Mit seinem Einsatz für die Wahlkampagne und zweite Präsidentschaft von Donald Trump (79) ist Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk (54) in vielen Kreisen in Verruf geraten. Doch auch sein unternehmerisches Handeln gibt Anlass zu Kritik, wie der neue Dokumentarfilm „Elon Musk Uncovered: Das Tesla-Experiment“ (ab 30. Januar auf Sky und Wow) zeigt. Der Streifen widmet sich Musk selbst, der Unternehmenskultur bei seinem Elektroauto-Bauer Tesla sowie dessen Autopilot, einem System zum teilautomatisierten Fahren.
Wie tickt Elon Musk als Mensch und Firmenchef?
Zunächst erzählt der Film von Regisseur Andreas Pichler (58) die Geschichte von Elon Musk und Tesla nach. Zu sehen ist etwa der überaus erfolgreiche Börsengang des Unternehmens im Jahr 2010 oder aber die Markteinführung des Tesla Model S im Jahr 2012. Immer wieder versuchen sich die Doku-Macher auch der so enigmatischen Person Elon Musk zu nähern, zeigen Ausschnitte aus Reden und Interviews.
Daneben kommen Menschen zu Wort, die selbst am System Tesla mitgewirkt haben. Ehemalige Mitarbeiter aus Bereichen wie Marketing, KI oder dem Ingenieursteam. Diese Personen, von denen einige in den vergangenen Jahren zu Whistleblowern geworden sind, beschreiben eindringlich, wie es sich anfühlt, unter Elon Musk zu arbeiten – und, wie ihre internen Sicherheitsbedenken bei Tesla übergangen, ignoriert und nicht gehört wurden.
Autonomes Fahren mit tödlichem Ausgang
Ein großer Teil des Films beschäftigt sich mit der Technik – und den Tücken – des teilautomatisierten Fahrens in Teslas. Hier wird klar, dass das Produkt zur Markteinführung schlicht noch nicht reif und sicher war – obwohl es von Tesla als genau das beworben wurde.
Das hat ganz greifbare Folgen in der Realität, berichtet doch etwa Anja Oldenburg, Mutter zweier Kinder aus Mecklenburg-Vorpommern, vom Tod ihres Ehemannes. Sein Tesla kam auf schnurgerader Strecke von der Fahrbahn ab und knallte gegen einen Baum. Oldenburgs Wunsch, den tödlichen Unfall ihres Mannes aufzuklären und besser zu verstehen, scheitert am Tesla-Konzern, der erklärt, zu dem Crash lägen keine Daten vor.
Auch ein weiterer, tödlicher Unfall während der Nutzung des Tesla-Autopiloten wird in der Doku im Detail beleuchtet. In diesem Fall ist Tesla in den USA zu einer Schadenersatzzahlung von 242 Millionen US-Dollar verurteilt worden – ein Novum in der bisherigen Firmengeschichte.
„Elon Musk Uncovered“ basiert auf Recherchen des „Handelsblatts“, die unter dem Titel „Die Tesla-Files: Enthüllungen aus dem Reich von Elon Musk“ auch als Buch erschienen sind. Der 90-minütige Dokumentarfilm ist koproduziert von der ARD sowie einer Reihe Dritter Programme und bietet erschreckende Einblicke in die Geschäftspraktiken von Tesla sowie das Weltbild von Elon Musk.
(lau/spot)
Bild: „Elon Musk Uncovered: Das Tesla-Experiment“ widmet sich dem Menschen Elon Musk und seinem Geschäftsgebaren – aber auch seinem berühmtesten Produkt, dem autonomem E-Auto. / Quelle: picture alliance/Associated Press/Evan Vucci


