Die siebte Staffel der Anwaltsserie „Die Kanzlei“ läuft ab 29. September um 20:15 Uhr im Ersten, in der Mediathek sind die Episoden immer eine Woche früher abrufbar. Die wichtigste Neuerung sitzt in der Hamburger Kanzlei selbst: Nikola Kastner (geb. 1983) stößt als Anwältin Nora Siewert zum Team um Sabine Postel (72) und Herbert Knaup (70).
Bis es so weit ist, geht es in der Kanzlei turbulent zu. Zum Auftakt muss Markus Gellert (Knaup) ausgerechnet die Mutter seiner Tochter Charlie (Mathilde Bundschuh, 32) verteidigen, die nach einer durchzechten Nacht unter Mordverdacht gerät. Für Isa von Brede (Postel) wird es in Folge 81 (13. Oktober) lebensgefährlich: Eine Stalkerin richtet in der Kanzlei eine Waffe auf sie. Nach der Geiselnahme zieht sich die Anwältin zurück und stellt ihr Leben auf den Prüfstand.
Gerichtssäle statt Drehbuch
In Folge 83 (27. Oktober) mit dem passenden Titel „Spurwechsel“ hat dann Nikola Kastner ihren ersten Auftritt. Markus Gellert trifft vor Gericht auf die engagierte Kollegin, erkennt ihr Potenzial und bietet ihr kurzerhand eine Stelle auf Probe an. Die Idee, das Team zu vergrößern, stammt allerdings von Isa von Brede.
Um als Juristin glaubwürdig zu wirken, hat sich Kastner nicht auf das Drehbuch verlassen. „Ich habe mehrere Gerichtsverhandlungen besucht, um ein Gefühl für die Stimmung bei Gericht zu bekommen und den Habitus der Juristen und Juristinnen zu studieren“, erzählt sie im Interview mit dem Sender. Davon sei viel in ihre Figur geflossen.
Hilfe kam zudem aus dem privaten Umfeld. In ihrem Bekanntenkreis gebe es eine Staatsanwältin, außerdem wohne ein Richter in der Nachbarschaft. Beide hätten sie bei der Vorbereitung stark unterstützt. Besonders wichtig war ihr ein Bruch in der Figur: Vor Gericht solle Nora „merklich die Temperatur wechseln“ und an Tempo gewinnen. Privat dagegen gibt sich die Anwältin eher flapsig.
„Eine der mutigsten Frauen“
Für Kastner ist die Rolle offenbar ein Glücksgriff. „Sie ist eine der mutigsten Frauen, die ich je gespielt habe“, sagt die Schauspielerin. Nora begegne Menschen völlig furchtlos und habe keine Sorge, anderen nicht zu gefallen. Ehrlichkeit und Integrität stünden bei ihr ganz oben, einen Fall zu gewinnen sei ihr wichtiger als Sympathiepunkte. Kastners Fazit fällt deutlich aus: „Nora verkörpert einen Frauentyp, den es im deutschen Fernsehen nicht zu viel geben kann.“
Genau diese Art sorgt in der Kanzlei aber auch für Reibung. Sabine Postel beschreibt die Neue als „absolutes Gegenstück“ zu ihrer Isa. Nora achte nicht auf ihre Kleidung, esse ständig Fastfood und krümele alles voll. Obendrein rate sie der penibel ordentlichen Isa, ihren Reinlichkeitswahn zu überdenken. Postel findet das Aufeinandertreffen der Gegenpole nach eigenen Worten „sehr unterhaltsam“.
Vom Uhrendieb bis zum Handyverbot
Lange Schonzeit bekommt die Neue nicht. Schon in Folge 84 übernimmt Nora ihren ersten Fall: Ein Vorbestrafter soll eine teure Uhr gestohlen und einen Security-Mitarbeiter verletzt haben, beteuert aber Notwehr. Später muss sie klären, ob eine Bibliothekarin mit Messie-Syndrom ihre zugestellte Wohnung verlieren darf. In Folge 86 steht sie Isa von Brede sogar als Gegnerin gegenüber.
Auch gesellschaftlich brisante Stoffe landen auf ihrem Tisch. In „Ohne Gehör“ vertritt Nora eine gehörlose Mutter, deren Sohn gegen ihren Willen ein Cochlea-Implantat erhalten soll. In „Freie Wahl“ verteidigt sie eine Schulleiterin, die nach einem durchgesetzten Handyverbot wegen Diebstahls verklagt wird.
Und ganz nebenbei mischt Nora beim Liebesleben der Assistentin Charlie mit. Wie Darstellerin Mathilde Bundschuh verrät, drängt die neue Anwältin Charlie gemeinsam mit Marion von Brede dazu, sich endlich auf ein Date mit einem ehemaligen Mandanten einzulassen.
(ili/spot)
Bild: Das Team der „Kanzlei“ ist wieder im Einsatz (v.l.): Marion von Brede (Marie Anne Fliegel), Nora Siewert (Nikola Kastner), Isa von Brede (Sabine Postel), Charlie Runge (Mathilde Bundschuh) und Markus Gellert (Herbert Knaup). / Quelle: ARD/Georges Pauly



