Tom Hiddleston (45) tauscht das martialische Marvel-Universum gegen eine echte Katastrophe. Der britische Schauspieler moderiert die dreiteilige Doku-Serie „Pompeji mit Tom Hiddleston“, die National Geographic ab Sonntag, 26. Juli, um 21:50 Uhr zeigt. Ab dem 23. Juli kann das Doku-Drama bereits auf Disney+ gestreamt werden.
Wiedersehen mit dem „Loki“-Produzenten
Hinter der Produktion von Plimsoll Productions steckt ein altbekanntes Gespann: Hiddleston arbeitet erneut mit Kevin R. Wright (43) zusammen, dem ausführenden Produzenten der Marvel-Serie „Loki“. Statt Zeitreisen im Fantasy-Kostüm gibt es diesmal eine Reise in die echte Vergangenheit. Die Serie mischt filmisch nachgestellte Szenen mit Dokumentation, kombiniert Archäologie mit szenischen Kamerafahrten und versetzt das Publikum ins antike Rom, genauer in die Stunden vor und während des Ausbruchs des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus.
Unterstützt wird Hiddleston von einem Team aus Archäologen, Historikern, Geologen und Katastrophenexperten. Gemeinsam fördern sie Befunde zutage, die an lange gepflegten Annahmen über die letzten Stunden der Stadt kratzen. Eine These der Serie: Viele der Betroffenen hätten durchaus eine Chance gehabt, dem Ausbruch zu entkommen.
Vom Cambridge-Seminar ins Marvel-Universum
Für den Briten ist die Antike keine neue Bekanntschaft. Bevor Hiddleston an der Royal Academy of Dramatic Art Schauspiel studierte, belegte er am Pembroke College in Cambridge Altertumswissenschaften. Der große Durchbruch kam trotzdem über einen nordischen Gott: Seit dem Marvel-Film „Thor“ (2011) spielt er dessen Adoptivbruder Loki, zuletzt in der eigenen Serie, die 2021 auf dem Streamingservice Disney+ startete. Den Golden Globe im Jahr 2017 brachte ihm dagegen kein Comicstoff ein, sondern der Spion Jonathan Pine in der Le-Carré-Verfilmung „The Night Manager“.
Privat lebt Hiddleston mit der Schauspielkollegin Zawe Ashton (41) zusammen. Die beiden lernten sich 2019 bei dem Theaterstück „Betrayal“ kennen und haben zwei Kinder. Die Bühne begleitet ihn ohnehin seit dem Beginn seiner Karriere, unter anderem in Adaptionen klassischer Shakespeare-Stücke für das BBC-Fernsehen.
Drei Schicksale, ein Countdown
Klassischer Stoff also, wie auch beim National-Geographic-Doku-Drama „Pompeji mit Tom Hiddleston“. Erzählt wird die Katastrophe entlang von drei Geschichten echter Menschen, deren Spuren sich in den Ruinen finden lassen.
Ein Lehrling, eine einflussreiche Geschäftsfrau und ein rätselhafter Prätorianer (Mitglied der Elitetruppe der römischen Kaiser) stehen vor Entscheidungen, die kaum zu treffen sind, aber darüber entscheiden, wer überlebt – und wer nicht.
Kein Zerstörungsdrama, sondern menschliche Schicksale
„Die antike Welt beflügelt meine Fantasie und weckt meine Neugier, solange ich denken kann“, sagt Hiddleston laut Pressemitteilung. Wer Pompeji besuche, erlebe, wie „die zeitliche Kluft von 2.000 Jahren zwischen damals und heute“ zu schwinden scheine. Die Stadt sei vor allem für ihr Ende bekannt, dabei ließen sich bei genauerem Hinsehen die Details des Alltags und die Momente vor der Verschüttung freilegen. Diese Schicksale wieder ins Licht zu rücken, nennt er „eine große Ehre“.
Wright wiederum bringt seine Handschrift aus „Loki“ mit und will Geschichte anders auf den Bildschirm bringen als gewohnt. Die Serie zeichne Pompeji nicht als Erzählung der Zerstörung, sondern als Summe menschlicher Dramen.
(jmk/spot)
Bild: Tom Hiddleston (re.) mit Dr. Darius Arya in der Stadt Herculaneum, die wie Pompeji beim Ausbruch des Vesuvs unterging. / Quelle: National Geographic


