Vom historischen Johann von Schadowitz zum Mythos KRABAT und zum guten Geist unserer Heimat

Königswartha, 27.08.2026 (lifePR) – Nach 18 KRABAT-FESTEN bündelt die 5. KRABAT-Woche in der Region rund um Hoyerswerda, Bautzen und Kamenz zahlreiche Veranstaltungen entlang des KRABAT-Radwegs. Sie führt an Orte, an denen sich Geschichte nicht nur in Erzählungen findet, sondern in Landschaften, Handwerk, Landwirtschaft, Sprache, Festen und im Alltag der Menschen. Der Mythos KRABAT wird dabei zum roten Faden einer Reise durch eine Kulturlandschaft, die ihre Geschichte kennt und zugleich immer wieder neu erzählt.

Wo Geschichte lebendig bleibt
Eröffnet wird die KRABAT-Woche am 3. Oktober an der KRABAT-Mühle in Schwarzkollm. Beim Erntedankfest wird sichtbar, wie selbstverständlich sorbische Kultur und Identität in der Region ihren Platz haben. Musik und Tanz sowie überliefertes Brauchtum stehen dabei für eine Kultur, die nicht museal bewahrt, sondern von Menschen weitergegeben und immer wieder neu gelebt wird. Handwerk, regionale Küche und Angebote für Familien gehören ebenso dazu wie Begegnung und gemeinsames Feiern.

Weitere an diesem Tag stattfindende Veranstaltungen in Eutrich, Deutschbaselitz, Wittichenau, Hoyerswerda und Mortka führen an Orte, an denen sich unterschiedliche Ebenen der regionalen Geschichte begegnen.

KRABAT – Mensch und Mythos
In den folgenden Tagen öffnet sich der Blick auf KRABAT in seinen unterschiedlichen Facetten – auf den historischen Johann von Schadowitz, auf die Figur der sorbischen Überlieferung und auf den Mythos, der daraus über die Jahrhunderte entstanden ist.

Lesungen, Geschichten am Lagerfeuer und zweisprachige Angebote eröffnen unterschiedliche Zugänge zum Stoff. Bei Angeboten rund um die heimischen saisonalen Kräuter sowie Radtouren verbindet sich regionales Wissen mit der Landschaft, in der die KRABAT-Geschichten verankert sind. In der Schrotholzscheune in Bergen öffnet sich am Mittwoch, 07. Oktober, zusätzlich die Welt der Lutki – ein weiterer Zugang zur sorbischen Sagenwelt. Die KRABAT-Woche nimmt dabei bewusst verschiedene Formen der Überlieferung und Auseinandersetzung auf; wie mündliche Erzählungen, historische Bezüge, sorbische Kultur und heutige Interpretationen. So wird KRABAT nicht auf die Figur des Zauberers reduziert, sondern als kultureller Stoff sichtbar, der sich über Generationen verändert und dennoch mit seiner Herkunftsregion verbunden bleibt.

Zwischen Herkunft und Zukunft
Am Donnerstag, 8. Oktober, richtet sich der Blick auf die Zukunft der Region. Beim 3. Regionalen Berufemarkt an der Sorbischen Oberschule in Ralbitz informieren rund 50 regionale Aussteller über Ausbildung, Praktika, Ferienarbeit und berufliche Perspektiven. Workshops zu Programmierung, digitalem Handwerk, Holzarbeiten und virtueller Berufsorientierung zeigen, dass regionale Verwurzelung und moderne Entwicklung keine Gegensätze sein müssen.

Am Abend führt die Veranstaltung „27 Jahre in den Stiefeln des KRABAT“ im Alten Vorwerk in Groß Särchen zurück zur langjährigen Auseinandersetzung mit der Figur und ihrem Mythos. Damit wird eine weitere Ebene der KRABAT-Geschichte sichtbar. Die Frage, wie eine überlieferte Figur in der Gegenwart immer wieder neu interpretiert wird.

KRABAT als Teil des regionalen Lebens
Am Samstag, 10. Oktober, zeigt sich die Vielfalt der KRABAT-Region an mehreren Orten. Beim Herbstfest in der Bautzener Innenstadt können Besucherinnen und Besucher regionale Produkte entdecken und den neuen Bautzener Sagenpfad erkunden. Die KRABAT-Milchwelt in Kotten lädt zu dem die Region verbindenden Erntedank- und Kirmesmarkt ein.

Beim Fischerfest in der Teichwirtschaft Weißig wird die jahrhundertealte Teichwirtschaft beim Schaufischen sichtbar. Sie steht beispielhaft für eine Landschaft, deren Geschichte auch durch Landwirtschaft, Fischerei und den Umgang mit natürlichen Ressourcen geprägt wurde.

Im Haus der Tausend Teiche in Wartha richtet sich das Programm an Familien. Beim Schattentheater werden KRABAT, die Mühle und die Raben lebendig. Kinder und Erwachsene können sich auf spielerische Weise mit dem Stoff auseinandersetzen und anschließend selbst Teil der Aufführung werden.

Über die eigentliche Veranstaltungswoche hinaus lädt das Heimatmuseum Dissen Kinder dazu ein, sich kreativ mit KRABAT auseinanderzusetzen. Noch bis zum 15. Oktober können beim Bastelwettbewerb „KRABAT im Schuhkarton“ eigene Ideen entstehen und eingereicht werden.

Eine Kulturlandschaft im Wandel
Zur regionalen Lebenswelt gehört auch die Küche. Sorbische Hochzeitssuppe, Kartoffeln mit Leinöl und Quark, Buttermilchplinsen und Mohngebäck verweisen auf eine kulinarische Tradition, die ebenso wie Sprache, Handwerk und Bräuche Teil der regionalen Identität ist. Im Klostercafé in Panschwitz-Kuckau wird diese regionale Küche ebenfalls Teil der KRABAT-Woche.

Auch die Landschaft erzählt von Veränderung. Der Braunkohleabbau hat tiefe Spuren hinterlassen und vielerorts neue Landschaften entstehen lassen. Heute stehen diese Orte für Wandel, Verlust und Neubeginn. Sie verbinden die Veranstaltungsorte und machen deutlich, dass die KRABAT-Region keine statische Kulisse für eine alte Sage ist, sondern eine Kulturlandschaft in Bewegung. Zum Abschluss der Woche steht am Sonntag, 11. Oktober, der Erntedankgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt in Wittichenau und die Prämierung der Gewinner des KRABAT-Quizzes. So führt die KRABAT-Woche vom historischen Johann von Schadowitz über den Mythos KRABAT in die Gegenwart einer zweisprachigen Region. Sie macht sichtbar, wie sorbische und deutsche Geschichte, kulturelle Identität und heutiges Leben miteinander verbunden sind.

Johann von Schadowitz war ein Mensch. Aus seiner Geschichte wurde ein Mythos. Der Mythos gehört zu einer konkreten Heimat – und diese Heimat ist keine Kulisse der Vergangenheit, sondern eine lebendige sorbisch-deutsche Kulturlandschaft.

Die ausführliche Veranstaltungsübersicht ist unter www.krabatwoche.de abrufbar.

Das könnte dir auch gefallen

Mehr ähnliche Beiträge