Nach Missbrauchsvorwürfen: Paris Hiltons ehemalige Schule geschlossen

Nach Missbrauchsvorwürfen: Paris Hiltons ehemalige Schule geschlossen

Für Paris Hilton (45) ist es ein Moment, auf den sie nach eigenen Worten lange hingearbeitet hat. Die Behörden im US-Bundesstaat Utah haben der Provo Canyon School die Lizenz für ihren Standort in Springville entzogen. In eben jener Einrichtung will die Unternehmerin und Reality-Bekanntheit als Jugendliche Missbrauch erlebt haben. Gegenüber dem US-Magazin „People“ erklärte sie, sie fühle sich durch die Entscheidung „so bestätigt“.

Das Utah Department of Health and Human Services gab den Lizenz-Entzug am 6. Juli bekannt. Die Behörde begründete den Schritt damit, dass der Betreiber die Anforderungen an Gesundheit und Sicherheit nicht erfüllt und wiederholt gegen staatliche Vorschriften verstoßen habe. Die Lizenz sei mit sofortiger Wirkung entzogen, der Betrieb müsse bis zum 6. August eingestellt werden. Neue Schülerinnen und Schüler aufzunehmen, ist der Einrichtung untersagt.

Paris Hilton: „Wir haben die Wahrheit gesagt“

In ihrem Statement gegenüber „People“ ordnete Hilton die Entscheidung nicht nur als persönlichen Erfolg ein. „Seit mehr als fünfzig Jahren haben Kinder Geschichten von Missbrauch, Vernachlässigung und Trauma vorgebracht“, sagte sie. „Heute hat der Staat bestätigt, was Betroffene die ganze Zeit über wussten: Die Provo Canyon School hat die Kinder in ihrer Obhut im Stich gelassen.“

Sie selbst zähle zu diesen Kindern. „Ich weiß, wie es sich anfühlt, um Hilfe zu schreien und zu glauben, dass niemand kommt“, so Hilton. Kinder, die sich noch in der Einrichtung befänden, wüssten nun, dass endlich jemand komme, um sie zu schützen. Und weiter: „Das kleine Mädchen in mir, dem gesagt wurde, dass ihm niemals geglaubt werde, fühlt sich heute so bestätigt. Wir haben die Wahrheit gesagt. Das haben wir immer getan.“

Paris Hilton erhob erstmals im September 2020 in ihrer YouTube-Dokumentation „This Is Paris“ Anschuldigungen gegen die Canyon School in Utah, die sie als 17-Jährige besuchte. Sie sei dort von Angestellten emotional, physisch und psychologisch missbraucht worden. Im Februar 2021 sagte sie zudem vor Gericht gegen die Einrichtung aus. In einem Video für die „New York Times“ erhob sie im Oktober 2022 erneut schwere Vorwürfe, beschuldigte unter anderem Mitarbeitende der Schule des sexuellen Missbrauchs.

https://www.instagram.com/p/DagCAEaRcGu/?hl=en

Behörde listet zahlreiche Verstöße auf

Die Mitteilung der Utah-Behörde führt laut „People“ mehrere mutmaßliche Verstöße auf, darunter Versäumnisse beim Schutz der Klienten vor Schaden und bei einer ausreichenden Personalbesetzung. Bereits im Vormonat hatten die Behörden dem Provo-Standort Auflagen erteilt und dabei Bedenken hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit angeführt.

Der ABC-Sender „KTVX“ berichtete zudem, dass die Einrichtung später mit Sofortmaßnahmen belegt wurde. Hintergrund waren Vorwürfe, wonach Mitarbeiter die medizinische Behandlung eines Klienten verzögert hätten. Separate Klagen werfen der Schule dem Bericht zufolge vor, einen 13-jährigen Jungen während eines Übergriffs nicht geschützt und bei einem Mädchen die Versorgung hinausgezögert zu haben. Dieses habe nach neun Tagen Wartezeit ein schweres Nierenleiden entwickelt.

Auf Instagram bezeichnete Hilton die Neuigkeit als „die Nachricht, für die ich gekämpft und gebetet habe“. Sie dankte anderen Betroffenen und Aktivisten, die über die Jahre auf das Thema aufmerksam gemacht hätten.

(lau/spot)

Bild: Paris Hilton freut sich über die Schließung ihrer ehemaligen Schule. / Quelle: imago/AFF-USA / Starbuck/ AFF-USA.COM

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