Kreislaufwirtschaft in der Mode: Die neuen Stoffe der Zukunft

Kreislaufwirtschaft in der Mode: Die neuen Stoffe der Zukunft

Die Modebranche steht vor großen Herausforderungen. Jährlich fallen weltweit große Mengen an Textilabfällen an, von denen nur ein Bruchteil recycelt wird. Schnelle Kollektionswechsel und kurzlebige Trends haben den Ressourcenverbrauch in der Modebranche in den vergangenen Jahrzehnten rasant steigen lassen. In Zeiten der Klimakrise ein großes Problem, das zum Nachdenken anregt und zeigt, wie wichtig es ist, nachhaltigere Alternativen voranzutreiben.

Doch es gibt Entwicklungen, die zur Zuversicht anregen: In den vergangenen Jahren ist in der Textilwelt eine große Bewegung hin zu nachhaltigeren Lösungen entstanden. Immer mehr Labels verbinden moderne Designs mit verantwortungsvollen Produktionsweisen und innovativen Materialien. Diese Marken verwenden bereits Stoffe der Zukunft.

Armedangels setzt auf Denim-Innovation

Das deutsche Label Armedangels ist seit Jahren für seine nachhaltigen Alternativen bekannt. Das zeigt es auch in ihrer neuen DetoxDenim-Kollektion, die laut Hersteller bereits ohne giftige Chemikalien produziert wird. Ab Mitte März launcht Armedangels Denim-Produkte aus dem Material Saxcell Lyocell. Die Faser besteht zu 30 Prozent aus recycelten Textilabfällen und zu 70 Prozent aus FSC-zertifiziertem Holzzellstoff und ermöglicht die Wiederverwertung alter Kleidung in neue Fasern. Dadurch sinkt der Bedarf an neuen Rohstoffen, während gleichzeitig Textilabfälle sinnvoll genutzt werden.

Prada nutzt recyceltes Nylon

Die innovativen Materialien der Zukunft, die oftmals aus Müll entstehen, sind auch schon im Luxus-Sektor der Mode angekommen. Vorreiter ist unter anderem das italienische Modehaus Prada mit seiner Re-Nylon-Kollektion, die erstmals 2019 präsentiert wurde.

Den Anfang machten damals ikonische Prada-Handtaschen aus Econyl. Dabei handelt es sich um ein regeneriertes Nylon, das aus Kunststoffabfällen von Mülldeponien und aus dem Meer hergestellt wird. Das Material hat den großen Vorteil, dass es sich unbegrenzt recyceln lässt. Prada hat inzwischen das Ziel erreicht, die gesamte Kollektion von herkömmlichem Nylon auf Econyl umzustellen.

Pilzleder begeistert Modemarken

Das Unternehmen Bolt Threads ist ein Pionier im Bereich Biomaterialien. Als Vorreiter in dieser Sparte hat das Unternehmen in den letzten Jahren vor allem mit der Entwicklung seines innovativen Mylo-Leders auf Myzel-Basis auf sich aufmerksam gemacht. 2021 präsentierte beispielsweise Modedesignerin Stella McCartney als langjährige Partnerin von Bolt Threads die weltweit ersten Kleidungsstücke aus dem umweltfreundlichen Pilzleder – darunter ihre ikonische Falabella-Handtasche. Auch die gefragten Sportmarken Adidas und Lululemon haben Kooperationen mit der Biomaterial-Marke abgeschlossen.

Die Schuh-Alternative aus Reis und Mais

Während Adidas den Sneaker-Klassiker Stan Smith als nachhaltigere Alternative aus Mylo präsentiert, experimentiert die deutsche Marke The Rice Society aus Stuttgart mit Materialien wie Reis und Mais für ihre veganen Schuhe. Der verwendete Reis ist beispielsweise die Spreu einer Paella-Reisplantage, die nur 40 Kilometer vom Produktionsstandort entfernt liegt. Für den Sneaker werden zudem Maisabfälle aus Italien und recycelte Materialien wie Kaffee oder Kartoffeln verwendet.

Eine nachhaltigere Modewelt ist möglich

Diese neuen Stoffe und Materialien der Zukunft zeigen, dass es durchaus möglich ist, dass die Modebranche ihren ökologischen Fußabdruck verkleinert. Vorausgesetzt sie ist dazu bereit, Innovationen zu fördern. Eine nachhaltigere und umweltbewusstere Modewelt muss keine Utopie bleiben, denn es ist möglich, Ressourcen immer wieder neu zu verwenden und durch neu gedachte Konzepte Abfall und Textilmüll zu minimieren.

(the/jmk/spot)

Bild: Nachhaltigere Kleidung durch innovative Materialien – daran arbeiten immer mehr Modemarken. / Quelle: Armedangels

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