Witz über Femizide? Dieter Nuhr weist Kritik zurück

Witz über Femizide? Dieter Nuhr weist Kritik zurück

Der Kabarettist Dieter Nuhr (65) wehrt sich gegen den Vorwurf, er habe sich in einer Sendung über Frauenmorde lustig gemacht. Auf Facebook stellte er klar: „Habe ich nicht.“ Weiter schrieb Nuhr: „Kein Witz über Femizide, nirgends. Habe ich noch nie gemacht. Werde ich nicht tun. Der Vorwurf ist lächerlich.“ Zudem bestreitet er, Opfern die Schuld gegeben zu haben.

https://www.facebook.com/nuhr.de/posts/pfbid0Nmc3jrXgX7BCA4ZsbaXAmJFhvUaDaWdVBra1RAAMB2mZf4VbxgQ2pkimhnKaPw1bl?

Die Vorwürfe beziehen sich auf Aussagen Nuhrs in einer XXL-Ausgabe von „Nuhr im Ersten“ vom 18. Juni. Darin sagte der Kabarettist: „Es gibt etwa 300 bis 350 Frauenmorde jedes Jahr und bitte: Natürlich sind das 300 bis 350 zu viel. Das ist doch keine Frage.“ Doch die Wahrscheinlichkeit, unter den „zig Millionen“ Männern in Deutschland „in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, ist praktisch null. Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erst mal kennenlernt.“

So verteidigt Dieter Nuhr seine Aussagen

Auf Facebook betonte Nuhr, er habe mit seinem Beitrag auf eine aus seiner Sicht pauschale Verurteilung von Männern aufmerksam machen wollen. Kritisiert habe er insbesondere die Verwendung des Begriffs „strukturell“, der „allen Männern Schuld zuweist“. Anlass seiner Aussagen seien Zeitungsartikel gewesen, in denen Frauen infrage gestellt hätten, „noch mit Männern leben zu können, weil diese ’statistisch töten'“. Diese aus seiner Sicht „völlig überzogene pauschale Verunglimpfung“ habe er thematisieren wollen.

Der Komiker weiter: „Ich habe betont, dass jeder Frauenmord selbstverständlich (!) einer zuviel ist, aber dass die Chance, bei der Partnerwahl auf einen Frauenmörder zu stoßen, verschwindend gering ist.“ Er habe aufzeigen wollen, dass man „bei der Partnerwahl gelassen bleiben“ könne.

rbb verweist auf Kunstfreiheit

Der für die Sendung zuständige Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) reagierte bereits auf die Kritik. „Dass die zitierte Passage auf große Kritik stößt, können wir nachvollziehen. In Satireformaten gilt es jedoch auch die künstlerische Freiheit zu achten“, heißt es in einem Statement. Die Sendung sei als Satireformat bekannt. „Dieter Nuhr darf grundsätzlich als Künstler vor dem Hintergrund der Kunstfreiheit auch provozierend und zugespitzt formulieren.“

(paf/spot)

Bild: Dieter Nuhr erklärt sich zu seiner Aussage über Femizide. / Quelle: imago/Andreas Weihs

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