Prinzessin Astrid von Norwegen (1932-2026) ist tot. Die Schwester des verstorbenen Königs Harald V. (1937-2026) starb am Freitag, 11. September, im Alter von 94 Jahren. Das teilte das norwegische Königshaus auf seiner Webseite und über seinen Instagram-Kanal mit.
König Haakon VIII. (53) habe die Nachricht mit großer Trauer aufgenommen, heißt es in der Mitteilung. Zur Todesursache machte der Hof keine Angaben. Er schreibt lediglich, die Prinzessin sei am Freitag friedlich eingeschlafen.
Auf Anordnung des Königs weht die Flagge am Schlossbalkon in Oslo seit Freitag auf halbmast. Am Tag der Beisetzung soll das erneut geschehen. Ein Datum für die Trauerfeier nennt das Königshaus bislang nicht.
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Die engste Familie wendet sich in der Mitteilung des Hofes direkt an die Verstorbene. Sie danke ihr dafür, die beste Mutter gewesen zu sein, die sie hätten haben können, schreiben die Kinder. Ein Leben lang sei sie für sie da gewesen, mit Liebe und Klugheit, Wärme und gutem Humor.
Auch ihre Rolle im Königshaus wird darin angesprochen: Astrid sei für Großvater König Olav und Onkel König Harald präsent, loyal und pflichtbewusst gewesen. Wer etwas mehr Zuneigung gebraucht habe, habe von ihr echte Fürsorge erfahren. Unterzeichnet ist der Text von Cathrine, Benedikte, Alexander, Elisabeth und Carl-Christian Ferner mit ihren Familien.
König Haakon: „Sie scheute sich nicht, ihre Meinung zu sagen“
König Haakon VIII. erklärt in einer eigenen Stellungnahme, seine Tante habe das Königshaus über ein langes Leben hinweg warm und pflichtbewusst vertreten. Schon mit 22 Jahren habe sie in die Rolle der First Lady eintreten müssen, nachdem seine Großmutter Kronprinzessin Märtha gestorben war.
Besonders am Herzen gelegen hätten ihr die Belange und die Integration der Schwächsten in der Gesellschaft. Ihre Aufgaben habe sie stets mit Engagement und ansteckender Begeisterung erfüllt.
„Tante Astrid“ sei eine wichtige Stütze für König Harald und die übrige Familie gewesen, schreibt Haakon weiter. Man habe viel von ihr gelernt, und sie habe sich nicht davor gescheut, ihre Meinung zu sagen. Ihr Tod sei ein großer Verlust.
Zuletzt bei Trauerfeier ihres Bruders zu sehen
Öffentlich in Erscheinung getreten war Prinzessin Astrid in den vergangenen Wochen bei der Trauer um ihren Bruder. Anfang September hatte der Palast Aufnahmen veröffentlicht, die sie allein in einem Rollstuhl in der Schlosskapelle am Sarg Haralds zeigen.
Am Mittwoch nahm sie an der Trauerfeier für ihren Bruder im Osloer Dom teil, wie „Nettavisen“ berichtet. Mit ihrer Gesundheit hatte die Prinzessin dem Bericht zufolge in den letzten Jahren zu kämpfen. Im März kam sie mit einer Lungenentzündung ins Rikshospitalet. Danach erholte sie sich und übernahm wieder offizielle Termine, im Mai etwa beim 100-jährigen Jubiläum des Sanitätsvereins Blindern og Vinderen. Wenig später wurde sie erneut ins Rikshospitalet eingeliefert, diesmal wegen einer Herzinsuffizienz. Dort erhielt sie am 15. Mai einen vorübergehenden Herzschrittmacher.
Geboren wurde Astrid am 12. Februar 1932 als zweite Tochter von Kronprinz Olav (1903-1991) und Kronprinzessin Märtha (1901-1954). Ihre älteste Schwester war Ragnhild (1930-2012), ihr jüngerer Bruder Harald kam 1937 zur Welt. Den Zweiten Weltkrieg verbrachten die Geschwister im Exil in Schweden und in den USA.
Nach dem Tod der Mutter 1954 rückte Astrid ins Zentrum des Hofes. Weil Königin Maud bereits 1938 gestorben war und Ragnhild nach ihrer Heirat in Brasilien lebte, übernahm die damals 22-Jährige die Aufgaben der First Lady. Sie behielt sie bis 1968, als Harald Sonja Haraldsen heiratete.
Auf den Thron konnte Astrid trotz ihres Geburtsvorsprungs nie folgen. Die Verfassung von 1814 sah zu ihrer Geburt ausschließlich männliche Erben vor. Auch während der Regentschaft ihres Bruders blieb sie eine aktive Vertreterin des Königshauses und engagierte sich unter anderem für Kinder und Jugendliche sowie für Menschen mit Legasthenie.
(jom/spot)
Bild: König Haakon trauert um seine Tante Astrid. / Quelle: Abdullah Firas/ABACAPRESS/ddp images






