Yasmina Filali über Kinderheim: „Ein Pool von Gewalt und Aggression“

Yasmina Filali über Kinderheim: „Ein Pool von Gewalt und Aggression“

Yasmina Filali (51) hat erstmals ausführlich über ihre Jahre in einem Hamburger Kinderheim gesprochen und dabei dramatische Erlebnisse geschildert. Einmal sei ihr sogar ein Haschkeks gegeben worden, nur um zu sehen, wie sie darauf reagiere. Das erzählte die Frau von Ex-Fußballprofi Thomas Helmer (61) im Podcast „M wie Marlene“ von Moderatorin Marlene Lufen (55).

Vorfall führte dazu, dass sie die Finger von Drogen ließ

„Die haben mir irgendwann mal einen Hasch-Keks gegeben, weil sie es witzig fanden, […] weil sie mal sehen wollten, was passiert, wenn man mir einen Hasch-Keks gibt“, schildert die Schauspielerin. Ihre Reaktion: „Ich war so panisch.“

Filali war sich nach eigenen Worten bewusst, was auf dem Spiel stand. „Ich wusste einfach: Das ist der Untergang bei uns, wenn du deine Kontrolle verlierst, wenn du nicht mehr Herr deiner Sinne bist.“ Statt im Heim zu bleiben, sei sie an jenem Tag sechs Stunden lang mit der U-Bahn hin- und hergefahren, „weil ich einfach unter Leuten sein wollte, weil ich Angst davor hatte, was passieren könnte, wenn ich jetzt im Heim bleibe, so wie ich irgendwie bin“.

Der Vorfall hatte eine unerwartete Folge. „Aber das hat eben auch dazu geführt, dass ich nie angefangen habe, Drogen zu nehmen“, sagt Filali. Auch Alkohol habe sie bis zu ihrem 26. Lebensjahr keinen Tropfen angerührt.

Prügeleien und Drogenkonsum seien im Heim an der Tagesordnung gewesen, sie selbst sei die Einzige gewesen, die sich von Drogen ferngehalten habe. „Es war einfach ein Pool von Gewalt und Aggression, was ich gar nicht gewohnt war“, sagt sie. „Ich war wirklich völlig überfordert.“ Gastgeberin Lufen reagierte betroffen: „Das ist ja irre schlimm für das Nervenkostüm von Kindern.“

Mit zehn Jahren lief sie weg und kam ins Heim

Ins Heim kam Filali im Alter von zehn Jahren. Ihr Vater hatte die Familie verlassen, als sie zweieinhalb Jahre alt war. „Das war ein großer Einschnitt in meinem Leben und im Leben meiner Mutter.“ Die Mutter sei mit der Lage überfordert gewesen. Mit zehn Jahren riss Filali aus. Nach der Schule sei sie bis 19 Uhr in einem Hort gewesen und habe von dort aus eine Freundin zur gemeinsamen Flucht überredet. „Lass uns untertauchen in Hamburg, wo uns keiner findet auf der Reeperbahn“, habe sie damals vorgeschlagen. Heute nennt sie das „eine total bescheuerte Idee“.

Noch in derselben Nacht wurden die beiden Mädchen aufgegriffen. Die Freundin kehrte nach Hause zurück, Filali kam zunächst in ein Übergangsheim und anschließend für acht Jahre in das Kinderheim. „Ich wollte wirklich nicht mehr nach Hause. Ich wusste auch, dass es nicht mehr geht“, sagt sie.

Mit 18 Jahren plötzlich auf sich gestellt

„Ich bin relativ gesund aus diesem Umfeld hervorgegangen“, zieht Filali heute trotz der schlimmen Erfahrungen Bilanz. Auch die Zeit nach dem Heim war nicht einfach: Mit 18 Jahren musste sie das Heim verlassen, da die Jugendhilfe endete. Sie sei „praktisch rausgeschmissen“ worden. „Und niemanden hat es interessiert, ob ich eine Wohnung habe, wo ich unterkomme, ob ich einen Job oder eine Ausbildung habe“, schilderte sie weiter.

Durch einen Zufall sei sie dann in die Modelszene gekommen. In der Zeitschrift „Max“ entdeckte sie eine Anzeige für die Aktion „Gesicht des Jahres“. Weil dort auch stand „Unterkunft wird gestellt“, habe sie sich beworben. „Ich wollte einfach ein Dach über dem Kopf.“

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Der Durchbruch gelang ihr schließlich mit der Serie „Die Rote Meile“. Es folgten Rollen etwa in „Die Rosenheim-Cops“ und „Alarm für Cobra 11“. Seit 2005 ist sie mit dem ehemaligen Fußballprofi Thomas Helmer verheiratet. Nach ihrer Trennung im Jahr 2022 machte das Paar im Juni dieses Jahres sein Liebes-Comeback öffentlich.

(ae/spot)

Bild: Yasmina Filiali wurde als Model und Schauspielerin sowie durch ihre Ehe mit Thomas Helmer bekannt. / Quelle: imago images/Marja

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