Robin Williams (1951-2014) hätte am 21. Juli seinen 75. Geburtstag gefeiert. Der US-Schauspieler prägte über Jahrzehnte hinweg die Filmbranche mit seinem Sinn für Humor und seiner außergewöhnlichen Wandlungsfähigkeit. Williams begeisterte nicht nur in komödiantischen Rollen, sondern bewies auch eindrucksvoll sein Talent in ernsten Filmen.
In Dramen wie „Zeit des Erwachens“ oder dem Psychothriller „Insomnia“ zeigte er sich von einer anderen, düsteren Seite, die Publikum und Kritiker gleichermaßen überzeugte. Für seine Nebenrolle in „Good Will Hunting“ wurde er 1998 mit dem Oscar ausgezeichnet. Die Nachricht von seinem Tod am 11. August 2014 erschütterte die Filmwelt. Er hinterließ seine Ehefrau sowie drei Kinder.
Humor als Schutzschild
Robin McLaurin Williams wurde am 21. Juli 1951 in Chicago geboren. Er war das einzige gemeinsame Kind von Robert Fitzgerald Williams, einem leitenden Manager bei der Ford Motor Company, und Laurie McLaurin, die als Model arbeitete. Williams wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Doch aufgrund der vollen Terminkalender seiner Eltern verbrachte er viel Zeit ohne sie und wurde viel von Kindermädchen betreut. Als eher zurückhaltendes Kind fiel es ihm schwer, Anschluss zu finden.
Schon früh entdeckte er Humor als Schutzmechanismus. In der Sendung „Inside the Actors Studio“ erinnerte sich Williams an diese Zeit: „Ich war so schüchtern, dass ich mich stundenlang in mein Zimmer zurückzog und dort ganz allein mit meinen Spielzeugsoldaten spielte.“ Gleichzeitig versuchte er zu Hause, die Aufmerksamkeit seiner Mutter zu gewinnen, indem er sie zum Lachen brachte. Seine Leidenschaft für Comedy entwickelte sich jedoch erst später. „Mit der Comedy habe ich erst im Studium richtig angefangen. Als Kind war ich sehr ruhig“, erklärte Williams im Gespräch mit dem „Interview Magazine“.
Enge Freundschaft mit Christopher Reeve
1973 erhielt Williams ein Vollstipendium für die renommierte Juilliard School in New York. Er wurde gemeinsam mit Christopher Reeve (1952-2004) als einer von nur zwei Teilnehmern in das „Advanced Program“ aufgenommen. Zu seinen Mitstudierenden zählten unter anderem William Hurt (1950-2022) und Mandy Patinkin (73). Während dieser Zeit entwickelte sich eine enge Freundschaft zwischen Williams und Reeve, die bis zu Reeves Tod Bestand hatte. Auch finanziell unterstützten sie sich: „Mein Studiendarlehen war noch nicht eingegangen und er hat sein Essen mit mir geteilt“, erinnerte sich Williams in einem Reddit AMA.
Jahre später zeigte sich die tiefe Verbundenheit erneut, als Reeve nach einer schweren Verletzung im Krankenhaus lag. Williams besuchte ihn und sorgte auf seine ganz eigene Weise für einen besonderen Moment. In Reeves Buch „Still Me“ heißt es: „Die Tür flog auf und herein eilte ein untersetzter Mann mit einer blauen OP-Haube, einem gelben OP-Kittel und einer Brille, der mit russischem Akzent sprach. Er verkündete, er sei mein Proktologe und müsse mich sofort untersuchen – es war Robin Williams und zum ersten Mal seit dem Unfall lachte ich. Mein alter Freund hatte mir das Gefühl gegeben, dass alles irgendwie wieder gut werden würde.“
Seine Drogenabhängigkeit
Mit der Sitcom „Mork & Mindy“ gelang Williams der Durchbruch im Fernsehen. Hinter den Kulissen hatte er jedoch mit einer schweren Kokainabhängigkeit zu kämpfen. Über die Wirkung der Droge sagte er gegenüber „People“: „Kokain war für mich ein Ort, an dem ich mich verstecken konnte. Die meisten Leute werden von Koks hyperaktiv. Mich hat es eher beruhigt.“
Williams war mit dem Komiker John Belushi (1949-1982) befreundet, der 1982 an einer tödlichen Überdosis starb. Der Verlust erschütterte ihn zutiefst. Diese Erfahrung und insbesondere auch die Geburt seines ersten Sohnes Zachary „Zak“ Williams im April 1983 wurden für Williams zu entscheidenden Wendepunkten, die er in „Inside the Actors Studio“ als einen „Weckruf“ beschrieb. In der Folge wandte er sich von Drogen ab und fand im Radsport einen neuen Ausgleich. Das Fahrradfahren wurde für ihn mehr als nur ein Hobby. In einem Reddit AMA erklärte er: „Am liebsten fahre ich Fahrrad. Ich fahre Rennräder. Und für mich ist das eine Art Meditation in Bewegung.“
Erfolgreiche Filmkarriere
Ab den 1980er-Jahren etablierte sich Robin Williams zunehmend im Kino und übernahm Rollen in Filmen wie „Garp und wie er die Welt sah“ und „Moskau in New York“. Für seine Leistungen in „Good Morning, Vietnam“, „Der Club der toten Dichter“ und „König der Fischer“ erhielt er jeweils eine Oscar-Nominierung. Einen Academy Award gewann er schließlich für „Good Will Hunting“ als bester Nebendarsteller. In den 1990er-Jahren wandte sich Williams verstärkt familienfreundlichen Produktionen zu und landete eine Reihe großer Kinoerfolge. So lieh er dem Genie in „Aladdin“ seine Stimme – der Animationsfilm spielte weltweit mehr als 500 Millionen Dollar ein.
