Berlin, 14.07.2026 (lifePR) – Angesichts der aktuellen Diskussion um geplante Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und der Kritik von Kirchenvertretern daran weist die internationale christliche Hilfsorganisation Samaritan’s Purse auf die Bedeutung langfristiger Partnerschaften und lokaler Verankerung hin.
„Humanitäre Hilfe bemisst sich nicht allein an der Summe der eingesetzten Mittel, sondern daran, ob sie Menschen in Krisen nachhaltig stärkt“, sagt Marina Nobiling, Vorstand von Samaritan’s Purse Deutschland. „In Jahrzehnten weltweiter Nothilfe haben wir immer wieder erlebt: Wirksame Hilfe braucht neben Ressourcen auch gewachsene Beziehungen, Vertrauen und starke Partner vor Ort. Menschen, die ihre Gemeinschaften kennen, sind entscheidend dafür, dass Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird – und auch dann weiterwirkt, wenn internationale Einsätze enden.“
Hintergrund sind die geplanten Kürzungen im Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie die Kritik führender Kirchenvertreter daran. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel hatte angesichts der Haushaltslage für einen Kompromiss geworben und zugleich eine Stärkung der humanitären Hilfe gefordert. Während Entwicklungszusammenarbeit langfristig den Aufbau tragfähiger Strukturen und die Bekämpfung von Armut verfolgt, dient humanitäre Hilfe dazu, Menschen in akuten Krisen und Katastrophen zu schützen und ihr Überleben zu sichern.
Gerade in akuten Krisen zeigt sich, dass Nothilfe und langfristiger Wiederaufbau von Beginn an zusammengedacht werden müssen. Internationale Einsatzteams können schnell zusätzliche Kapazitäten schaffen. Entscheidend für nachhaltige Wirkung ist jedoch die Zusammenarbeit mit lokalen Verantwortlichen und bestehenden Strukturen.
Ein aktuelles Beispiel ist Venezuela: Nach dem schweren Erdbeben hat Samaritan’s Purse zunächst akut Verletzte in einem mobilen Feldkrankenhaus versorgt. Parallel arbeitet die Organisation gemeinsam mit lokalen Gesundheitsbehörden und internationalen Partnern wie der WHO daran, die medizinische Versorgung dauerhaft zu stärken und Verantwortung schrittweise an lokale Kräfte zu übergeben.
Wie wichtig bestehende Partnerschaften bereits zu Beginn eines Einsatzes sind, zeigt der Libanon: Dort stellen internationale Einsatzteams dringend benötigte Hilfe bereit und arbeiten dabei eng mit lokalen Partnern zusammen. Sie sind dauerhaft in den betroffenen Gemeinden präsent, kennen die Bedürfnisse der Menschen und können die Unterstützung auch nach dem Ende internationaler Einsätze fortführen.
„Hilfe geschieht nie im luftleeren Raum. Wer Menschen in Krisen unterstützt, begegnet nicht nur der unmittelbaren Not, sondern auch der Frage, wie Menschen langfristig gestärkt werden können“, sagt Nobiling. „Humanitäre Hilfe ist immer auch Ausdruck eines Menschenbildes und der Werte, aus denen eine Organisation handelt. Unser Fundament ist der christliche Glaube: Wir glauben, dass jeder Mensch von Gott geschaffen, geliebt und mit unverlierbarer Würde ausgestattet ist. Diese Überzeugung prägt unsere Arbeit – in akuten Krisen ebenso wie überall dort, wo es darum geht, neue Perspektiven zu ermöglichen.“
