Große Trauer um Autorin Monika Helfer

Große Trauer um Autorin Monika Helfer

Die hochrangigen Namen der österreichischen Politik nehmen Abschied von Monika Helfer. Die Vorarlberger Schriftstellerin ist am Sonntag im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines Sturzes gestorben. „Wenige konnten das einfache Leben mit so viel Eleganz und Würde wiedergeben wie Monika Helfer“, schrieb Bundespräsident Alexander Van der Bellen (82) in den sozialen Medien. „Ihre einfühlsame Stimme hat die österreichische Literatur mit jedem Buch mehr bereichert. Meine Gedanken sind bei Michael Köhlmeier und ihren Angehörigen.“

Auch Vizekanzler Andreas Babler (53), in der Regierung für die Kulturagenden zuständig, meldete sich zu Wort. „Ich bin tief bestürzt vom Tod von Monika Helfer. Gerade noch waren wir gemeinsam bei den Bregenzer Festspielen und ich durfte sie als außergewöhnlichen Menschen kennenlernen“, zitiert ihn der ORF. Ihre Bücher hätten viele Menschen bewegt, ihr Werk bleibe durch seine „sprachliche Kraft und Menschlichkeit in Erinnerung“.

Beileidsbekundungen aus Wien

Aus Wien kam Beileid von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler sowie von Bürgermeister Michael Ludwig, der Helfer zu den prägenden Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur zählte. In einer Aussendung hieß es weiter: „Mit ihrer unverwechselbaren Sprache und ihrer besonderen Art des Erzählens schuf sie Werke, die weit über Österreich hinaus gelesen und geschätzt werden.“

Monika Helfer war laut übereinstimmenden Medienberichten am Samstag in ihrem Garten gestürzt. Sie wurde ins Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht, wo sie in der Nacht starb. Helfer war mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier verheiratet und Mutter von vier Kindern. Ihre Tochter Paula verunglückte 2003 bei einer Wanderung tödlich, ein Verlust, den die Mutter 2010 im Roman „Bevor ich schlafen kann“ verarbeitete.

Der Durchbruch kam mit über 70 Jahren

Geboren wurde Monika Helfer am 18. Oktober 1947 in Au im Bregenzerwald. Nach einer turbulenten Kindheit und einem unglücklichen Leben mit ihrem ersten Ehemann erschien mit 30 ihr Debüt „Eigentlich bin ich im Schnee geboren“ (1977). Ihr richtiger Durchbruch folgte aber tatsächlich erst 2020, als ihr Roman „Die Bagage“ über ihre Großmutter mütterlicherseits und deren Kinder wochenlang auf den Bestenlisten stand.

Es folgten „Vati“ (2021), ein Denkmal für ihren bücherliebenden Vater, und „Löwenherz“ (2022) über ihren Bruder Richard. Die preisgekrönte Trilogie brachte sie in die erste Reihe der österreichischen Gegenwartsliteratur.

(eyn/spot)

Bild: Monika Helfer gehörte zu den prägendsten Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur. / Quelle: imago/SKATA/Karl Schöndorfer

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