Auch mit „Mrs. Doubtfire“ und „Jumanji“ feierte er Kassenerfolge. Nach der Jahrtausendwende zeigte sich Williams von seiner düsteren Seite. In „One Hour Photo“ verkörperte er einen unheimlichen Fototechniker, während er in Christopher Nolans „Insomnia“ als skrupelloser Krimiautor zu sehen war. Über diese Rollenwahl sagte er im Interview mit „Empire“: „Es war kein bewusster Plan, ernstere Rollen anzunehmen. Die Leute halten mich für sympathisch und wenn sich dieser harmlos wirkende Typ dann tatsächlich als brutaler Schläger entpuppt, ist das von Vorteil.“
Drei Ehen für Williams
Williams war dreimal verheiratet und Vater von drei Kindern: Zachary, Zelda (36) und Cody (43). Seine erste Ehe ging er mit der Schauspielerin Valerie Velardi ein, die er 1976 während seiner Zeit als Barkeeper in San Francisco kennengelernt hatte. Die beiden heirateten 1978, trennten sich jedoch zehn Jahre später wieder. 1989 folgte die zweite Ehe mit Marsha Garces, der früheren Nanny seines Sohnes, die zu diesem Zeitpunkt bereits mit ihrer gemeinsamen Tochter Zelda schwanger war. 1991 wurde Sohn Cody geboren. Die Beziehung hielt bis 2008, ehe sich das Paar aufgrund unüberbrückbarer Differenzen 2010 scheiden ließ.
Im Oktober 2011 heiratete Williams schließlich die Künstlerin und Grafikdesignerin Susan Schneider. Mit ihr lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 2014 in Kalifornien. Über seine Liebe zu Frauen sagte Williams im Gespräch mit dem „Interview Magazine“: „Sie sind wunderbar – sie sind erstaunliche Wesen. Man kann nie genug über sie lernen. Sie machen im besten Sinne süchtig. Sie haben so viele Ebenen. Da ist die körperliche Ebene, die viel Spaß macht. Und da ist diese emotionale Ebene, die extrem wechselhaft ist.“
Überraschender Tod
Am 11. August 2014 erschütterte die Nachricht von Robin Williams‘ Tod die Fans weltweit. Der Schauspieler wurde im Alter von 63 Jahren tot in seinem Haus in Kalifornien aufgefunden. Sein Pressesprecher erklärte damals: „Robin Williams ist heute Morgen verstorben. Er hatte in letzter Zeit mit schweren Depressionen zu kämpfen. Dies ist ein tragischer und plötzlicher Verlust. Die Familie bittet in dieser sehr schweren Zeit respektvoll um Privatsphäre, während sie trauert.“
Die Behörden bestätigten später, dass Williams Suizid begangen hatte. Laut Obduktionsbericht wurden weder Alkohol noch illegale Drogen in seinem Körper nachgewiesen. Zudem wurde nach der Autopsie bekannt, dass der Schauspieler an Parkinson-Diagnose und Lewy-Körperchen-Demenz litt.
Hilfe bei Depressionen, Suizidgedanken und der Bewältigung von Krisen bietet in Deutschland Tag und Nacht die Telefonseelsorge unter den kostenlosen Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 oder unter der 116 123. Anrufende bleiben anonym.
Trotz seines frühen Todes bleibt sein künstlerisches Erbe bestehen: Mit seinem Humor und seiner Vielseitigkeit hat Robin Williams Generationen von Zuschauern zum Lachen gebracht.
(des/spot)
Bild: Robin Williams wäre am 21. Juli 75 Jahre alt geworden. / Quelle: imago/ZUMA Press Wire





