„Ich musste mich schützen“: Jorge González über sein Leben in Kuba

„Ich musste mich schützen“: Jorge González über sein Leben in Kuba

Jorge González (59) blickt auf eine Kindheit zurück, in der seine Homosexualität in Kuba nicht nur für ihn selbst gefährlich war. Im ORF-2-Format „Hinter den Schlagzeilen“ erklärte der Choreograf gegenüber Moderator Patrick Budgen (43), dass er sich schon früh seiner Homosexualität bewusst geworden sei. In Kuba sei diese jedoch mit erheblichen Risiken verbunden gewesen.

„Jeder weiß, dass Kuba ein sozialistisches, kommunistisches Land ist. Als ich dort gelebt habe, war Homosexualität verboten. Das war wirklich traurig als Kind, denn ich habe sehr früh entdeckt, dass ich homosexuell bin. Das war auch ein größeres Problem für die gesamte Familie.“

González berichtete weiter, dass auch Angehörige Homosexueller unter Repressionen gelitten und beispielsweise keine Jobs bekommen hätten. „Ich musste nicht nur mich schützen, sondern auch meine Familie.“

Vater erwischte ihn mit Frauenschuhen

Auch vom Verhältnis zu seinem Vater sprach der 59-Jährige. Als dieser ihn einst mit den Stöckelschuhen seiner Großmutter erwischt habe, sei die Reaktion klar gewesen. „Vater hat mich angeschaut und gesagt, dass Männer mit solchen Sachen nicht spielen.“ Sein Vater habe versucht, ihm feminine Verhaltensweisen auszutreiben, etwa durch bestimmte Sportarten. „Er hat mich zum Baseballspielen mitgenommen, Boxen und all diese Geschichten.“

González deutet das heute als Schutzversuch. Zugleich wusste er früh, dass er Kuba verlassen müsse. Eine wichtige Stütze war seine Großmutter, die er als „Ikone“ bezeichnete. „Meine Oma hat mit mir viele Gespräche über verschiedene Themen geführt. Sie hat mir gesagt, du bist gut, so wie du bist.“

Rückhalt in der Familie

Im Gespräch mit der „Bild“ blickte der Entertainer im Mai auf sein Coming-out zurück. Seine Eltern bekamen erst in den 1990er-Jahren Kenntnis von seiner Homosexualität. „Ich habe das meinen Eltern gesagt, die haben das total akzeptiert.“

In der Familie habe das Thema laut González keine Probleme verursacht. „Ich blieb ihr Sohn und Bruder. Unser Verhältnis hat sich nicht verändert.“ Das Umfeld habe jedoch etwas anders reagiert. „Von der Umgebung war es ein bisschen schwieriger.“

(des/spot)

Bild: Jorge González ist seit Jahren Juror bei „Let’s Dance“. / Quelle: Kathy Hutchins/Shutterstock.com

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