Die große „SOKO“-Landkarte: Alles Wissenswerte zu den TV-Krimis

Die große „SOKO“-Landkarte: Alles Wissenswerte zu den TV-Krimis

Mit „SOKO 5113“ startete am 2. Januar 1978 im ZDF die erste und später namensgebende Reihe des „SOKO“-Kosmos. Aus dem Münchner Original entwickelte sich über die Jahrzehnte eine ganze Serienfamilie: Insgesamt entstanden elf „SOKO“-Formate aus Deutschland und Österreich.

Wie aus einer Serie ein ganzes Universum wurde

Die Mutter aller „SOKOs“ trug zunächst den Titel „SOKO 5113“ und war mehr als vier Jahrzehnte im ZDF zu sehen. Die Zahlenfolge ging auf die Telefondurchwahl des Leiters der Sonderkommission zurück. Publikumslieblinge wie Gerd Silberbauer (73) prägten die Ur-Serie über viele Jahre und wurden für zahlreiche Zuschauer zum Gesicht der Münchner Ermittler. 2016 taufte das ZDF die Serie in „SOKO München“ um, damit sie ins Namensschema der jüngeren Ableger passte. Inhaltlich änderte sich dadurch zunächst wenig: Der neue Titel war vor allem eine strategische Entscheidung für die gemeinsame Marke.

Den Grundstein für dieses Namensschema legte „SOKO Leipzig“. Der erste Ableger ging 2001 an den Start und trug von Beginn an den Namen seines Schauplatzes. Mit Marco Girnth (56), der im Februar 2026 nach 25 Jahren ausstieg, entwickelte sich die Serie rasch zu einem der erfolgreichsten Formate des Franchise. Alle späteren Ableger folgten diesem Muster.

„SOKO Leipzig“ nimmt bis heute eine Sonderstellung innerhalb des Franchise ein. Aufgrund der konstant hohen Einschaltquoten verlegte das ZDF die Serie bereits kurz nach ihrem Start vom Vorabend auf den Freitagabend. Dort laufen die neuen Folgen der Staffeln um 21:15 Uhr. Damit ist „SOKO Leipzig“ die einzige Reihe der Markenfamilie mit einem festen Sendeplatz in der Primetime.

Diese Teams ermitteln derzeit

Aktuell werden für sechs beziehungsweise sieben „SOKO“-Reihen neue Folgen produziert. Neben „SOKO Leipzig“ gehören dazu „SOKO Köln“, die seit 2003 läuft, und „SOKO Wismar“, die seit 2004 an der Ostsee ermittelt. Aus Österreich kommt seit 2005 die „SOKO Donau“, die im ZDF unter dem Titel „SOKO Wien“ ausgestrahlt wird. Mit Stefan Jürgens (63), der viele Jahre den Ermittler Carl Ribarski spielte, prägte auch sie eine der bekanntesten Figuren des gesamten Franchise. 2009 kam „SOKO Stuttgart“ hinzu, später folgten „SOKO Potsdam“ im Jahr 2018 und „SOKO Linz“ im Jahr 2022 als dritter österreichischer Ableger.

Aus dem Linzer Format zog sich das ZDF nach der dritten Staffel (2024) allerdings zurück. Infolgedessen ist die Serie in Deutschland derzeit nicht im regulären Free-TV zu sehen.

Diese Serien sind Geschichte

Vier Ableger wurden bereits eingestellt. Am schwersten wog das Aus für die Mutterserie: „SOKO München“ verabschiedete sich Ende 2020 nach 46 Staffeln und 675 Folgen, die letzte Episode lief am 29. Dezember 2020. ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler nannte die Serie ein „Stück deutscher Fernsehgeschichte“.

Ebenfalls beendet sind „SOKO Kitzbühel“ (2001 bis 2021), die kurzlebige „SOKO Rhein-Main“ (2006 bis 2007) und „SOKO Hamburg“, die 2024 nach sechs Staffeln endete. „SOKO Rhein-Main“ war ohnehin ein Sonderfall: Zum Start hieß die Serie „Die Spezialisten: Kripo Rhein-Main“, weil sie sich in der Ermittlungstechnik von den übrigen „SOKOs“ abhob. Nach schwachen Quoten war 2007 wieder Schluss.

Ein Spin-off und große Crossover

Neben den regulären Reihen gab es einige Sonderfälle. Den Anfang machte 1997 „Solo für Sudmann“, ein zwölfteiliges Spin-off rund um einen pensionierten Kommissar der „SOKO 5113“, der in München eine Privatdetektei eröffnet.

2013 brachte das ZDF mit „SOKO – Der Prozess“ erstmals mehrere Teams zusammen. Das fünfteilige Crossover verband „SOKO 5113“, „SOKO Köln“, „SOKO Wismar“, „SOKO Stuttgart“ und „SOKO Leipzig“ und schuf die erste inhaltliche Verbindung zwischen den Serien. 2019 folgte mit „Der vierte Mann“ ein deutsch-österreichisches Crossover zwischen „SOKO Donau“ und „SOKO Leipzig“. Die Handlung orientierte sich an einer wahren Geschichte um die Wiener Geschäftsfrau Rudolfine Steindling.

Neuzugang bei „SOKO Leipzig“

Frischen Wind bringt der erfolgreichste Ableger: In der 27. Staffel von „SOKO Leipzig“ übernimmt Simon Böer (51) die Rolle des Hauptkommissars Dirk Trebbe. Seinen Einstand feiert er zum Staffelauftakt im Oktober 2026 an der Seite von Melanie Marschke, Amy Mußul und Johannes Hendrik Langer.

Für Böer schließt sich damit ein Kreis. Nach seiner Schauspielausbildung hatte er zeitweise mit einer Laufbahn bei der Kriminalpolizei geliebäugelt, bevor die erste Filmrolle dazwischenkam. Nun geht er der alten Berufsidee immerhin vor der Kamera nach.

(ili/spot)

Bild: Simon Böer (r.) verstärkt ab Herbst die „SOKO Leipzig“. / Quelle: Steffen Junghans/ZDF

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