Als schlecht gelaunter Dr. House wurde Hugh Laurie (66) weltweit bekannt. Mit einem ähnlich scharfen Sarkasmus wie seine berühmte Serienfigur reagierte der britische Schauspieler kürzlich auf Kritik auf der Social-Media-Plattform X. Später entschuldigte sich Laurie für seine Antwort.
Was ist passiert?
In der Serie „Dr. House“, im Original schlicht „House“, verkörperte Laurie den titelgebenden Arzt, einen Spezialisten für die Diagnose ungewöhnlicher Krankheitsfälle. Mitte der 2000er-Jahre wurde er mit der Rolle zum internationalen Star, auch wenn er zuvor bereits in zahlreichen Produktionen vor der Kamera gestanden hatte. Bis heute besitzt die Figur für viele Serienfans Kultstatus.
Die freie Journalistin Janet Murray konnte die Beliebtheit der Serie offenbar nicht ganz nachvollziehen. Sie sei spät dran, habe aber nun begonnen, sich die erste Staffel von „Dr. House“ anzusehen, schrieb sie vor wenigen Tagen auf X. Die Handlung wirke auf sie sehr repetitiv und formelhaft, deutete sie an, und stellte schließlich die Frage: „Davon acht Staffeln?“
https://x.com/hughlaurie/status/2063714447084929437
Laurie antwortete daraufhin mit deutlichem Sarkasmus: „Danke für Ihre Kritik, Janet. Wir haben tatsächlich ein paar Folgen ausprobiert, in denen House […] auf Anhieb die richtige Diagnose stellt, aber die waren nur sechs Minuten lang. NBC war nicht begeistert. Dann haben wir ein paar ausprobiert, in denen House nie die richtige Diagnose stellt und der Patient stirbt. Das Publikum war nicht begeistert.“
Murrays Analyse könne man auch auf andere Kunstformen anwenden, etwa auf Frida Kahlos (1907-1954) Selbstporträts oder auf Johann Sebastian Bachs (1685-1750) Goldberg-Variationen. Es sei um Varianten eines Themas gegangen. Für jemanden, der nur „medizinisches Blabla“ sehe, sei die Serie nicht gedacht. „Trotzdem freue ich mich schon auf Ihren ersten Roman“, entgegnete Laurie.
Die Internettrolle und der „dünnhäutige Arsch“
Murray schrieb daraufhin einen Artikel, auf den sie Laurie in einem weiteren X-Beitrag hinwies. Seine Antwort habe sie tatsächlich amüsiert, erklärte sie. Zugleich gebe es auf der Plattform aber ein deutliches Ungleichgewicht, da Laurie dort wesentlich mehr Follower habe als sie. Sein Konter habe „einige ziemlich schreckliche“ Angriffe von Internettrollen nach sich gezogen. Sie selbst habe genug Medienerfahrung, um damit umgehen zu können. Andere Menschen hätten eine solche Reaktion jedoch womöglich als deutlich belastender empfunden.
„Es tut mir leid, wenn Leute Sie wegen meines Tweets angegriffen haben. Das war überhaupt nicht meine Absicht“, entgegnete Laurie daraufhin. „Ich war ein bisschen betrunken und schon wegen etwas anderem verärgert, das nichts mit Ihnen zu tun hatte.“ Auch er habe dafür einiges abbekommen. „Anscheinend bin ich ein dünnhäutiger Arsch, obwohl es gar nicht meine Haut war“, schrieb der Schauspieler weiter.
Er habe versucht, die von ihm geschätzten Drehbuchautorinnen und -autoren von „Dr. House“ zu verteidigen. Kahlo und Bach hätte er seiner Ansicht nach ebenfalls nicht erwähnen sollen, damit habe er um Ärger gebettelt.
(wue/obr/spot)
Bild: Hugh Laurie in seiner Rolle als Dr. House. / Quelle: imago images/Newscom/AdMedia



