Prinz Harry (41) lässt nicht locker. Am heutigen Montag beginnt vor dem Londoner High Court ein aufsehenerregender Prozess, der sich über neun Wochen erstrecken soll. Gemeinsam mit sechs weiteren prominenten Klägern wirft der Herzog von Sussex dem Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) vor, über Jahre hinweg systematisch in ihre Privatsphäre eingedrungen zu sein.
Laut einem Bericht von „Sky News“ soll Harry selbst am Donnerstag einen ganzen Tag lang in den Zeugenstand treten, wie der Nachrichtenkanal unter Berufung auf einen vorläufigen Zeitplan berichtet.
Die Liste der Mitkläger liest sich wie ein Who’s who der britischen Prominenz: Sir Elton John (78), dessen Ehemann David Furnish (63), Schauspielerin Elizabeth Hurley (60), Schauspielerin Sadie Frost (60), Baroness Doreen Lawrence sowie der frühere liberaldemokratische Politiker Sir Simon Hughes. Sie alle werfen dem Verlag hinter der „Daily Mail“, der „Mail on Sunday“ und „MailOnline“ vor, zwischen 1993 und 2011 Privatdetektive mit illegalen Methoden beauftragt zu haben.
Schwere Vorwürfe gegen den Verlag – der weist sie enschieden zurück
Die Anschuldigungen wiegen schwer. Den Dokumenten zufolge sollen Ermittler im Auftrag des Verlags Abhörgeräte in Autos und Wohnungen der Betroffenen platziert haben. Auch das heimliche Mitschneiden von Telefonaten wird dem Medienkonzern zur Last gelegt. Darüber hinaus steht der Vorwurf im Raum, ANL habe Polizeibeamte bestochen, medizinische Unterlagen durch Täuschung beschafft und sich Zugang zu Bankkonten sowie Finanztransaktionen verschafft.
Die Anwälte der Kläger sprachen 2022 bei Einreichung der Klage von „höchst verstörenden“ Beweisen, die auf „abscheuliche kriminelle Aktivitäten“ und „grobe Verletzungen der Privatsphäre“ hindeuteten.
ANL weist die Vorwürfe entschieden zurück und bezeichnete sie als „absurde Verleumdungen“. Der Verlag argumentiert, bei der Klage handele es sich um eine „Fishing Expedition“ (Dt. „unbegründete Untersuchung“) der Kläger und ihrer Anwälte.
Ein Zeuge sorgt für Wirbel
Besondere Brisanz erhält der Fall durch die Aussagen des Privatdetektivs Gavin Burrows. In einer Erklärung aus dem Jahr 2021 soll er behauptet haben, im Auftrag eines Journalisten der „Mail on Sunday“ Mailboxen gehackt, Festnetztelefone abgehört sowie Finanz- und Gesundheitsdaten beschafft zu haben. Fünf der sieben Kläger gaben an, ihre Klage maßgeblich auf diese Aussagen gestützt zu haben.
Doch nun behauptet Burrows laut dem Nachrichtenportal, seine Unterschrift unter der Erklärung sei gefälscht worden. Bereits 2023 hatte er seine Aussage zurückgezogen und diese Darstellung im vergangenen September gegenüber den ANL-Anwälten wiederholt. Der Richter deutete an, Burrows bei widersprüchlichen Aussagen als „feindlichen Zeugen“ behandeln zu können.
Harrys persönliche Mission
In seiner Zeugenaussage vom März 2023 erklärte Prinz Harry, er bringe die Klage vor, „weil ich mein Land liebe“. Er sei „zutiefst besorgt“ über die „unkontrollierte Macht, den Einfluss und die Kriminalität“ des Verlags. Der Prozess ist nur einer von mehreren, die Harry seit 2019 gegen britische Medienunternehmen angestrengt hat.
Alle Kläger werden von Anwalt David Sherborne vertreten, der bereits Johnny Depp (62) in dessen Verleumdungsklage gegen die „Sun“ und Coleen Rooney (39) im sogenannten „Wagatha Christie“-Prozess vertrat. Auch Harrys verstorbene Mutter Prinzessin Diana (1961-1997) zählte einst zu seinen Mandanten.
(ili/spot)
Bild: Prinz Harry wird am Donnerstag in London vor Gericht erwartet. / Quelle: ddp / i-Images / Polaris




