Der Roman „Kap der Angst“, früher auch unter dem Namen „Ein Köder für die Bestie“ bekannt, hat Hollywood bereits mehrfach erobert. Erstmals machte 1962 Robert Mitchum als Psychopath Max Cady das Leben von Rechtsanwalt Sam Bowden (Gregory Peck) und dessen Familie zur Hölle. Rund 35 Jahre später war es dann Martin Scorsese (83), der sich dem Thriller-Stoff widmete und Weltstar Robert De Niro (82) auf Nick Nolte (85) hetzte.
Ab dem 5. Juni geht „Kap der Angst“ erstmals auf Apple TV in Serie und verspricht, dem nervenaufreibenden Psychoterror der Vorlage noch mehr Tiefe zu verleihen. Dass dies gelingen dürfte, liegt vor allem an einem Mann, der bereits oscarprämiert bewiesen hat, das psychopathische Scheusal wie kein Zweiter verkörpern zu können: Javier Bardem (57).
Ein Monster wird von der Leine gelassen – darum geht es
Das glücklich verheiratete Anwaltspaar Anna (Amy Adams, 51) und Tom Bowden (Patrick Wilson, 52) ahnt nicht, welches Unheil bald auf sie und ihre Familie niederprasseln wird. Max Cady (Bardem), ein manischer Verbrecher, für dessen langjährige Gefängnisstrafe sich die Bowdens maßgeblich eingesetzt hatten, kommt mit nur einem Gedanken auf freien Fuß: Rache an dem Ehepaar zu nehmen. Bald schon hat er die Familie ausfindig gemacht und setzt alles daran, ihr Leben zur Hölle auf Erden zu machen.
Die perfekte Rolle für Bardem?
Dass für „Kap der Angst“ Javier Bardem in die Rolle des Serien-Bösewichts schlüpft, darf durchaus als Coup angesehen werden. Immerhin beeindruckte der Charaktermime vor fast genau 20 Jahren bereits als furchteinflößender Psycho im Oscar-Abräumer „No Country for Old Men“ und heimste für seinen Part den Academy Award in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ ein. Kaum ein Star versteht es besser als Bardem, für maximale Anspannung beim Publikum zu sorgen – sei es durch manische Wutausbrüche, abgründige Monologe oder noch so kleine Gesichtsregungen.
Den moralischen Gegenpol in der Serie stellen mit Amy Adams und Patrick Wilson ebenfalls zwei ausdrucksstarke Stars dar. Wilson bekam es bereits in den jeweils erfolgreichen wie vielteiligen Horrorreihen „Insidious“ und „The Conjuring“ mit dem puren (und in beiden Fällen übernatürlichen) Bösen zu tun. Adams ist derweil wohl eine der besten Schauspielerinnen, die noch nie einen Oscar gewinnen konnte – sechs Mal war sie jedoch bereits für einen Academy Award nominiert.
Bei der Serie lohnt übrigens auch der Blick auf die Produzentenliste, denn sowohl der einstige „Kap der Angst“-Regisseur Martin Scorsese als auch Hollywood-Visionär Steven Spielberg finden sich dort.
Wird es eine zweite Staffel geben?
Stand jetzt ist „Kap der Angst“ als Miniserie konzipiert, sprich, es wird nur diese eine Staffel geben. Zwar gab es in der Vergangenheit einige Beispiele von Miniserien, die aufgrund des kommerziellen Erfolgs dann doch weitergesponnen wurden. Im Fall von „Kap der Angst“ dürfte das aber keine Option sein. Der erwartbare Lohn: kompakte Thriller-Kost ohne unnötige Längen.
(stk/spot)
Bild: Das Lächeln eines Haifisches: Javier Bardem in der „Kap der Angst“-Serie. / Quelle: Apple TV


