Stundenlang bei höchstem UV-INDEX in der Sonne liegen, jede Gelegenheit zum Bräunen nutzen und die Ergebnisse auf Social Media präsentieren: „Tanmaxxing“ ist der neueste Trend. Vor allem junge Menschen feiern gebräunte Haut wieder als Schönheitsideal und zeigen stolz ihre Bräunungsstreifen. Für manche kann die Haut nicht dunkel genug werden, worauf auch der Name des Trends anspielt. In der Wetter-App wird gecheckt, wann die UV-Strahlung besonders stark ist, dann geht es in den Park, an den Strand oder auf den Balkon. Auch ein Besuch im Sonnenstudio soll die gewünschten Resultate liefern.
„Tanmaxxing“ ist ein weiterer von vielen Begriffen, die im Rahmen der Selbstoptimierung im Netz kursieren. Bekannt wurde zuvor besonders das „Looksmaxxing“. Dabei versuchen insbesondere junge Männer, ihr äußeres Erscheinungsbild zu verbessern, um attraktiver zu wirken. Neben Fitness, Hautpflege und Mode gehören dazu teilweise auch gesundheitsschädliche Methoden.
Keine Art der Bräunung ist gesund
Auch exzessives und selbst leichtes Bräunen ist nicht gesund. Jede Art der Bräunung zeigt, dass die Haut bereits auf UV-Strahlung reagiert hat. Medizinisch betrachtet ist die Bräune ein Schutzmechanismus des Körpers: Durch die UV-Strahlung kann die DNA in den Hautzellen geschädigt werden. Die Zellen produzieren vermehrt das Pigment Melanin. Dieses lagert sich in den oberen Hautschichten ein und färbt die Haut dunkler. Das Melanin soll die tieferliegenden Hautzellen vor weiterer UV-Strahlung schützen, kann bereits entstandene Schäden jedoch nicht rückgängig machen.
Wiederholte UV-Belastung erhöht das Risiko für vorzeitige Hautalterung, Pigmentstörungen und Hautkrebs. Natürliche und künstliche UV-Strahlung wurde von der International Agency for Research on Cancer (IARC) als Klasse-1-Karzinogen eingestuft. Insgesamt ist UV-Strahlung der größte Verursacher von Hautkrebs.
Auch unter dem Make-up braucht es Sonnenschutz
Sonnenschutz ist demnach unerlässlich und sollte in keiner Beauty-Routine fehlen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt, starke UV-Strahlung möglichst zu meiden und die Haut durch Kleidung sowie Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 zu schützen. Im Wasser, in den Bergen und in südlichen Urlaubsländern ist LSF 50+ ein Muss. Damit die Creme schützen kann, muss genug aufgetragen werden. Vier gehäufte Esslöffel sind dem BfS zufolge eine ausreichende Menge für den ganzen Körper.
Auch das Gesicht muss eingecremt werden – selbst wenn Make-up aufgetragen wird. Der Sonnenschutz bildet immer die unterste Schicht. Foundation oder eine getönte Creme mit Lichtschutzfaktor ersetzt die Sonnencreme nicht. Um einen ausreichenden Schutz zu erhalten, müsste eine sehr dicke Schicht aufgetragen werden.
(paf/spot)
Bild: „Tanmaxxer“ legen sich beim höchsten UV-Index in die Sonne. / Quelle: IT Stock / iStock via Getty Images



