Vom Improvisationstalent zum Superhelden: Michael Keaton wird 75

Vom Improvisationstalent zum Superhelden: Michael Keaton wird 75

Michael Keaton feiert am 5. September seinen 75. Geburtstag. Der US-Schauspieler blickt auf eine vielseitige Karriere zurück, in der er zahlreiche unterschiedliche Rollen verkörperte. Seine wohl bekannteste Figur bleibt jedoch der Superheld Batman. Obwohl Keaton nie mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, zählen mehrere Golden Globes und ein Emmy Award zu seinen wichtigsten Ehrungen.

Michael John Douglas wurde am 5. September 1951 in Kennedy Township, Pennsylvania, geboren und wuchs als eines von sieben Kindern in einer Arbeiterfamilie auf. Erste schauspielerische Erfahrungen sammelte er während seines Studiums an der Kent State University, wo er in Theaterproduktionen mitwirkte. Es war eine Zeit, die ihn dazu veranlasste, eine Karriere als Schauspieler anzustreben. Nach kleineren Rollen in lokalen Fernsehproduktionen zog er nach Los Angeles, um sich ganz der Schauspielerei zu widmen. In der Großstadt schärfte Keaton in Comedyclubs seine Improvisationsfähigkeiten, bis ein etablierter Comedy-Autor auf ihn aufmerksam wurde und ihn einem bekannten Regisseur vermittelte.

Im Rückblick beschrieb Keaton gegenüber „CBS News“ den zähen Casting-Prozess für seinen großen Durchbruch: „Ich bekam ein Vorsprechen. Und dann kam eine Rückmeldung, noch eine Rückmeldung, noch eine Rückmeldung, noch eine – ich glaube, insgesamt fünf oder sechs.“ Es handelte sich um die Rolle des Bill Blazejowski in Ron Howards Komödie „Nightshift – Das Leichenhaus flippt völlig aus“ (1982). In dem Film konnte er zudem seine Improvisationskünste unter Beweis stellen. Danach begann er, regelmäßig in Filmen aufzutreten.

Sein Name war bereits „vergeben“

Bevor seine Schauspielkarriere Fahrt aufnahm, legte Keaton seinen Geburtsnamen ab, da er aus mehreren Gründen nicht unter Michael John Douglas als Schauspieler arbeiten konnte. Bei der Beantragung seiner Screen-Actors-Guild-Mitgliedskarte Ende der 1970er-Jahre war der Name Michael Douglas (81) in Hollywood bekanntermaßen vergeben. Zudem führte ein Talkshow-Moderator den Namen Mike Douglas.

Den Künstlernamen „Keaton“ wählte er laut eigener Aussage gegenüber „People“ eher zufällig: Beim Durchblättern eines Buchs, höchstwahrscheinlich eines Telefonbuchs, sei ihm der Name aufgefallen. Nach seinem Auftritt in „Night Shift“ erhielt er eine Rolle in der Komödie „Mr. Mom“ (1983) und war anschließend vermehrt in Comedy-Produktionen zu sehen. Langfristig strebte er jedoch einen Imagewechsel an. Mit „Beetlejuice“ (1988) gelang es ihm schließlich, eine andere Seite von sich zu zeigen.

Burton schwärmt von Keaton

Der Film wurde von Tim Burton (68) inszeniert, mit dem er fortan eine erfolgreiche Kollaboration startete. Denn es war Burton, der Keaton für die Rolle des „Batman“ besetzte. Keaton übernahm in „Batman“ (1989) und „Batmans Rückkehr“ (1992) die Rolle des Superhelden. Beide Filme spielten zusammen weltweit mehr als 650 Millionen Dollar ein. Im Gespräch mit „GQ“ erklärte der Regisseur, warum er damals Keaton für die Rolle haben wollte. „Ich liebe Michael, weil er eine ganz eigene Energie hat. Deshalb wollte ich ihn als Batman haben. Man schaut ihm in die Augen und er wirkt intelligent, unheimlich, verrückt, alles auf einmal.“

Damals machte eine Petition die Runde, in der rund 50.000 Fans das Casting von Keaton verurteilten. Doch mit seiner Performance als Batman überzeugte er sowohl Anhänger als auch Kritiker. Ursprünglich sollte ein dritter „Batman“-Film gedreht werden. Doch als Burton nicht mehr als Regisseur an Bord war, verließ auch Keaton das Projekt. Doch trotz einer Gage von 15 Millionen Dollar lehnte er eigenen Aussagen nach ab.

