„Die Fotografin“ im TV: Bewegendes Biopic mit Kate Winslet

„Die Fotografin“ im TV: Bewegendes Biopic mit Kate Winslet

Bilder von Krieg, Leid und Befreiung – aufgenommen von einer Frau, die sich gegen Widerstände ihren Platz im Journalismus erkämpfte. Mit „Die Fotografin“ zeigt das „ARD SommerKino“ am Montag, 3. August, um 20:15 Uhr im Ersten ein eindrucksvolles Biopic über das Leben der legendären Kriegsfotografin Elizabeth „Lee“ Miller (1907-1977). In der Hauptrolle überzeugt Oscarpreisträgerin Kate Winslet (50) mit einer ebenso kraftvollen wie nuancierten Darstellung.

Regisseurin Ellen Kuras erzählt nicht nur die Geschichte einer außergewöhnlichen Fotografin, sondern auch die einer Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt behauptete. Die Handlung setzt 1937/38 in Südfrankreich ein. Der Film begleitet das ehemals gefeierte Model Lee Miller von ihren Anfängen dort als Fotografin bis zu ihren Einsätzen als Kriegsberichterstatterin während des Zweiten Weltkriegs.

Gemeinsam mit dem Life-Fotografen David E. Scherman (1916-1997) dokumentierte sie die Befreiung Europas und hielt die Gräueltaten in den Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald in Bildern fest, die bis heute zu den wichtigsten fotografischen Zeugnissen des Holocaust zählen.

Überzeugende Kate Winslet

Kate Winslet trägt den Film, der 2024 in die Kinos kam, nahezu allein. Sie zeigt Lee Miller als selbstbewusste, kompromisslose und zugleich verletzliche Frau, die sich den Schrecken des Krieges aussetzt, weil sie überzeugt ist, dass die Welt die Wahrheit sehen muss. Unterstützt wird sie von einem hochkarätigen Ensemble um Alexander Skarsgård, Marion Cotillard, Andy Samberg und Josh O’Connor. O’Connor spielt Antony Penrose (78), Millers Sohn, dessen Interview die Rahmenhandlung bildet und dessen Biografie die Drehbuchvorlage ist.

Dass der Film überhaupt realisiert werden konnte, ist auch Winslet zu verdanken. Sie engagierte sich nicht nur als Hauptdarstellerin, sondern brachte das Projekt über Jahre hinweg als Produzentin entscheidend voran. Ihr Anliegen: eine Frau ins Zentrum zu rücken, deren Leistungen lange hinter ihrem berühmten Namen verborgen geblieben waren.

Die wahre Lee Miller

Die US-Amerikanerin Elizabeth „Lee“ Miller zählt heute zu den bedeutendsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde sie zunächst als Model in New York, bevor sie nach Paris ging und beim Surrealisten Man Ray (1890-1976) das Fotografieren erlernte. Schon bald entwickelte sie ihren eigenen Stil und arbeitete erfolgreich als Modefotografin.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs änderte sich ihr Leben grundlegend. Für die britische „Vogue“ berichtete sie über die Folgen der deutschen Luftangriffe auf London und begleitete später als akkreditierte Kriegsreporterin die alliierten Truppen durch Europa. Ihre Fotografien aus den befreiten Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald gehören zu den eindringlichsten Dokumenten der NS-Verbrechen. Berühmt wurde auch das ikonische Bild, das Lee Miller zufälligerweise am Tag von Hitlers Tod in dessen Münchner Wohnung in der Badewanne zeigt – aufgenommen von ihrem Kollegen David E. Scherman. Nach dem Krieg litt Miller unter schweren psychischen Folgen ihrer Erlebnisse. Erst viele Jahre nach ihrem Tod wurde ihr fotografisches Werk umfassend gewürdigt und als Meilenstein der Foto- und Zeitgeschichte anerkannt.

„Die Fotografin“ ist damit weit mehr als ein klassisches Biopic. Der Film erinnert an eine Frau, die ihre Kamera als Werkzeug gegen das Vergessen verstand – und deren Bilder bis heute erschüttern, weil sie den Krieg nicht heroisierten, sondern seine menschlichen Abgründe ungeschönt festhielten.

(ili/spot)

Bild: Die Fotografin Lee Miller (Kate Winslet) hält die Schrecken des Krieges mit ihrer Kamera aus nächster Nähe fest. / Quelle: Sky UK Ltd/Kimberley French

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