Seltener TV-Auftritt: Robert Habeck über Zeit nach „goldenem Käfig“

Seltener TV-Auftritt: Robert Habeck über Zeit nach „goldenem Käfig“

Nach seinem Abschied aus der Bundespolitik hat der Ex-Wirtschaftsminister, Ex-Grünen-Chef und ehemalige Vizekanzler Robert Habeck (56) „3nach9“ einen seltenen Besuch abgestattet. Gastgeber Giovanni di Lorenzo (67) befragte Habeck nach seinen persönlichen Erfahrungen als Ex-Politiker. Mit einem Lächeln auf den Lippen sagte der liebste Feind von Markus Söder (59) auf seine Familie angesprochen: „Ich würde sagen, die freuen sich, dass ich die Wahl verloren habe.“

Robert Habeck muss nicht mehr alles entscheiden

Im gleichen Atemzug schränkte Habeck ein: „nicht politisch“. Doch freue sich seine Familie, „dass ich nicht nur da bin am Tisch, sondern am Tisch wieder lerne, nicht immer alles gleich zu entscheiden“. Das, vermutet er, sei eine „Wohltat für alle Menschen, die mit mir zusammenleben“.

In seiner Rolle als Politiker sei ihm hingegen die Fähigkeit ein wenig abhanden gekommen, ein simples, weniger zielgerichtetes Gespräch zu führen. Im Politikbetrieb habe er die ganze Zeit an Tischen gesessen, „wo alle von dir erwarten, dass du quasi nach zehn Minuten sagst, wohin es geht“.

Einfach unbeobachtet an der Alster sitzen

Er habe selbst bei der Politik „eigentlich auch immer den Verlust gesehen, dass man das private Leben immer weniger selbst bestimmen kann, dass man in diesem goldenen Käfig lebt“. Man zahle einen Preis für das politische Leben in Spitzenämtern. „An der Alster sitzen und mit dem besten Freund ein Kaltgetränk trinken, für sich zu sein, das ist eigentlich das, was meine Sehnsuchtsorte waren.“

Was ihn hingegen „immer eher genervt“ habe, sei „im Dienstwagen zu fahren und dauernd beobachtet zu werden“. Jetzt lebt Habeck mit seiner Familie – er ist verheiratet und Vater von vier Söhnen – in Kopenhagen. Dort könne er frei leben, Rad fahren, ohne das Leute ein Foto mit ihm schießen wollen, dass anschließend seinen Weg in die Medien findet.

(lau/spot)

Bild: Robert Habeck in der Talkshow „3nach9“. / Quelle: Markus Hibbeler / Radio Bremen

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