Diese Rollen lehnte er ab

In den 1990er-Jahren war Keaton kontinuierlich als Schauspieler aktiv, lehnte jedoch mehrere Angebote ab, die sich später zu kommerziellen und kritischen Erfolgen entwickelten. Ursprünglich war er als Hauptdarsteller für „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (1993) vorgesehen, entschied sich jedoch gegen die Rolle. Im Interview mit „Entertainment Weekly“ erläuterte er seine Beweggründe: „Ich dachte mir: ‚Der Typ klingt wie einer dieser ironischen, sarkastischen, redegewandten jungen Männer, die ich schon gespielt habe‘, und am Ende war es einfach großartig. Aber besser als Bill Murray (75) kann man das nicht machen.“

Zudem sei er für die Hauptrolle in der erfolgreichen Serie „Lost“ im Gespräch gewesen. Doch als er erfuhr, dass die Figur Jack Shephard über die Pilotfolge hinaus eine große Rolle in der Serie haben sollte, lehnte er ab. Die Rolle ging schließlich an Matthew Fox (60).

Comeback mit „Birdman“

Nach der Jahrtausendwende gelang es Keaton nicht, an seine früheren Kinoerfolge anzuknüpfen. Seine größten Publikumserfolge feierte er in dieser Phase als Synchronsprecher: In „Cars“ (2006) lieh er dem Rennwagen Chick Hicks seine Stimme, in „Toy Story 3“ (2010) sprach er die Figur Ken. Viele seiner Filme blieben kommerziell und kritisch hinter den Erwartungen zurück. Dafür war er verstärkt in Fernsehproduktionen präsent. Für seine Leistung in „Live aus Bagdad“ (2002) erhielt er eine Golden-Globe-Nominierung. 2007 wirkte er in der Miniserie „The Company“ mit und wurde für einen SAG-Award nominiert.

Einen deutlichen Karriereschub brachte ihm die Rolle des Riggan Thomson in „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ ein. Dafür gewann er den Golden Globe in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller in einer Komödie oder einem Musical“ und erhielt eine Oscarnominierung. Im Gespräch mit dem „Guardian“ sagte er über seinen Karriereweg: „Ich bin einfach nur überwältigt und dankbar, dass ich mit allem durchgekommen bin – hier zu experimentieren, dies auszuprobieren, dort zu scheitern, in manchen Dingen gut zu sein, in anderen nicht so gut. Es ist schon irgendwie erstaunlich, dass die Leute immer noch zu mir halten.“

Er war mit Courteney Cox zusammen

Keaton war lediglich einmal verheiratet: 1982 gab er Caroline McWilliams, mit der er einen Sohn namens Sean hat, das Jawort. Die Ehe endete 1990 in Scheidung. Anschließend führte er eine fünfjährige Beziehung mit der „Friends“-Schauspielerin Courteney Cox (62). Seit 2016 ist Keaton mit Marni Turner liiert.

„Dopesick“ war ein persönliches Projekt für Keaton

Nach dem Erfolg von „Birdman“ übernahm Keaton wieder mehr Filmrollen. Bereits ein Jahr später trat er in „Spotlight“ auf, der für sechs Oscars nominiert wurde und zwei Auszeichnungen erhielt, darunter den Preis für den „Besten Film“. In „The Founder“ (2016) verkörperte er den Unternehmer Ray Kroc, einen der Mitbegründer von McDonald’s. Später entschied sich der Schauspieler, erneut im Superhelden-Genre mitzuwirken: In „Spider-Man: Homecoming“ schlüpfte er in die Rolle des Antagonisten Vulture, in „The Flash“ (2022) war er erneut als Batman zu sehen.

Für seine Leistung in der Serie „Dopesick“ wurde Keaton mit einem SAG-Award und einem Emmy ausgezeichnet. Die Miniserie, die sich mit den Opfern der Opioid-Krise befasst, hatte für ihn eine besondere persönliche Bedeutung. Bei der Entgegennahme des SAG-Awards sagte er in seiner Rede: „Ich bin dankbar, dass ich etwas tun kann, das vielleicht das Leben eines anderen Menschen verbessert. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt“, sagte Keaton mit Tränen in den Augen. „Vor allem aber – angesichts des Themas – widme ich dies meinem Neffen Michael und meiner Schwester Pam. Ich habe meinen Neffen Michael durch Drogen verloren, und das tut weh.“

(des/spot)

Bild: Michael Keaton feiert am 5. September seinen 75. Geburtstag. / Quelle: IMAGO/Cover-Images

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