Besuch in Cambridge: König Charles lobt Europas erste Öko-Moschee

Besuch in Cambridge: König Charles lobt Europas erste Öko-Moschee

König Charles III. (77) hat bei seinem Besuch der Zentralmoschee von Cambridge das Gebäude gelobt, das in Europa bislang ohne Vorbild ist. Die 2019 eröffnete Einrichtung gilt als erste Öko-Moschee des Kontinents. Der Monarch nannte sie nach Angaben der britischen Zeitung „Mirror“ „ein bemerkenswertes Beispiel für integrierte Glaubensaktivitäten“.

Empfangen wurde der König am Montag von Imamen und Treuhändern des Hauses sowie von Glaubensvertretern aus der ganzen Stadt, die sich zur Unterstützung des Gotteshauses zusammengeschlossen haben. Begleitet wurde er beim Rundgang von Julia Barfield, Direktorin des Londoner Büros Marks Barfield Architects, das den preisgekrönten Bau entworfen hat, und von Timothy Winter, dem Vorsitzenden des Kuratoriums. Besonderes Interesse zeigte der naturverbundene Monarch am Gemeinschaftsgarten.

Kühl ohne Klimaanlage

Photovoltaikanlagen auf dem Dach, ein Gründach, Luftwärmepumpen, natürliche Belüftung und Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Technik des Hauses wurde dem König im Detail vorgeführt. Eine Klimaanlage braucht das Gebäude nicht. Trotz 25 Grad in der Stadt blieb es im Inneren angenehm kühl.

Vor dem Betreten des Hauptgebetsraums zog Charles in einem Nebenraum die Schuhe aus. Dort traf er Gruppen aus der Nachbarschaft und Schulkinder, die unter der Woche den Religionsunterricht besuchen. Die Gemeinde versteht sich selbst als Beleg dafür, welche Rolle Glaubensgemeinschaften im Kampf gegen die Erderwärmung spielen können. Auch islamische Lehren zur Bewahrung der Schöpfung kamen bei dem Besuch zur Sprache.

Dass der König seit Jahrzehnten ein ausgeprägtes Interesse an Architektur pflegt, war ihm bei diesem Termin anzumerken. Er würdigte den Versuch der Architekten, eine eigene britische Formensprache für Moscheebauten zu entwickeln, und bezeichnete das Haus als „großartig“. Die Fächergewölbe der nahen King’s College Chapel zitiert der Entwurf ebenso wie das viktorianische Mauerwerk im Cambridger Stadtteil Romsey.

König Charles wünscht weiterhin viel Erfolg

Zur Sprache kam auch, welchen Anteil Moschee und andere Gebetsstätten daran haben, dass Cambridge Forscherinnen und Forscher aus aller Welt anzieht. Viele von ihnen prägen den Ruf und die Wirtschaftskraft der Stadt. Zum Abschluss enthüllte der 77-Jährige noch eine Gedenktafel. „Die Sorgfalt und die Aufmerksamkeit, die Sie darauf verwendet haben, und die Tatsache, dass Sie hier eine eigens gebaute Moschee mit angeschlossenem Gemeindezentrum haben, leisten sicher einen enormen Beitrag“, sagte er. „Nicht nur für die muslimische Gemeinschaft, sondern für Cambridge selbst. Ich gratuliere Ihnen also, und ich bete von ganzem Herzen, dass Sie weiterhin jeden erdenklichen Erfolg haben.“

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Auf dem offiziellen Instagram-Account wurden anschließend einige Impressionen von dem Besuch veröffentlicht und betont: „Die nachhaltigkeitsorientierte Moschee kombiniert ihr Design, energieeffiziente Systeme und erneuerbare Energieerzeugung, um erheblich die Kohlenstoffeinsätze zu reduzieren.“

In Cambridge wartete eine weitere Aufgabe auf König Charles. Er eröffnete offiziell das neue White Laboratory, ein Raumfahrt- und Energie-Laboratorium der renommierten Universität.

(ae/spot)

Bild: König Charles enthüllte in der Öko-Moschee zum Abschluss noch eine Gedenktafel. / Quelle: imago images/Avalon.red/Chris Jackson

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