2025 mehr als 200 Menschen ums Leben.

In Syrien hat sich die Lage vieler christlicher Gemeinden nach dem politischen Umbruch Ende 2024 weiter verschärft. Neben wirtschaftlicher Not und den Folgen jahrelanger Konflikte berichten Kirchen von zunehmender Unsicherheit, Angriffen auf christliche Einrichtungen und einer wachsenden Abwanderung christlicher Familien.

In den Staaten Zentralasiens stehen Christen vielerorts vor allem unter staatlichem Druck. Strengere Religionsgesetze, umfangreiche Registrierungsauflagen und die Überwachung religiöser Aktivitäten erschweren besonders kleineren Gemeinden ihre Arbeit. Menschen, die vom Islam zum Christentum übergetreten sind, erleben zusätzlich gesellschaftliche und familiäre Ausgrenzung.

Ein verletzliches Grundrecht

Aus Sicht der Evangelischen Allianz in Deutschland haben die Entwicklungen auch für Deutschland Bedeutung. Religionsfreiheit werde hierzulande oft als selbstverständlich wahrgenommen. Der Blick auf andere Regionen der Welt zeige jedoch, wie verletzlich dieses Grundrecht sein kann. „Viele Menschen in Deutschland setzen Freiheit als gegeben voraus. Die Lage in anderen Ländern erinnert uns daran, wie verletzlich Menschenrechte sein können und dass sie geschützt, verteidigt und immer wieder neu wertgeschätzt werden müssen“, sagt Reinhardt Schink, Vorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland.

Der Gebetstag ruft zur Solidarität mit verfolgten Christen auf und schärft das Bewusstsein für Verletzungen der Religionsfreiheit weltweit. Christen beten an diesem Tag für Menschen, die wegen ihres Glaubens bedrängt werden, für politische Verantwortliche und für gesellschaftliche Veränderungen, die ein Leben in Freiheit und Sicherheit ermöglichen.

Begleitendes Gebetsheft

Begleitend zum Gebetstag hat die Evangelische Allianz in Deutschland ein Gebetsheft veröffentlicht. Darin werden die diesjährigen Schwerpunktländer Nigeria, Syrien und Zentralasien vorgestellt und die jeweiligen Hintergründe zur Situation der Christen vor Ort erläutert. Ergänzt werden die Informationen durch Gebetsanliegen und weiterführende Hinweise. Das Heft steht auf der Internetseite der Evangelischen Allianz zum Download bereit und kann dort auch als Druckausgabe bestellt werden: https://akref.ead.de/gebetstag-fuer-verfolgte-christen/gebetstag-2026/

Über die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD)

Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) ist ein Netzwerk, zu dem Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften gehören. Die theologische Basis ist die sogenannte „Glaubensbasis“, deren erste Fassung bereits 1846 bei der Gründung der Evangelischen Allianz in London verabschiedet wurde. Vorstand der EAD ist Dr. Reinhardt Schink. Zum Netzwerk der EAD gehören ca. 900 örtliche Allianzkreise, in denen sich Christen aus verschiedenen landes- und freikirchlichen Gemeinden, Organisationen und Werken treffen, um vor Ort zusammenzuarbeiten. Ein Beispiel dafür ist die jährliche Allianz-Gebetswoche im Januar. Arbeitsfelder der EAD sind diakonische, pädagogische, publizistische und missionarische Aktivitäten in ca. 380 Einrichtungen allein in Deutschland. Die EAD gehört zur weltweiten Evangelischen Allianz, die mit 600 Mio. Menschen in 143 Ländern international die größte kirchliche Vereinigung nach der Römisch-Katholischen Kirche ist. Die Evangelische Allianz ist der am längsten bestehende Zusammenschluss evangelisch gesinnter Christen verschiedener Gruppen- und Gemeindezugehörigkeiten. Die EAD ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Bad Blankenburg (Thüringen). Weitere Informationen: www.ead.de

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