Olivia Wilde (42) weiß, wie man einen Auftritt hinlegt: Zur Freiluftpremiere ihrer Komödie „The Invite“ kam die Schauspielerin und Regisseurin am Samstag in einem knappen Outfit auf den roten Teppich des 79. Locarno Film Festivals. Ihr Kleid bestand aus einem tief ausgeschnittenen Lederoberteil mit Spaghetti-Trägern, das ihre Oberweite nur notdürftig bedeckte sowie einem bodenlangen, hellen Chiffonrock.
Accessoires setzte Wilde sparsam ein und trug nur feinen Ohrschmuck sowie ein schmales Armband. Ihre Haare fielen ihr offen und leicht gewellt über eine Schulter.
Ausverkauft auf der Piazza Grande
Bei dem berühmtesten Filmfestival der Schweiz und größtem Freilichtkinos Europas brachte Wilde ihren Film „The Invite“ mit, der seit dem 30. Juli in den deutschen Kinos läuft. Im Zentrum stehen Joe (Seth Rogen) und Angela (Wilde), ein Ehepaar in der Krise. Als sie ihre rätselhaften Nachbarn Piña (Penélope Cruz) und Hawk (Edward Norton) zum Abendessen einladen, nimmt der Abend eine Richtung, mit der niemand gerechnet hat.
Für Wilde ist es nach „Booksmart“ und „Don’t Worry Darling“ die dritte Regiearbeit. Die Hauptrolle wollte sie ursprünglich gar nicht übernehmen: Der Cast habe sie dazu gedrängt, verriet sie in Locarno laut „The Hollywood Reporter“. Die Unterstützung der Fans für ihren Film bezeichnete sie als „eine wahre, wahre Ehre“. Es sei vermutlich das einzige Mal, dass ihr Film auf einer derart großen Leinwand laufe.
„Er hat den Zyniker aus mir herausgeschmolzen“
Bereits bei der Pressekonferenz am Nachmittag hatte Wilde erzählt, was die Arbeit an „The Invite“ mit ihr gemacht hat. Durch den Film sei sie „so viel romantischer“ geworden. Und: „Er hat den Zyniker aus mir herausgeschmolzen.“ Der Film zeige die Dynamiken und verschiedenen Facetten in einer Beziehung, die sich auch nach Jahren immer wieder verändern.
Deutlich schärfer wurde Wilde beim Thema Kino: Sie habe hartnäckig darauf bestehen müssen, dass ihre Arbeit überhaupt im Kino gezeigt werde. „Sie bestechen dich, damit du nicht ins Kino gehst“, so die Regisseurin. Nicht die Filmemacher bekämten das Geld, sondern die Geldgeber – und die können beim Streaming eben deutlich mehr verdienen. Komödien seien lange in eine zweite Reihe geschoben worden, dabei profitiere kein Genre so sehr vom gemeinsamen Sehen.
(eyn/spot)
Bild: Olivia Wilde zeigte in Locarno ihren Film „The Invite“ erstmals unter freiem Himmel. / Quelle: IMAGO/ABACAPRESS




