Jugendschutz muss sich im Reisealltag bewähren

Berlin, 12.10.2026 (lifePR) – Die in der RTL-Reportage „Team Wallraff“ geschilderten Situationen bei Jugendreisen sind schwerwiegend. Sie betreffen den Schutz Minderjähriger, den Umgang mit Alkohol, medizinische Notfälle und mögliche sexualisierte Übergriffe. Jugendliche und ihre Eltern müssen darauf vertrauen können, dass Verantwortliche Risiken ernst nehmen, wirksam vorbeugen und im Ernstfall konsequent handeln. Bei der Bewertung der konkreten Vorgänge ist zwischen dokumentierten Beobachtungen, berichteten Ereignissen und bislang ungeklärten Verdachtsfällen zu unterscheiden.

Das BundesForum Kinder- und Jugendreisen steht für sichere, pädagogisch verantwortete und qualitativ gute Angebote. Schutzkonzepte, qualifizierte Betreuung und verbindliche Notfallverfahren müssen in der tatsächlichen Durchführung einer Reise funktionieren.

Klare Regeln, Schutzkonzepte und verbindliche Abläufe schaffen die Grundlage für verantwortungsvolle Jugendreisen. Die entscheidende Herausforderung liegt darin, diese Vorgaben im Reisealltag zuverlässig umzusetzen und ihre Einhaltung wirksam zu überprüfen. Dafür braucht es qualifizierte und handlungsfähige Teams, eindeutige Verantwortlichkeiten sowie Kontrollen, die über die Prüfung schriftlicher Konzepte hinausgehen. Qualitätssicherung muss erfassen, wie vor Ort tatsächlich gehandelt wird, und sicherstellen, dass bei Abweichungen rechtzeitig eingegriffen wird.

Bestätigte Verstöße gegen unsere Schutz- und Qualitätsstandards müssen nachvollziehbare Konsequenzen haben. Wir prüfen hierzu die betroffenen Sachverhalte sowie die Handlungsmöglichkeiten nach bestehenden Zertifizierungsregelungen.

Die Reportage ist für uns Anlass, neben den konkreten Vorgängen auch unser Zertifizierungsverfahren QMJ SicherGut! kritisch zu überprüfen. Dabei geht es um die Anforderungen, die Wirksamkeit der Prüfungen und die Konsequenzen bei festgestellten Verstößen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Betreuungskonzepten, dem Umgang mit Alkohol bei Betreuenden und den Schutzmaßnahmen an Reisezielen mit erhöhten Risiken. Wir werden daraus die notwendigen Entscheidungen für die Zukunft des Systems ableiten. Maßgeblich ist, ob es den Schutz junger Menschen und eine verlässliche Orientierung für Eltern wirksam unterstützt.

Kinder- und Jugendreisen ermöglichen Gemeinschaft, Selbstständigkeit, Bildung und wertvolle Erfahrungen. Die geschilderten Vorgänge dürfen nicht zu einer pauschalen Abwertung dieser vielfältigen Angebote führen. Vertrauen entsteht durch eine konsequente Aufarbeitung konkreter Missstände, nachvollziehbare Qualitätssicherung und wirksame Verbesserungen dort, wo Defizite festgestellt werden.

Unser Maßstab ist der Schutz der jungen Menschen. Daran müssen sich Veranstalter und Angebote ebenso messen lassen wie unsere eigenen Verfahren.

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