Charles Spencer (62) hat die Rückkehr von Prinz Harry (42) nach Großbritannien gegen kritische Nachfragen verteidigt. Bei einem Bühnengespräch mit der Royal-Biografin und früheren „Vanity Fair“-Chefredakteurin Tina Brown in New York erklärte der Bruder von Prinzessin Diana (1961-1997), er könne das Staunen über den Umzug seines Neffen nicht nachvollziehen. Das US-Magazin „People“ berichtete über den Abend in der Kirche St. Peter’s Chelsea, Anlass war Spencers neues Buch „Swan Song: Diana, My Sister“.
Brown gilt als scharfe Kritikerin von Harry und Herzogin Meghan (45). Entsprechend direkt fiel ihre Frage aus, ob Spencer seinen Neffen zur Heimkehr ermutigt habe. „Haben wir eigentlich gar nicht besprochen“, antwortete der 9. Earl Spencer. Brown spottete daraufhin, in diesen Familien rede ja offenbar niemand miteinander, und erntete Lacher aus dem Publikum. Spencer hielt dagegen: „Doch, das tun sie.“
„Kommt mir sehr normal vor“
Die Journalistin ließ nicht locker. Alle seien doch ständig erstaunt über das Verhalten der anderen, meinte sie. Spencer blieb gelassen: „Aber ist es denn erstaunlich, dass ein Engländer zurück nach England ziehen will? Ich glaube nicht.“ Als Brown auf Harrys schwieriges Verhältnis zur britischen Presse und seinen Abschied aus dem Königshaus vor sechs Jahren verwies, entgegnete er knapp: „Kommt mir sehr normal vor.“
Später lieferte er seine eigene, schlichte Erklärung nach. Man vergesse oft, dass es sich im Grunde um ganz normale Menschen handle. „Dieser Engländer hat in Kalifornien gelebt, jetzt will er in England leben“, sagte Spencer. Brown quittierte das trocken: „Nun ja, das ist eine Lesart.“
Onkel ohne Einmischung
Sich selbst sieht er inzwischen als „älteren Onkel, der da ist, wenn man ihn braucht“. Dass Harry mit seiner Familie im Sommer bei ihm und seiner Frau Cat zu Gast war, sei ohnehin öffentlich bekannt.
Ob er mit seinen eigenen Presseerfahrungen nicht ein wichtiger Ratgeber für Harry gewesen sei, wollte Brown noch wissen. „Ich mische mich nie ein“, sagte Spencer. Er sei eben jemand, der 20 Jahre älter ist. „Es gibt Dinge, über die er vielleicht sprechen würde, bei denen ich ihm gerne helfen würde, aber ich würde mich in nichts einmischen“, betonte er. „Es liegt an jedem selbst, mir solche Dinge mitzuteilen, wenn er das möchte. Ich bin mir nicht sicher, inwieweit ich bei der Immobiliensuche oder so etwas hilfreich gewesen wäre.“
Neffen erfuhren kurz vorher vom Buch
Von seinem Buchprojekt erfuhren William (44) und Harry erst mit der Ankündigung. Das sei eine bewusste Entscheidung gewesen, schilderte Spencer. Hätte er die Familie früher eingeweiht, hätte jeder mitreden wollen, was hinein müsse und was nicht. Wie die Brüder reagierten, behielt er für sich. Nur so viel: „Es war in Ordnung.“ Im Buch tauchten die beiden lediglich als Söhne auf, die die Liebe ihrer Mutter erfahren durften, und als tapfere Jungen am Tag der Beerdigung.
Auf Browns Hinweis, Harry plane angeblich eine eigene Hommage zu Dianas 30. Todestag im kommenden Jahr, sagte Spencer nur, er wisse nicht, wo er dazu etwas beitragen könne. Die letzte Frage des Abends, was aus Diana geworden wäre, hätte sie nicht den Thronfolger geheiratet, beantwortete er mit einem einzigen Wort: „Glücklich.“
(jom/spot)
Bild: Charles Spencer (li.) über Harrys Rückkehr nach Großbritannien: „Ist es denn erstaunlich, dass ein Engländer zurück nach England ziehen will?“ / Quelle: Imago images/Cover-Images / Imago images/Cover-Images




