Auch die Queen war Fan: Trauer um Pferdeflüsterer Monty Roberts

Auch die Queen war Fan: Trauer um Pferdeflüsterer Monty Roberts

Der wohl bekannteste Pferdeflüsterer der Welt ist tot: Monty Roberts (1935-2026) ist am 31. Juli im Alter von 91 Jahren auf seiner Farm im kalifornischen Solvang gestorben. Das bestätigte seine Tochter Debbie in der Nacht zu Montag. Seine Ehefrau Patricia soll US-Medien zufolge bis zu seinem letzten Atemzug an seiner Seite gewesen sein.

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Er setzte auf gewaltfreien Umgang mit den Tieren

Roberts galt als Legende des Pferdesports. Über Jahrzehnte hinweg gab er sein Wissen an Millionen Pferdefreunde weiter und veränderte damit die Reitwelt dauerhaft.

Seine prominenteste Anhängerin saß in Großbritannien auf dem Thron: Queen Elizabeth II. (1926-2022) begeisterte sich für die gewaltfreie Trainingsmethode und lud Roberts 1989 ein, sie an ihren eigenen Pferden vorzuführen. Aus der Begegnung wurde eine Freundschaft, die mehr als drei Jahrzehnte hielt. 2011 ernannte die Königin ihn für seine Verdienste zum Mitglied des Königlichen Viktorianischen Ordens.

Geboren wurde Monty Roberts 1935 im kalifornischen Salinas als Sohn eines Pferdetrainers. Mit drei Jahren saß er im Sattel, mit vier bestritt er seine ersten Rodeo-Turniere. Vor der Kamera stand er ebenfalls schon als Vierjähriger, als Kinder-Stuntman. Das Verhältnis zum Vater war schwierig. Der Senior soll gewalttätig gewesen sein, gegenüber seinem Sohn wie gegenüber den Tieren. Diese Erfahrung ließ Roberts früh an den damals gängigen Trainingsmethoden zweifeln. Er wollte belegen, dass sich das Vertrauen eines Pferdes auch ohne Zwang gewinnen lässt.

Er landete internationalen Bestseller

Die Antwort suchte er in Nevada, wo er wilde Mustangs zusammentrieb und ihre Körpersprache studierte. Aus der Beobachtung, wie sich die Tiere innerhalb ihrer Herden verständigen, entwickelte er seine Join-Up-Methode und eine Philosophie, die auf Geduld, Empathie und gegenseitigem Respekt fußt. Vermittelt hat er sie in Büchern und bei unzähligen Vorträgen. Sein 1996 erschienenes Buch „Der mit den Pferden spricht“ wurde ein internationaler Bestseller.

Nebenbei gewann Roberts zahlreiche Rodeo-Wettbewerbe, und auch Hollywood klopfte an. 1944 sprang er bei den Dreharbeiten zu „National Velvet“ als Double für die verletzte Elizabeth Taylor ein, elf Jahre später half er James Dean beim Reittraining für einen Film.

Auch nach Deutschland zog es ihn regelmäßig. Jeden Sommer reiste Roberts auf das Gestüt Fährhof in Niedersachsen, um dort junge Vollblüter auf eine Karriere als Rennpferd vorzubereiten.

Der Streit um den „Pferdeflüsterer“

Um einen Punkt seiner Biografie ranken sich bis heute Legenden: Diente Roberts‘ Leben als Vorlage für den Kinofilm „Der Pferdeflüsterer“ mit Robert Redford? Roberts selbst bejahte das mit sichtlichem Stolz, Buchautor Nicholas Evans allerdings widersprach.

Unstrittig ist dagegen, was Roberts von den harten Methoden hielt, die in dem Film zu sehen sind. Er lehnte sie strikt ab und stellte klar: „Ich würde ein Pferd niemals so anfassen!“

Das gibt der Familie jetzt Trost

Seine Tochter Debbie würdigte ihn nun in einem langen und persönlichen Statement. Darin schrieb sie: „Für die Welt wurde er als der Mann bekannt, der auf Pferde hört. Für mich war er einfach Papa, ein Mann mit außergewöhnlicher Freundlichkeit, unerschütterlicher Integrität und einer unerschütterlichen Überzeugung, dass Vertrauen das erreichen könnte, was Kraft nie tun könnte.“ Weiter betonte sie: „Während unsere Herzen gebrochen sind, finden wir auch Trost darin, zu wissen, dass sein Erbe jedes Mal weiterlebt, wenn jemand seine Lebensarbeit fortsetzt.“

(ae/spot)

Bild: Monty Roberts galt als der bekannteste Pferdeflüsterer der Welt. / Quelle: imago images/Everett Collection

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