Rob Reiner (1947-2025) ist neun Monate nach seinem Tod mit einem Emmy ausgezeichnet worden. Der Schauspieler und Regisseur gewann bei den Creative Arts Emmy Awards am Sonntagabend in Los Angeles den Preis als bester Gastdarsteller in einer Comedyserie. Geehrt wurde seine Rolle des Restaurantberaters Albert Schnurr in der vierten Staffel von „The Bear“.
Die Laudation auf Reiner im Peacock Theater hielt Wendi McLendon-Covey (56), die den Preis auch stellvertretend entgegennahm. „Wir alle wünschten, er wäre hier“, sagte sie laut „Deadline“ ins Publikum, woraufhin sich das Publikum zu minutenlangen Ovationen erhob. Die Kameras schwenkten auch auf Jamie Lee Curtis (67), die ebenfalls für ihre Gastrolle in „The Bear“ nominiert war. Reiner hatte ihr zugeschrieben, ihn zu dem Engagement überredet zu haben.
Er setzte sich in der Kategorie gegen Michael J. Fox und Brett Goldstein (beide „Shrinking“), Hamish Linklater („Widow’s Bay“), Christopher McDonald („Hacks“) und Connor Storrie („Saturday Night Live“) durch.
Der dritte Emmy
Für Reiner war es der dritte Emmy und zugleich ein Rekord. Die ersten beiden gewann er 1974 und 1978 als Michael „Meathead“ Stivic in „All in the Family“ – dazwischen liegen 48 Jahre, so viel Zeit ist bei keinem Darsteller je zwischen zwei Emmy-Erfolgen vergangen. Die alte Bestmarke von 37 Jahren hielt ausgerechnet sein Vater Carl Reiner.
In „The Bear“ war Reiner in drei Folgen als Franchise-Berater zu sehen, der Koch Ebraheim (Edwin Lee Gibson) unterstützt. Das Serienfinale setzte ihm ein Denkmal: Ebra ruft Albert an, um von der Zusage für das Franchise-Geschäft zu berichten, und verabschiedet sich mit „As you wish“ – eine Anspielung auf Reiners Filmklassiker „Die Braut des Prinzen“ von 1987.
Reiner und seine Frau Michele Singer Reiner waren am 14. Dezember 2025 in ihrem Haus im Los Angeles Stadtteil Brentwood erstochen aufgefunden worden. Ihr Sohn Nick Reiner wurde wegen zweifachen Mordes angeklagt und plädierte auf nicht schuldig. Reiner wurde 78 Jahre alt.
Die großen Preise folgen am 14. September
Die Creative Emmy Awards werden an zwei Abenden vor der großen Gala der Emmy-Verleihung vergeben. Prämiert werden Gastauftritte, Varieté- und Musikprogramme, Animation, Dokumentationen und technische Gewerke von Kamera über Ton bis Licht. Den ersten Abend beherrschte Bad Bunnys Halbzeitshow beim Super Bowl mit sieben Preisen. Sechs Emmys gingen an „The Traitors“, deren Moderator Alan Cumming zum dritten Mal in Folge gewann.
Bei der Hauptgala am 14. September fallen etwa die Entscheidungen über die beste Drama- und Comedyserie sowie über die Haupt- und Nebenrollen. Reiner soll dort im „In Memoriam“-Teil gewürdigt werden.
(eyn/spot)
Bild: Rob Reiner löst mit seinem drittem Emmy-Gewinn einen Rekord seines Vaters ab. / Quelle: Alex Garcia/Chicago Tribune/TNS/ddp/Sipa USA


