Norwegen nimmt am Sonntag Abschied von König Harald (1937-2026). In allen elf Domkirchen des Landes werden Trauergottesdienste gehalten, dazu in zahlreichen Gemeindekirchen. Beginn ist jeweils um 11:00 Uhr. Einzige Ausnahme ist der Nidarosdom, der erst um 17:00 Uhr zum Gottesdienst lädt.
„Wir trauern um König Harald und empfinden tiefe, aufrichtige Dankbarkeit für alles, was er für uns alle war, sein Leben und Wirken hindurch“, erklärte der Präses der Norwegischen Kirche, Olav Fykse Tveit, am Freitag in einer Mitteilung.
Absperrgitter rund um den Osloer Dom
Vor dem Osloer Dom liefen die Vorbereitungen bereits am Samstagmorgen. Die Polizei ließ Absperrgitter rund um die Kirche aufstellen, die deshalb bis Sonntag geschlossen bleibt. „Wir haben derzeit Abstimmungstreffen mit Vertretern der Kirche und bereiten den Trauergottesdienst von morgen vor“, sagte Polizeisprecher Tom Berger dem Portal „Nettavisen“.
Die Beamten rechnen damit, dass der Dom bis auf den letzten Platz gefüllt sein wird. Auch für die Presse werden eigene Vorkehrungen getroffen. „Die Kirchen öffnen in ganz Norwegen für Trauergottesdienste, wir gehen davon aus, dass viele Menschen kommen wollen, um ihren Respekt zu zeigen und an der Trauer teilzunehmen“, so Berger. Man habe mehrere Kirchen mit Zeremonien, in denen alle Platz finden und sich sicher fühlen sollten.
Bischöfin Sunniva Gylver leitet den Gottesdienst
Den Gottesdienst im Osloer Dom hält Bischöfin Sunniva Gylver. Zugang haben alle Interessierten, der Sender NRK überträgt ab 11:00 Uhr im Stream.
Weil ein großer Andrang erwartet wird, bitten Kirche und Polizei die Besucher um einige Vorkehrungen. „Sie müssen wissen, dass sie rechtzeitig da sein müssen, damit noch Platz ist. Außerdem ist es ratsam, nicht zu viele Gegenstände mitzubringen“, sagte Berger. Die Besucherinnen und Besucher würden kontrolliert.
Kerzen und Kondolenzbücher bis zur Beisetzung
Über die Gottesdienste hinaus stehen die Domkirchen bis zur Beisetzung täglich offen. Wer möchte, kann dort beten, eine Kerze anzünden oder sich in ein Kondolenzbuch eintragen. Viele Gemeindekirchen bieten das ebenfalls an.
„Es ist naheliegend, die Kirchen in dieser besonderen Zeit für unser Land zu öffnen“, sagte Tveit. Es könne guttun, zusammenzukommen, ob man nun schweigend eine Kerze anzünden, ein Gebet sprechen oder mit jemandem reden wolle.
Der Osloer Dom bildet dabei eine Ausnahme. Er bleibt nach dem Trauergottesdienst bis zum Tag der Beisetzung geschlossen. Sämtliche weiteren Veranstaltungen im Dom und im Kirchenzentrum Trefoldighet sind bis auf Weiteres abgesagt, wie die Norwegische Kirche auf ihrer Website mitteilt.
Der Sarg des am Freitag verstorbenen Königs Harald V. wird bis zum Tag der Beisetzung in der Schlosskapelle des Osloer Königsschlosses öffentlich zugänglich sein. Wer sich persönlich verabschieden will, kann dort in gewissen Zeitfenstern langsam am Sarg vorbeigehen. Die Termine, an denen die Kapelle für die Öffentlichkeit geöffnet sein wird, will das norwegische Königshaus später bekannt geben, wie es auf seiner Internetseite mitteilt.
(stk/spot)
Bild: König Harald verstarb am Freitag im Alter von 89 Jahren. / Quelle: imago/PPE






