25 Jahre nach 9/11: Christliches Krisenhelfer-Netzwerk soll in Deutschland wachsen

Berlin, 14.09.2026 (lifePR) – Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zeigte sich neben der medizinischen und praktischen Hilfe schnell ein weiterer Bedarf: Menschen suchten jemanden, der zuhörte, ihre Verzweiflung aushielt und ihnen in einer Situation zur Seite stand, in der es keine einfachen Antworten gab. Nur wenige Tage nach den Anschlägen richtete die Billy Graham Evangelistic Association (BGEA) in New York ein Gebetszentrum ein.

Aus diesen Erfahrungen entstand das Billy Graham Rapid Response Team: ein Netzwerk speziell geschulter Chaplains, die Menschen nach Katastrophen und schweren Krisen begleiten. Seit seiner Gründung hat das Team in Kooperation mit den Rettungskräften von Samaritan’s Purse auf nahezu 1.000 Katastrophen und Krisen in aller Welt reagiert.

25 Jahre später soll dieser Ansatz auch in Deutschland stärker Fuß fassen. Samaritan’s Purse hat das von der BGEA entwickelte Schulungsprogramm ins Deutsche übertragen und schult unter dem Titel Hoffnung in der Krise Menschen aus Kirchengemeinden darin, anderen in akuten Krisensituationen beizustehen. Nicht zuletzt die Flutkatastrophe im Ahrtal, bei der Samaritan’s Purse mit Helferteams im Einsatz war, hat den Bedarf auch in Deutschland deutlich gemacht.

Ergänzung zur bestehenden Notfallseelsorge
Die Notfallseelsorge ist in Deutschland seit vielen Jahren etabliert. Samaritan’s Purse versteht das eigene Angebot ausdrücklich nicht als Ersatz für bestehende Strukturen. Vielmehr sollen Christen und Gemeinden darauf vorbereitet werden, Menschen auch dann beizustehen, wenn Krisen unerwartet in ihr unmittelbares Umfeld hineinbrechen.

„Wir müssen uns als Christen in solchen Situationen angesprochen fühlen“, sagt Sylke Busenbender, Vorstandsvorsitzende Samaritan’s Purse Deutschland. „Unser Glaube gibt uns nicht auf jede Frage nach dem Leid eine Antwort. Aber er gibt uns Hoffnung – und den Auftrag, Menschen in ihrer Not nicht allein zu lassen, zuzuhören und Trauer und Verzweiflung mit auszuhalten.“

Die Schulung vermittelt Grundlagen zu Trauma, Trauer und Krisenreaktionen sowie zum aktiven Zuhören. Sie ist keine therapeutische oder umfassende seelsorgerliche Ausbildung, sondern soll Menschen für Krisensituationen sensibilisieren und ihnen Sicherheit im Umgang mit Betroffenen geben. Langfristig soll daraus ein Netzwerk entstehen, das Gemeinden und christliche Organisationen in verschiedenen Regionen Deutschlands verbindet.

Das könnte dir auch gefallen

Mehr ähnliche Beiträge